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SAP: Gewinneinbruch wegen Konzernumbaus, Cloud-GeschÀft erfolgreich

Oliver BĂŒnte
SAP: Gewinneinbruch trotz erfolgreichen Cloud-GeschÀfts

(Bild: nitpicker/Shutterstock.com)

Die Umstrukturierung des Unternehmens beschert SAP fĂŒr 2019 ein ordentliches Loch in der Kasse, doch die Cloud-GeschĂ€fte sind weiter im Aufwind.

Der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Softwarekonzern SAP hat fĂŒr das zurĂŒckliegende GeschĂ€ftsjahr 2019 einen Gewinneinbruch um 17 Prozent auf 3,39 Milliarden hinnehmen mĂŒssen. Als Grund fĂŒr den RĂŒckgang nannte der DAX-Konzern Aufwendungen fĂŒr die Restrukturierung des Unternehmens und den damit einhergehenden Stellenabbau mit Abfindungszahlungen. Zudem hat die Übernahme des US-Unternehmens Qualtrics ein großes Loch in die Kasse gerissen. Das teilte SAP am Dienstag in einer Mitteilung fĂŒr das vierte GeschĂ€ftsquartal mit.

Dem Quartalsbericht nach [1] hat SAP fĂŒr das Gesamtjahr ihren Umsatz um 12 Prozent auf rund 27,6 Milliarden Euro steigern können. Nach Bereinigung um Sondereffekte fĂŒr den Konzernumbau [2] und die Acquisition von Qualtrics [3] kletterte der Gewinn um 15 Prozent auf 8,21 Milliarden Euro. Dies entspricht den Erwartungen der Analysten. Luka Mucic, Finanzvorstand von SAP, zeigte sich mit diesem Ergebnis zufrieden: "Das fĂŒnfte Jahr in Folge haben wir unseren Ausblick fĂŒr das Gesamtjahr erreicht. Besonders stolz bin ich auf unseren starken Anstieg der Non-IFRS-Ergebnisse und ­Margen bei einem weiterhin bemerkenswerten Umsatzwachstum. Dieser Erfolg wĂ€re ohne das Engagement, die Innovationskraft und Disziplin unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht möglich gewesen."

Das erzielte Umsatzplus geht vor allem auf das Konto der Cloud-GeschĂ€fte von SAP zurĂŒck. Hier erzielte das Unternehmen eine Steigerung von 39 Prozent auf rund 6,93 Milliarden Euro (IFRS) in 2019. Der Umsatz aus dem Cloud- und SoftwaregeschĂ€ft zusammengenommen liegt bei rund 23 Milliarden Euro, einem Zuwachs von 12 Prozent. Der Umsatz mit Softwarelizenzen sank dabei im Vergleich zu 2018 um etwa 2 Prozent.

Im Ausblick fĂŒr das laufende GeschĂ€ftsjahr 2020 sieht SAP weiterhin ein deutliches Wachstum des Cloud-GeschĂ€fts. In diesem Bereich erwartet SAP eine Wachstumsrate zwischen 24 und 28 Prozent. Als Umsatzziel gibt das Unternehmen zwischen 8,7 Milliarden Euro und 9 Milliarden Euro (Non-IFRS, wĂ€hrungsbereinigt) aus.

FĂŒr die Bereiche Cloud und Software zusammen erwartet der Konzern 25,1 Milliarden Euro, mindestens sollen jedoch 24,7 Milliarden Euro erzielt werden. WĂ€hrungsbereinigt entspricht dies ein Wachstum von zwischen 6 und 8 Prozent im Vergleich zu 2019. FĂŒr den Gewinn peilt SAP eine Wachstumsrate zwischen 8 und 13 Prozent an. Das Betriebsergebnis soll dann zwischen 8,9 Milliarden Euro und 9,3 Milliarden Euro (Non-IFRS, wĂ€hrungsbereinigt) liegen.

Bereits am Montag, noch vor der offiziellen Verlautbarung der GeschÀftszahlen, brach der Aktienkurs von SAP sichtlich ein: Die Aktie war mit 124,54 Euro gestartet, endete zum Tagesschluss lediglich mit 122,46 Euro. (olb [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4646767

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.sap.com/docs/download/investors/2019/sap-2019-q4-mitteilung.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Abfindungsprogramm-kommt-SAP-teurer-als-gedacht-4474028.html
[3] https://www.heise.de/news/SAP-ruestet-sich-mit-teurer-Uebernahme-fuer-Kampf-mit-Salesforce-4218590.html
[4] mailto:olb@heise.de