Doom deaktiviert bei manchen Spielern den Mehrspielermodus, markiert Savegames und sperrt Achievements. Derweil beißen sich Cracker am populären Titel die Zähne aus, denn Doom nutzt Denuvo.
Das kürzlich erschienene PC-Spiel Doom [1] begeistert als gelungene Neuauflage des Klassikers von 1993 viele Kritiker. Doch mittlerweile mehren sich im Netz auch Stimmen erboster PC-Spieler, die ohne es zu wissen den Entwicklermodus aktiviert haben und dadurch zentrale Funktionen des Spieles nicht mehr nutzen können.
Der Developer-Modus lässt sich derzeit nur durch das Löschen der aktuellen Savegames deaktivieren.
(Bild: mfi)
Kein Multiplayer, keine Achievements
Der Dev Mode deaktiviert den Multiplayer-Modus und beeinflusst die Snapmap-Funktionen, außerdem markiert er die aktuellen Savegames und das Nutzerprofil, sodass sich im Einzelspielermodus beispielsweise keine Steam-Errungenschaften (Achievements) mehr sammeln lassen. Bei jedem Spielstart erscheint dann der Hinweis: "Network play and online services are disabled. Saves and SnapMaps written will be permanently marked, re-triggering this when accessed. Restart without accessing any developer tools to restore."
Es gibt jedoch derzeit keine spielinterne Möglichkeit, den Developer-Modus auszuschalten – es hilft nur, die Steam-Cloud zu deaktivieren und folgend das bisherige Spielprofil und die Savegames zu löschen. Der gespeicherte Fortschritt ist dann hinüber.
Der Developer-Modus wird ohne Vorwarnung aktiv, wenn Spieler die Konsole durch den Druck auf die Tilde-Taste aktivieren und dort einen Befehl eingeben. Dieses Verhalten konnte heise online nachvollziehen. Manche Spieler behaupten, dass bei ihnen bereits das bloße Aktivieren der Konsole ausreichte; andere wiederum brachten an, dass der Dev-Mode nach einem Absturz des Spiels plötzlich aktiv war. Dieses Verhalten trat in unseren Tests nicht auf.
Die Entwickler äußerten sich bis dato nicht zur Dev-Mode-Problematik. Derzeit läuft eine Anfrage von heise online an Bethesda und id Software.
Ist das neue Doom durch den Denuvo-Kopierschutz unknackbar?
(Bild: mfi)
Denuvo-Kopierschutz: Doom unknackbar?
Die Doom-Neuauflage besinnt sich im Unterschied zu Doom 3 aus dem Jahr 2004 auf alte Tugenden aus den 90ern: große Monsterhorden, die man mit dicken Knarren schnellstmöglich niedermähen muss; ein ausgefeiltes Level-Design, gute Waffensounds, ein hoher Schwierigkeitsgrad, dicke Endgegner und jede Menge versteckter Geheimnisse. Das PC-Spiel wird über Steam verkauft und nutzt den Denuvo-Kopierschutz.
Der von der österreichischen Firma Denuvo Software Solutions entwickelte Kopierschutz ist der bis dato wohl effektivste; bisher gibt es weder für Doom noch für einige andere Denuvo-v2-geschützte Titel einen Crack. Denuvo soll sicher stellen, dass bereits vorhandene DRM-Maßnahmen – beispielsweise von Steam oder Origin – nicht umgangen werden. Bereits im Januar befürchtete die Gründerin der chinesischen Cracking-Gruppe 3DM, dass es bald keine Spiele mit geknacktem Kopierschutz mehr geben werde [4]. Denuvo soll für die Publisher vergleichsweise teuer sein, weshalb sich der Einsatz bislang auf nur wenige Titel beschränkt.
Update: Bethesda verweist auf die offizielle Stellungnahme [5] auf der Support-Seite. Die Firma empfiehlt dort unter anderem, mehrere Windows-Benutzer einzurichten, falls auf einem Rechner mehrere Spieler spielen möchten – auch wenn sie dies mit unterschiedlichen Steam-IDs tun.
(mfi [6])
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