Netflix bereitet verbessertes Angebot für Warner Bros. vor
(Bild: Schager / Shutterstock.com)
Im Wettbieten um Warner Bros. will Netflix nun offenbar nachlegen: Berichten zufolge bereitet das Unternehmen ein stärkeres Cash-Angebot vor.
Das Wettbieten um das Unterhaltungsunternehmen Warner Bros. geht weiter: Nachdem Kaufinteressent Paramount seine Bemühungen intensiviert hat und nun sogar den Rechtsweg bemüht, könnte der Vorstand-Favorit Netflix sein Angebot nachbessern. Mehrere US-Medien berichten, dass Netflix eine neue Deal-Struktur erwägt, die im Gegensatz zum ersten Angebot rein aus Cash-Werten besteht.
Der Deal, den Netflix ursprünglich mit Warner ausgehandelt hat [1], sieht für Aktionäre eine Mischung aus Cash und Netflix-Aktien vor: Pro Warner-Anteil sollen Aktionäre 23,25 US-Dollar in Cash und 4,50 US-Dollar in Netflix-Aktien bekommen. Seit der Deal ausgehandelt wurde, haben Netflix-Aktien aber etwa 25 Prozent an Wert verloren.
Das spielt Paramount in die Karten: Das US-Unternehmen hat ein feindliches Übernahmeangebot aus reinen Cash-Werten abgegeben und die Volatilität des Netflix-Angebots betont. Ein überarbeitetes Angebot ohne Aktienanteil könnte dieses Argument entkräften. Laut Bloomberg [2] will Netflix mit dem überarbeiteten Angebot, das bislang noch nicht offiziell ist, vor allem den Übernahmeprozess beschleunigen.
Paramount klagt
Der Vorstand von Warner Bros. Discovery bevorzugt das Netflix-Angebot und hat Aktionären empfohlen, es anzunehmen. Von der Paramount-Offerte hält der Vorstand nicht viel: „Die Fremdfinanzierung für das Angebot von Paramount Skydance (PSKY) stützt sich auf eine ungesicherte, widerrufbare Treuhandverpflichtung sowie auf die Bonität eines Unternehmens mit einer Marktkapitalisierung von 15 Milliarden US-Dollar, dessen Kreditwürdigkeit die beiden führenden Rating-Agenturen mit ‚Junk‘-Status oder nur einer Stufe darüber bewerten“, heißt es in einem offenen Brief der Vorstandsmitglieder aus dem Dezember [3].
Das will Paramount-Chef David Ellison, Sohn des Oracle-Mitgründers Larry Ellison, nicht auf sich sitzen lassen: Die Firma verklagt Warner Bros. Discovery vor einem Gericht des US-Bundesstaates Delaware [4]. In der Klage wirft Paramount Warner unter anderem vor, die eigenen Aktionäre nicht ausreichend über das Paramount-Angebot informiert zu haben.
Netflix will die Unterhaltungssparte von Warner Bros. Discovery kaufen, während Paramount die komplette Firma übernehmen möchte [5]. Im Gegensatz zu Netflix hat Paramount also auch Interesse am Nachrichtengeschäft von Warner Bros. Discovery, zu dem CNN und TNT gehören. Larry Ellison, der Vater von Paramount-Chef David Ellison, gilt als Unterstützer des US-Präsidenten Trump.
(dahe [7])
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[1] https://www.heise.de/news/Fuer-72-Milliarden-US-Dollar-Netflix-kauft-Warner-Bros-11104451.html
[2] https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-01-13/netflix-weighs-amending-warner-bros-bid-to-make-it-all-cash
[3] https://www.heise.de/news/Warner-schiesst-gegen-Paramount-11118480.html
[4] https://www.heise.de/news/Verschmaehtes-Paramount-verklagt-Warner-Bros-Discovery-11138683.html
[5] https://www.heise.de/news/Nach-Netflix-Deal-Paramount-bietet-108-Milliarden-US-Dollar-fuer-Warner-Bros-11107266.html
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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