Immer mehr Entwickler nutzten PHP in der eigenen Infrastruktur

Die PHP-Entwicklung findet immer häufiger On-Premises statt. Dabei führt PHP 8.3 die Hitliste an. Bei den Betriebssystemen wird Alpine Linux immer beliebter.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 33 Kommentare lesen
Magnifying,Glass,On,Charts,Graphs,Paper.,Financial,Development,,Banking,Account,

(Bild: sasirin pamai/Shutterstock.com)

Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Manuel Masiero
Inhaltsverzeichnis

Immer mehr Unternehmen stellen ihre Webanwendungen von Cloud auf On-Premises um und zeigen damit Hyperscalern wie Amazon Webservices (AWS) oder Microsoft Azure die kalte Schulter. Zu diesem Schluss kommt der aktuelle PHP Landscape Report für das Jahr 2024, den PHP-Herausgeber Zend jährlich veröffentlicht.

Den Trend weg von der Cloud stellte Zend bereits 2023 fest. Im Jahr 2024 lieĂźen 55,7 Prozent der Befragten die Hyperscaler links liegen und setzten stattdessen die eigene Rechnerinfrastruktur ein. DemgegenĂĽber blieben 33,6 Prozent bei AWS, 12,4 Prozent bei Digital Ocean, 10,3 Prozent bei Microsoft Azure und 9 Prozent bei der Google Cloud Plattform (Mehrfachnennungen waren hier erlaubt). Die zunehmende Beliebtheit privater Clouds sieht Zend zum einen in den branchenweit gestiegenen Preisen fĂĽr Hyperscaler begrĂĽndet. Weitere Faktoren sind der Datenschutz und die Einhaltung weiterer gesetzlicher Vorschriften.

PHP-Entwicklerinnen und -Entwickler nutzen mehrheitlich On-Premise-Plattformen.

(Bild: Zend/perforce)

Die Mehrheit der Entwicklerinnen und Entwickler verwendet PHP 8, wobei PHP 8.3 mit einem Anteil von 64 Prozent führt. Es folgen PHP 8.2 mit 56,5 Prozent, PHP 8.1 mit 45,1 Prozent und PHP 7.4 mit 38,7 Prozent. Auch hier waren Mehrfachnennungen zulässig. Im Mittel nutzen Teams 2,66 verschiedene PHP-Versionen, ein Anstieg gegenüber 2023 mit durchschnittlich 2,43 verschiedenen PHP-Versionen.

Die Beliebtheit von PHP 8.3 kommt laut Zend nicht aufgrund des im Jahr 2024 erweiterten PHP-Lebenszyklus-Supports zustande, dessen Einführung auch zu spät erfolgte, um noch Auswirkungen auf die Umfrage zu haben. Das Team vermutet vielmehr, dass es an den geringen Umstiegshürden von Version 7 auf 8 lag: "Bei PHP 8 hatte die Mehrzahl der veralteten Funktionen und Brüche mit Rückwärtskompatibilität nur begrenzte Auswirkungen auf die meisten Anwendungen, was die Adoption neuer Releases erleichtert."

Auf PHP 7.x und älter laufen immer weniger Projekte.

(Bild: Zend/perforce)

Bei der Auswahl der PHP-Version zeigt sich ein weiterer Trend: Mit 62,3 Prozent greift die Mehrheit der Entwicklerinnen und Entwickler zu PHP-Versionen, die noch Community-seitig unterstĂĽtzt werden. Dagegen setzen nur noch 37,7 Prozent End-of-Live-PHPs (EOL) ein. GegenĂĽber den Vorjahren ist das ein deutlicher RĂĽckgang. Im Jahr 2023 hatten die EOL-Versionen im Deployment noch einen Anteil von 54,5 Prozent und im Jahr 2022 sogar von 61 Prozent. Eine PHP-Migration in den letzten 12 Monaten haben 76,3 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durchgefĂĽhrt.

PHP 7.4 verließen dabei 51,1 Prozent, während 29,2 Prozent der Befragten von PHP 8.1 migrierten, 25,3 Prozent von PHP 8.0, 24,6 Prozent von PHP 5.6 oder älter sowie 20,5 Prozent von PHP 8.2. Haupt-Migrationsziel von PHP 7.x ist PHP 8.3 mit einem Anteil von 27,8 Prozent, dicht gefolgt von PHP 8.2 mit 26,8 Prozent. Als zeitaufwendigste Faktoren bei der Migration nannten die Befragten das Testing (38,2 %) und das Refactoring (35,6 %).

Wie schon im Vorjahr liegen bei den Betriebssystemen die Debian-basierten Plattformen weiter vorne. Auf Ubuntu laufen 55,6 Prozent aller PHP-Anwendungen und auf Debian direkt 38,2 Prozent. Dann folgen CentOS mit 18,8 Prozent, Alpine Linux mit 17,7 Prozent, Red Hat Enterprise Linux mit 13,2 Prozent und Windows mit 13,2 Prozent.

GegenĂĽber 2023 hat sich Alpine Linux von Platz 10 auf 4 verbessert.

(Bild: Zend/perforce)

CentOS hat deutlich an Anteilen eingebĂĽĂźt, was der Tatsache geschuldet ist, dass Red Hat im Juni 2024 den Support dafĂĽr eingestellt hat. GegenĂĽber 2023 kann sich CentOS zwar weiterhin auf Platz 3 behaupten, hat aber fast 5,7 Prozent eingebĂĽĂźt. Einen deutlichen Sprung nach vorne macht dagegen Alpine Linux. Das speichersichere OS verbessert sich von Platz 10 auf Platz 4 und legt um 5,6 Prozent zu.

Die Frage nach der verwendeten Container-Technologie beantwortet eine absolute Mehrheit der Entwicklerinnen und Entwickler gleich: Docker beherrscht mit einem Anteil von 93,3 Prozent den Markt. Abgeschlagen auf Platz zwei folgen Podman mit 12,1 Prozent und auf Platz drei containerd mit 11,5 Prozent. Beide werden damit allerdings deutlich häufiger genutzt als noch im Jahr 2023 (Podman: 8,1 Prozent; containerd: 5,5 Prozent).

Zend stellt in der PHP-Umfrage auch fest, dass es vor allem größere Unternehmen sind, die ihre PHP-Umgebungen unter Zuhilfenahme von Containern aufbauen: "Bei Container-Technologien ist die Lernkurve steil, was auf kleinere Unternehmen oftmals abschreckend wirkt. Zudem kann sich die Adaption von Community-Images als schwierig erweisen, was zusätzlich für Frust sorgt."

Die Verwaltung von PHP-Erweiterungen bereitet PHP-Entwicklerinnen und -Entwickler bei Container-Images die meisten Probleme.

(Bild: Zend/perforce)

Gefragt nach den Problemen, die bei den Community-Images am häufigsten auftreten, nennen 26,4 Prozent der Entwicklerinnen und Entwickler Schwierigkeiten bei der Verwaltung von PHP-Erweiterungen und 16,8 Prozent eine unvollständige Dokumentation oder einen lückenhaften Support.

Die Umfrage führte Zend (gehört seit 2019 zum DevOps-Anbieter perforce) zwischen Oktober und Dezember 2024 unter 561 PHP-Nutzerinnen und -Nutzern durch, von denen sich 75 Prozent als Entwickler einstufen. Etwa 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben an, dass sie PHP seit fünf Jahren oder länger einsetzen. Bei rund 58 Prozent ist es eine Nutzungsdauer von fünfzehn Jahren oder länger. Die vollständige Umfrage mit vielen weiteren Details bietet Zend auf seiner Webseite gegen Registrierung kostenlos zum Download an.

(who)