Auf dem Kendryte KD233 sitzt der RISC-V-Mikrocontroller Kendryte K210 mit 64-Bit-Technik und KI-Koprozessor vom chinesischen Krypto-Mining-Spezialist Canaan.
Die Auswahl an bezahlbaren RISC-V-Entwicklerboards wächst: Der chinesische Online-Händler AnalogLamb verkauft für 50 US-Dollar die Platine Kendryte KD233 mit dem System-on-Chip (SoC) Kendryte KD210. Letzterer enthält zwei 64-Bit-RISC-V-Kerne (RV64G-IMAC mit FPU), 8 MByte SRAM, einen Neural Network Processor (KPU), Krypto-Beschleuniger für AES128-CBC und SHA256, eine FFT-Einheit, einen Audioprozessor, einen flexiblen I/O-Multiplexer sowie Controller für Schnittstellen wie SPI, I²C und I²S.
Das Kendryte KD233 bringt unter anderem ein Display, eine Kamera und einen SD-Kartenleser mit.
(Bild: Kendryte)
Als Echtzeit-Betriebssystem ist das von Amazon übernommete FreeRTOS [1] vorgesehen. Mehr Arbeitsspeicher als die eingebauten 8 MByte SRAM lässt sich nicht anbinden. Der Kendryte K210 ist vor allem für IoT-Geräte gedacht, die Bild- oder Tonsignale (vor-)verarbeiten: Bis zu acht Mikrofone für ein Mikrofon-Array lassen sich direkt anschließen oder auch eine Kamera. Die digitalisierten Signale lassen sich dann mit den FFT- und KI-Einheiten bearbeiten.
Die AES- und SHA-Einheiten sind vor allem dazu gedacht, verschlüsselte und signierte Firmware auf dem K210 auszuführen.
Offener Kern vom Miner-Entwickler
Kendryte ist eine Sparte der chinesischen Firma Canaan, das 2012/2013 einen der ersten Bitcoin-Mining-ASICs auf den Markt brachte, den Avalon. Canaan plant einen milliardenschweren Börsengang.
Für die beiden RISC-V-Kerne verwendet Kendryte anscheinend das "Rocket"-Design von SiFive, sie sind also mit dem U54 [2] im SiFive Freedom U540 [3] verwandt.
Ob und wann das KD233 auch in Europa bestellbar sein wird, ist offen; AnalogLamb (KD233-Bestellseite [6]) macht dazu keine Angaben.
Auf dem Lichee Tang sitzt ein FPGA-Chip, der einen RISC-V E203 ausführt.
(Bild: Lichee Tang)
RISC-V E203 im FPGA
Die chinesische Firma Lichee Tang [7] wiederum fertigt ein RISC-V-Entwicklerboard auf Basis des ebenfalls chinesischen FPGA-Chips Anlogic EG4S20 [8]. Darin wird der RISC-V-Kern E203 "Hummingbird" implementiert. Das Lichee-Tang-Board taucht bei eBay-Händlern für rund 40 Euro auf.
(ciw [9])
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