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Nur fĂŒr Hubble erkennbar: Weltraumteleskop findet die fernsten Doppelquasare

Martin Holland

Die beiden Doppelquasare mit den Bezeichnungen J0749+2255 und J0841+4825

(Bild: NASA, ESA, H. Hwang and N. Zakamska (Johns Hopkins University), and Y. Shen (University of Illinois, Urbana-Champaign))

Im frĂŒhen Universum kollidierten Galaxien viel hĂ€ufiger als heute, das ist aber schwer zu beobachten. Nun hat Hubble gleich zwei solcher Ereignisse gefunden.

Das alternde Weltraumteleskop Hubble hat einmal mehr seinen wissenschaftlichen Wert bewiesen und gleich zwei Paare supermassiver Schwarzer Löcher abgebildet, die weiter entfernt sind als alle anderen bekannte Doppelquasare. Das Teleskop hat die beiden Paare in ihrem Zustand vor ungefĂ€hr 10 Milliarden Jahren abgebildet, als sie jeweils rund 10.000 Lichtjahre voneinander entfernt waren. Der doppelte Fund gleiche dem einer Stecknadel in einem Heuhaufen, erklĂ€rt Yue Shen von der University of Illinois, der die Analyse geleitet hat. Dabei setzten er und sein Team auf eine neue Strategie, die sich als Ă€ußerst vielversprechend herausgestellt hat.

Quasare sind die aktiven Kerne entfernter Galaxien, die immens hell strahlen, weil Materie in deren zentrale supermassereiche Schwarzen Löcher stĂŒrzt und dabei enorm erhitzt wird. Sie gehören deswegen zu den hellsten Objekten im Universum und strahlen oft deutlich heller als ihre Galaxien. Auch im aktuellen Fall konnte Hubble lediglich die Quasare abbilden, nicht aber die zugehörigen Galaxien. Gleichzeitig stehen sie einander aber so nahe, dass beide Paare fĂŒr erdgebundene Teleskope als einzelne Quasare erschienen wĂ€ren, erklĂ€ren die Wissenschaftler. Als sich ihr Licht auf die lange Reise gemacht hat, seien Quasare deutlich hĂ€ufiger gewesen als heute, ergĂ€nzen sie. Deswegen sollten am Firmament noch viel mehr ihrer Entdeckung harren.

Wie die US-Weltraumagentur NASA nun erlĂ€utert [1], wurde fĂŒr den Fund nun zuerst ein Himmelsatlas nach besonders vielversprechenden Quasaren durchsucht. Dank des revolutionĂ€ren ESA-Weltraumteleskops Gaia [2] hĂ€tten sie die Liste dann weiter eingeschrĂ€nkt: Zwar wĂŒrden sich die weit entfernten Objekte in dessen Perspektive nicht bewegen, aber ein Flackern könnte darauf hindeuten, dass es sich um zwei Objekte handelt. Auf diese Weise habe man vier Kandidaten identifiziert, auf die dann Hubble angesetzt wurde. Bei immerhin 50 Prozent davon sei das Weltraumteleskop fĂŒndig geworden Folgebeobachtungen hĂ€tten die Funde bestĂ€tigt, auch wenn eine geringe Wahrscheinlichkeit bleibe, dass es sich doch jeweils nur um einen Quasar handle, der zweimal abgebildet wurde

Die Forschenden wollen ihre Methode nun ausbauen und damit einen Überblick ĂŒber die Doppelquasare im frĂŒhen Universum zusammenstellen. Sie gehen davon aus, dass ungefĂ€hr einer von 1000 Quasaren dort eigentlich aus zwei Quasaren besteht. Anhand von Doppelquasaren könnten auch die Kollisionen von Galaxien im frĂŒhen Universum besser verstanden werden, genauso wie die Bildung der supermassiven Schwarzen Löcher, die noch eine Reihe von Fragen aufwerfen [3]. Beide Prozesse waren wenige Milliarden Jahre nach dem Urknall deutlich hĂ€ufiger als gegenwĂ€rtig. Die aktuelle Arbeit wurde im Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlicht.

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(mho [5])


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  1. https://hubblesite.org/contents/news-releases/2021/news-2021-14
  2. https://www.heise.de/hintergrund/Missing-Link-Wie-die-ESA-Sonde-Gaia-die-Astromie-revolutioniert-4074223.html
  3. https://www.heise.de/news/Supermassives-Schwarzes-Loch-Aeltester-und-fernster-Quasar-widerspricht-Theorien-5025968.html
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