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Red Hat steuert Linux zum 100-Dollar-Laptop bei

Andreas Wilkens

Als Kooperationspartner wurde der US-amerikanische Linux-Distributor schon frĂŒher genannt. Nun hat er offiziell bekannt gegeben, ein Betriebssystem fĂŒr das GerĂ€t entwickeln zu wollen.

Der US-amerikanische Linux-Distributor Red Hat [1] hat nun offziell seine Mitarbeit am Projekt One Laptop per Child (OLPC [2]) bekannt gegeben. Er konzentriere sich hauptsĂ€chlich auf die Software und wolle das Betriebssystem fĂŒr die GerĂ€te entwickeln, heißt es heute in einer Mitteilung [3]. Dabei zielt Red Hat auf die Mitwirkung der Open-Source-Gemeinde ab, die sich an Schulungen, Support, der Bereitstellung von Updates, Zertifizierungen und spĂ€ter an der Integration zusĂ€tzlicher Technologie beteiligen solle. Solcherlei hatte der GrĂŒnder und Chef des Media Lab am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Nicolas Negroponte bereits zur Vorstellung des Laptops auf dem Weltgipfel der Informationsgesellschaft im November 2005 in Tunis spekuliert [4].

Genau vor einem Jahr wurde bekannt [5], dass Negroponte zusammen mit AMD die Massenproduktion von billigen, portablen Computern fĂŒr Schulkinder in unterentwickelten LĂ€ndern plant. Seitdem nahm das mittlerweile offiziell von der UN unterstĂŒtzte Projekt [6] Formen an: Im Dezember wurde bekannt [7], dass der taiwanische Notebook-Hersteller Quanta die Produktion des OLPC-GerĂ€ts, das nicht fĂŒr den freien Markt gedacht ist, ĂŒbernehmen soll. Bereits im September tauchte Red Hat als Kooperationspartner des Projekts in den OLPC-Mitteilungen auf, zu denen auch Google, News Corporation und Nortel gehören sollen.

Red Hat hat nach eigenen Angaben erstmals Interesse an dem OLPC-Projekt bekundet, als Negroponte geĂ€ußert habe, dass die Notebooks mit Open-Source-Software laufen sollten. In den vergangenen Tagen kursierten anlĂ€sslich der Vorstellung des Projekts auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos Berichte darĂŒber, dass auch Apple-Chef Steve Jobs und Microsoft-Chef Bill Gates gerne Software fĂŒr die Laptops bereitgestellt hĂ€tten. Inzwischen hat sich in den Köpfen von Microsoft-Verantwortlichen wie dem CTO Craig Mundie laut einem Bericht des International Herald Tribune [8] ohnehin die Idee verfestigt, fĂŒr unterentwickelte LĂ€nder seien Smartphones besser geeignet als Laptops. Diese GerĂ€te könnten an einen Fernseher und eine Tastatur angeschlossen werden und so als vollwertige Computer dienen. (anw [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-170929

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.redhat.com
[2] http://laptop.media.mit.edu/
[3] http://home.businesswire.com/portal/site/google/index.jsp?ndmViewId=news_view&newsId=20060131005159&newsLang=en
[4] https://www.heise.de/news/Negroponte-hofft-auf-Mitarbeit-der-Open-Source-Gemeinde-beim-100-Dollar-Laptop-149129.html
[5] https://www.heise.de/news/Chef-des-MIT-Media-Lab-plant-Billig-Rechner-fuer-arme-Laender-130905.html
[6] https://www.heise.de/news/UN-unterstuetzt-100-Dollar-Laptop-169880.html
[7] https://www.heise.de/news/Quanta-baut-den-100-Dollar-Laptop-157977.html
[8] http://www.iht.com/articles/2006/01/30/business/gates.php
[9] mailto:anw@heise.de