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Payback steigt ins Mobile Payment ein

Axel Kannenberg
Payback steigt ins Mobile Payment ein

Payback wagt den Sprung von der Rabattkarte zum mobilen Bezahlen.

(Bild: Payback)

Deutschlands grĂ¶ĂŸtes Rabattkartensystem will nun auch das Bezahlen mit Handy an der Kasse ermöglichen. Als erstes soll das ab Juni in dm-Drogerien funktionieren, real-MĂ€rkte folgen ab Juli.

Das Rabattsystem Payback will seine Smartphone-App zum mobilen Bezahlsystem [1] aufrĂŒsten. Mit der neuen App sollen Kunden dann Payback-Punkte sammeln, Coupons einlösen und vor allem an entsprechend ausgerĂŒsteten Kassen bezahlen können, heißt es in der Pressemitteilung [2]. Einige der großen Handelspartner des Rabattsystems sind dabei offenbar schon mit an Bord: Ab 31. Mai sollen sich in den MĂ€rkten der Drogeriekette dm alle neue Funktionen der App nutzen lassen.

Andere Ladenketten sind noch nicht so weit: Bei Real etwa soll ab Juni zunĂ€chst nur das Punktesammeln und Couponlösen verfĂŒgbar sein, bezahlen könne man erst ab Juli, teilte das Unternehmen mit [3]. Im Herbst sollen dann Rewe, Aral, Galeria Kaufhof und Alnatura folgen. Real will zusĂ€tzlich auch einen Onlinekassenzettel anbieten, der Payback-Karteninhabern per E-Mail zugestellt wird und den Papierbon ersetzt.

Die neue Version der App soll dann auch ab 31. Mai kostenfrei im Google Play Store und in Apples App Store zur VerfĂŒgung stehen. Es sollen Kassen-Zahlungen ĂŒber den Nahfunkstandard NFC und ĂŒber abgescannte QR-Codes möglich sein. Die Zahlung werden dann per Lastschrift abgebucht. Dabei seien die Bankdaten weder fĂŒr Payback noch fĂŒr die Handelspartner zugĂ€nglich – diese wĂŒrden lediglich bei einen Zahlungsdienstleister gespeichert. Weitere technische Details zum System sind noch nicht bekannt, eine Antwort auf eine Anfrage von heise online steht zur Stunde noch aus.

Der Einstieg von Payback könnte in Sachen Mobile Payment einiges bewegen im deutschen Markt, in dem laut jĂŒngster Studie des EHI-Instituts [4] 52,5 Prozent aller Zahlungen an der Kasse bar beglichen werden. Immerhin 28 Millionen Kundenkarten hat das Rabattsystem in Deutschland eigenen Angaben nach im Umlauf, rund 3,5 Millionen Mal am Tag wird demnach eine der Rabattkarten bei einem Einkauf gezĂŒckt. Die App ist mit 8,5 Millionen Downloads noch nicht so verbreitet – bislang diente sie in erster Linie aber auch eher zum Verwalten von Coupons.

Payback will in einer Umfrage herausgefunden haben, dass sich 86 Prozent der bisherigen App-Nutzer fĂŒr die neue App interessieren. Etwas ĂŒber ein Drittel wolle damit auch bezahlen. Ob Payback auch darĂŒber hinaus seine Nutzerschaft mobilisieren kann und inwieweit noch andere der rund 650 Handelspartner mitziehen, wird die Zukunft zeigen.

Das Punktesammelprogramm Payback gibt es in Deutschland bereits seit dem Jahr 2000. Wer beim Kauf seine Payback-Karte scannen lĂ€sst, erhĂ€lt einen kleinen Prozentsatz des Umsatzes als Rabattpunkte gutgeschrieben, die sich gegen PrĂ€mien eintauschen lassen. Im Gegenzug geben die Nutzer ihre Daten preis – Kaufdatum, Filiale, Umsatz sowie je nach Partner auch gekaufte Waren und Dienstleistungen. Seit 2011 gehört Payback zum Finanzdienstleister American Express. (axk [5])


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https://www.heise.de/-3188042

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[1] https://www.heise.de/hintergrund/Mobile-Payment-Alles-Wissenswerte-zum-Bezahlen-mit-dem-Smartphone-3346240.html
[2] http://www.payback.net/de/presse/pressemeldungen/detail/payback-startet-mit-digitaler-karte/
[3] http://www.presseportal.de/nr/58538
[4] https://www.ehi.org/de/pressemitteilungen/favoritenwechsel-durch-regulierung-push-fuer-kreditkarten-reload-fuer-elv/
[5] mailto:axk@heise.de