Pegasus-Spyware: Spaniens Geheimdienst rÀumt Bespitzelung von Separatisten ein
(Bild: iHaMoo/Shutterstock.com)
Der spanische Geheimdienst hat die Ăberwachung der Telefone von 18 katalanischen Separatisten eingerĂ€umt. Zur Spionage gegen den Premier Ă€uĂerte er sich nicht.
In der spanischen SpitzelaffĂ€re hat der Geheimdienst CNI die Ăberwachung der Telefone von 18 katalanischen Separatisten, darunter auch RegionalprĂ€sident Pere AragonĂšs, eingerĂ€umt. FĂŒr jeden dieser EinzelfĂ€lle habe CNI-Chefin Paz Esteban am Donnerstag in einer parlamentarischen Kontrollkommission eine richterliche Erlaubnis vorgelegt, berichtete die Zeitung El PaĂs. Bei der Ăberwachung kam die israelische SpĂ€hsoftware Pegasus zum Einsatz. Die als "Catalangate" bezeichnete AffĂ€re bedroht die StabilitĂ€t der Minderheitsregierung von MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez.
Politisches Erdbeben
FĂŒr den Rest der insgesamt 63 mutmaĂlich mit Hilfe von Pegasus bespitzelten Separatisten und Personen aus deren Umfeld habe Esteban keine Verantwortung ĂŒbernommen [1]. Die linke katalanische Partei ERC hat wegen der AffĂ€re ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Regierung SĂĄnchez in Frage gestellt. Sie fordert eine Untersuchungskommission.
Vor kurzem war zudem bekannt geworden, dass auch in den Mobiltelefonen von Sånchez und Verteidigungsministerin Margarita Robles [2] sowie neuerdings auch von Innenminister Fernando Grande-Marlaska Hinweise auf Pegasus gefunden worden seien. Esteban habe hierzu keine Auskunft gegeben. In spanischen Medien wurde spekuliert, Marokko könne hinter dieser Aktion stecken. Dabei wurden nach Angaben der Regierung in Madrid rund 3,6 Gigabyte Daten von Sanchez' Handy gestohlen.
Die AffĂ€re war durch eine Analyse der kanadischen Forschungsgruppe Citizen Lab ins Rollen gekommen. Die hatte Hinweise auf die Pegasus-Ăberwachungssoftware des israelischen Unternehmens NSO in Dutzenden Telefonen katalanischer Separatisten gefunden [3] habe. NSO betont, die Software werde nur an Regierungsorganisationen verkauft.
(mho [5])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-7077118
Links in diesem Artikel:
[1] https://elpais.com/espana/2022-05-05/la-directora-del-cni-da-explicaciones-sobre-el-espionaje-de-pegasus-ante-el-escepticismo-de-los-partidos.html
[2] https://www.heise.de/news/2-7-Gigabyte-abgezogen-Spaniens-Regierungschef-mit-Pegasus-Spyware-angegriffen-7071258.html
[3] https://www.heise.de/news/Madrid-in-Verdacht-Pegasus-Spyware-gegen-Kataloniens-Unabhaengigkeitsbewegung-6740901.html
[4] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[5] mailto:mho@heise.de
Copyright © 2022 Heise Medien