Polizei warnt vor professionellen Fake-Shops im Internet
(Bild: Mircea Moira/Shutterstock.com)
In der Weihnachtszeit wird krĂ€ftig online eingekauft. Das machen sich auch BetrĂŒger zunutze. Experten der Polizei warnen gerade jetzt vor deren Maschen.
BetrĂŒgerische Online-Shops werden nach Erfahrung der Polizei immer besser in ihrer Aufmachung. "Wo man vor einigen Jahren Fake-Shops noch schnell erkannt hat, weil sie einfach schlecht aufgemacht waren mit Rechtschreibfehlern oder fehlendem Impressum, sind sie heute wesentlich professioneller", sagt Ulrich Kaiser, PrĂ€ventionsexperte beim PolizeiprĂ€sidium Mittelhessen in GieĂen. Der Warenbetrug fĂŒhrt demnach die Internet-KriminalitĂ€tsstatistik deutlich an. Gerade wenn Kunden wie jetzt in der Vorweihnachtszeit noch mehr online einkaufen als sonst, hĂ€tten auch Internet-BetrĂŒger Konjunktur.
Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden 2018 bundesweit fast 272.000 FÀlle von Internet-Straftaten bekannt. Mehr als ein Drittel davon (35,3 Prozent) entfiel auf den Bereich Warenbetrug. Dazu gehören FÀlle, bei denen die bezahlte Ware nicht geliefert wird oder statt der bestellten QualitÀt Ramschware ankommt. In Hessen wurden im vergangenen Jahr fast 21.300 FÀlle von Online-Warenbetrug registriert.
Erst denken, dann klicken
Kaiser rĂ€t dazu, unbekannte Online-Shops erst einmal zu prĂŒfen und sich beispielsweise auf Bewertungsportalen oder bei Verbraucherzentralen zu informieren, ob andere Kunden schon negative Erfahrungen gemacht haben. "Oftmals sind es Kleinigkeiten, an denen GeschĂ€digte hĂ€tten erkennen können, dass etwas nicht stimmt", sagt der Kriminaloberkommissar. So sollten seriöse Shops beispielsweise immer ein Impressum haben, ĂŒber die Widerrufsbestimmungen und die Versandkosten aufklĂ€ren. Bei allzu gut klingenden SchnĂ€ppchen sei ebenfalls Vorsicht geboten. "Es gibt den Spruch: Erst denken, dann klicken. Wenn man das beachten wĂŒrde, könnte man viel vorbeugen."
Misstrauen sei zudem angebracht, wenn die Ware nur per Vorkasse oder per Bargeld-Transfersysteme bezahlt werden könne. "Normalerweise bieten seriöse Anbieter mehrere Zahlungsvarianten an." Genau prĂŒfen sollte man einen Shop auch, wenn das Geld auf ein Konto mit auslĂ€ndischer IBAN ĂŒberwiesen werden soll. In solchen FĂ€llen sei es richtig schwer, das Geld wiederzubekommen.
AufklĂ€rungsquote liegt bei ĂŒber 90 Prozent
Die AufklÀrungsquote ist laut Polizei aber hoch: Der hessischen Kriminalstatistik zufolge lag diese 2018 [1] im Bereich Waren- und Warenkreditbetrug bei mehr als 90 Prozent. Daher gelte: "Wenn man auf so etwas reingefallen ist, und auch wenn das vielleicht ein bisschen peinlich ist hier und da, bringen Sie es zur Anzeige", betont PrÀventionsexperte Kaiser.
Der Betrug mit "Fake-Shops" nimmt zu. Die Verbraucherschutzminister sehen das Problem in der fehlenden IdentitĂ€tsprĂŒfung bei der de-Domain-Registrierung.
(bme [3])
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[1] https://www.polizei.hessen.de/File/pks-jahrbuch-he-2018_1.pdf
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