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Netflix nutzt Erfolg gegen Trittbrettfahrer mit Preiserhöhungen aus

San,Francisco,,California,,Usa.,11/11/2020.,Man,Holding,A,Smartphone,With

(Bild: Shutterstock.com/Daniel Avram)

Der Kampf gegen Account-Sharing bei Netflix scheint sich auszuzahlen. Der Streaming-Anbieter hat mehr Nutzer und will Preise erhöhen.

Netflix fĂŒhlt sich nach dem erfolgreichen Vorgehen gegen Passwort-Trittbrettfahrer so sicher, dass der Dienst sich Preiserhöhungen erlaubt. ZunĂ€chst werden einige Abo-Varianten in den USA, Frankreich und Großbritannien teurer. FĂŒr die Zuversicht sorgt der krĂ€ftige Schub im dritten Quartal [1]: Das Vorgehen gegen das Teilen von Zugangsdaten und das gĂŒnstigere Abo mit Werbeanzeigen ließen die Kundenzahl um 8,76 Millionen steigen. Die Anleger waren begeistert: Die Aktie stieg im nachbörslichen Handel am Mittwoch um mehr als 12 Prozent.

Netflix geht seit dem Sommer unter anderem auch in Deutschland dagegen vor, dass Nutzer einen Account ĂŒber einen Haushalt hinaus teilen [2]. DafĂŒr wird zusĂ€tzliches Geld fĂ€llig – entweder zahlen die Mitbenutzer fĂŒr ein eigenes Konto, oder der bisherige Account-Inhaber fĂŒgt sie fĂŒr 4,99 Euro im Monat als Zusatzmitglied hinzu. So viel kostet in Deutschland auch das gĂŒnstigste Abo mit Werbeanzeigen.

Nach frĂŒheren Berechnungen von Netflix nutzten rund 100 Millionen das Passwort aus einem anderen Haushalt. Das Vorgehen gegen das Teilen der Accounts ist mit Risiko verbunden: VerĂ€rgerte Nutzer könnten auch lieber zu einem der vielen Streaming-Dienste der Konkurrenz wechseln. Netflix setzt jedoch darauf, dass das Angebot an Serien und Filmen so attraktiv ist, dass die Leute lieber mehr bezahlen. Diese Rechnung scheint trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds in vielen LĂ€ndern aufzugehen. Netflix kam nun zum Quartalsende auf 247,15 Millionen zahlende Kunden.

FĂŒr das vergangene Quartal hatte Netflix selbst ein Plus von rund sechs Millionen Abonnenten in Aussicht gestellt – Ă€hnlich wie im Vierteljahr davor. Das gĂŒnstigere Abo mit Werbung spielt hier eine wichtige Rolle: In den LĂ€ndern, wo es verfĂŒgbar ist, entscheiden sich 30 Prozent der Neukunden dafĂŒr. Insgesamt sei die Zahl der Kunden mit Werbe-Abo binnen drei Monaten um 70 Prozent gestiegen. FĂŒr das laufende Vierteljahr rechnet Netflix nun mit einem Kunden-Zufluss in der GrĂ¶ĂŸenordnung des dritten Quartals.

Netflix betont, dass die Effekte der Trittbrettfahrer-Jagd noch einige Quartale andauern wĂŒrden: Bisher seien einige Maßnahmen bei einigen Nutzer-Gruppen noch gar nicht angekommen. Co-Chef Greg Peters spielte den möglichen Effekt der Preiserhöhungen herunter: So etwas schlage sich stĂ€rker eher in den Anteilen der neu abgeschlossenen Abos nieder. In den USA wird das teuerste Netflix-Abonnement mit bester BildqualitĂ€t kĂŒnftig 22,99 US-Dollar pro Monat kosten und in Frankreich 19,99 Euro. In Deutschland zahlt man dafĂŒr aktuell 17,99 Euro.

Netflix dominiere aktuell im Streaming-GeschĂ€ft und löse sich vom Rest der Branche, sagte Branchenanalyst Rich Greenfield im US-Sender CNBC. Ein wichtiger Schritt fĂŒr die Zukunft sei, dass die Firma Skydance Animation des frĂŒheren Pixar-Stars John Lasseter mit ihren Filmen von Apples Streaming-Dienst zu Netflix wechselte. Das könne Netflix helfen, bei Familien-Unterhaltung zu Disney aufzuschließen.

Das Abo mit Werbung laufe gut, weil sich dafĂŒr viele Nutzer entschieden, die bisher mit Passwörtern von Freunden oder Familienmitgliedern Netflix schauten, betonte Greenfield. Netflix nimmt mit seinem Anzeigen-Angebot verstĂ€rkt die Werbegelder ins Visier, die bisher ins lineare Fernsehen flossen. Der Netflix-Umsatz stieg im Jahresvergleich um acht Prozent auf 8,54 Milliarden Dollar, etwa 8,11 Milliarden Euro, wie Netflix am Mittwoch mitteilte. Der Gewinn wuchs um rund ein FĂŒnftel auf rund 1,68 Milliarden Dollar.

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(olb [4])


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