P != NP möglicherweise bewiesen
Eines der wichtigsten bislang ungelösten Probleme der Mathematik scheint entrÀtselt: Vinay Deolalikar von den HP Research Labs hat eine Arbeit vorgestellt, die beweisen soll, dass die KomplexitÀtsklassen P und NP nicht identisch sind.
Eines der wichtigsten offenen Probleme, mit denen sich Mathematiker und theoretische Informatiker herumschlagen, scheint gelöst: die Frage, ob die beiden so genannten KomplexitĂ€tsklassen P und NP identisch sind oder nicht. Der bei den HP Labs [1] im kalifornischen Palo Alto beschĂ€ftigte Forscher Vinay Deolalikar [2] behauptet, sie sind es nicht, und hat dafĂŒr einen knapp einhundertseitigen Beweis (PDF [3]) vorgelegt.
In der KomplexitĂ€tstheorie umfasst die Klasse P all die Probleme, die sich mit einer deterministischen Rechenmaschine in einer Rechenzeit t lösen lassen, die von der GröĂe der Eingangsdaten n höchstens polynomisch abhĂ€ngt, das heiĂt t †nk. Als Modell einer deterministischen Rechenmaschine verwenden Theoretiker ĂŒblicherweise eine Turing-Maschine, aber auch alle herkömmlichen digitalen Computer gehören dazu. Die KomplexitĂ€tsklasse P umfasst also alle Aufgabenstellungen, die sich mit vertretbarer Rechenzeit exakt berechnen lassen.
Die theoretische Informatik kennt neben deterministischen Automaten noch andere Modelle, darunter die nichtdeterministische Turing-Maschine: Sie entscheidet sich bei jedem Rechenschritt zufĂ€llig fĂŒr einen von mehreren möglichen Wegen, die Berechnung fortzusetzen; der genaue Ablauf der Berechnung ist nicht von vornherein bestimmbar. Probleme, die eine solche Maschine in Polynomialzeit lösen kann, bilden die KomplexitĂ€tsklasse NP.
P ist eine Teilmenge von NP, denn Probleme, die sich deterministisch in Polynomialzeit lösen lassen, können auch nichtdeterministisch mit polynomischem Aufwand berechnet werden. Die bislang unbeantwortete Frage lautet, ob das auch umgekehrt gilt oder nicht. Etwas salopp formuliert: Könnten nichtdeterministische Maschinen bestimmte Rechenprobleme schneller lösen als bisherige Computer? Genau diese Frage bejaht Deolalikar nun in seinem Papier.
Die Arbeit ist ganz frisch und noch nicht ausfĂŒhrlich von Kollegen geprĂŒft. Der HP-Forscher gilt aber als Experte auf diesem Forschungsgebiet und erste EinschĂ€tzungen halten die Arbeit fĂŒr stichhaltig. Ob sie genaueren PrĂŒfungen standhĂ€lt, wird sich noch zeigen mĂŒssen, aber dass es diese PrĂŒfungen geben wird, kann als sicher gelten: Immerhin ist das P-NP-Problem eines von sieben Fragestellungen, die das Clay Mathematics Institute (CMI [4]) in Cambridge in die Liste der so genannten Millennium-Probleme [5] aufgenommen und fĂŒr deren Lösung es jeweils ein Preisgeld von einer Million US-Dollar ausgelobt hat. (hos [6])
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[1] http://www.hpl.hp.com/
[2] http://www.hpl.hp.com/personal/Vinay_Deolalikar/
[3] http://www.win.tue.nl/~gwoegi/P-versus-NP/Deolalikar.pdf
[4] http://www.claymath.org/
[5] http://www.claymath.org/millennium/
[6] mailto:hos@ct.de
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