PARC-Forscher wollen Content-Centric Networking voranbringen
Wissenschaftler an dem IT-Forschungszentrum arbeiten an einer verbesserten Internet-Infrastruktur, die stÀrker auf Multimedia ausgerichtet ist.
Wissenschaftler am IT-Forschungszentrum Palo Alto Research Center (PARC) arbeiten an einer grundsĂ€tzlichen Neugestaltung der Internet-Infrastruktur, berichtet [1] Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Dabei geht es um eine ĂberfĂŒhrung der reinen Paketvermittlung hin zu einem sogenannten Content-Centric Networking (CCN), bei dem stĂ€rker nach Inhalten unterschieden wird.
Glenn Edens [2], Leiter der PARC-Netzwerkforschung, stört vor allem, dass das Internet eigentlich darauf ausgerichtet war, kleinere Datenpakete in Form eines Dialogs zwischen den teilnehmenden Rechnern hin und her zu schicken. "Heutzutage wird das Netz allerdings zumeist verwendet, um gröĂere Inhalte wie Videos, Bilder oder E-Mails zu verteilen."
LĂ€dt ein Nutzer ein Video von YouTube, schickt der Rechner eine Nachricht an die IP-Adresse des Google-Servers und bittet darum, die Daten an die eigene Adresse zurĂŒckzuschicken. Der Google-Server reagiert â und die Router-Hardware im Internet, die zwischen beiden Maschinen vermittelt, tun nicht mehr und nicht weniger, als diesen Datenverkehr "dumm" weiterzuleiten. Eden hĂ€lt das fĂŒr Zeitverschwendung. "Diese ganze Infrastruktur, die auf Maschinenadressen basiert, erfĂŒllt nicht mehr den Grundbedarf des Netzes, nĂ€mlich den Leuten die gewĂŒnschten Inhalte möglichst zu liefern."
Bei einem CCN-Ansatz wĂŒrde ein Rechner, der ein Video anfordert, diesen Inhalt ĂŒber einen eindeutigen Namen anfordern, was die Auslieferung beschleunigt. Router könnten dann auĂerdem Teile der Inhalte zwischenspeichern, was die Geschwindigkeit zusĂ€tzlich erhöht. In dem Beispiel mit dem YouTube-Video wĂŒrde ein Router in der NĂ€he des anfragenden Computers einen populĂ€ren Clip sofort ausliefern, ohne diese Anfrage ĂŒberhaupt an den Google-Server irgendwo in Kalifornien senden zu mĂŒssen. "Solange man nicht die erste Person ist, die einen Inhalt haben möchte, ergibt sich eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er gefunden werden kann", sagt Edens.
Mehr zum Thema in Technology Review online:
(bsc [4])
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[2] http://www.parc.com/about/people/2757/glenn-edens.html
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