SambaCry: Erste Angriffe auf Linux-NAS-Boxen gesichtet
(Bild: Loran Kloeze, heise online)
Die HintertĂŒr in der SMB-Umsetzung von Linux-Systemen wird nun missbraucht, um gezielt NAS-GerĂ€te anzugreifen. FĂŒr viele GerĂ€te gibt es nur wenig Hoffnung, dass die Hersteller reagieren.
Die Sicherheitsfirma TrendMicro warnt davor [1], dass Angreifer momentan die SambaCry-LĂŒcke [2] in der SMB-Implementierung von Linux-Systemen (CVE-2017-7494) missbrauchen, um NAS-GerĂ€te anzugreifen. Die ersten Angriffe auf Linux-Rechner mittels dieser HintertĂŒr wurden vor ungefĂ€hr einem Monat [3] bekannt, als Forscher einen Trojaner entdeckten, der Linux-Server angreift, ĂŒbernimmt und sie dann zum SchĂŒrfen der KryptowĂ€hrung Monero missbraucht. Jetzt nutzen die Angreifer offenbar diesen Infektionsweg, um gezielt NAS-GerĂ€te zu kompromittieren.
"It is quite easy to find devices that use Samba in Shodan: searching for port 445 with a âsambaâ string will turn up a viable IP list. An attacker would then simply need to create a tool that can automatically write malicious files to every IP address on the list."
â TrendMicro-Bericht
Was genau die Angreifer mit den erbeuteten NAS-Boxen machen, sagt TrendMicro nicht â es ist aber aller Wahrscheinlichkeit nach nichts gutes. Sie könnten es vor allem auf die auf den GerĂ€ten gespeicherten Daten abgesehen haben. Diese sind ein lohnendes Ziel fĂŒr Spionageangriffe oder Erpressungstrojaner.
Die Hacker scheinen immerhin keine Probleme zu haben, Ziele zu finden. "Es ist recht einfach, GerÀte die Samba benutzen in Shodan zu finden. Ein Angreifer muss dann nur noch ein Tool schreiben, welches bösartige Dateien automatisch auf alle Ziel-IPs von dieser Liste schreibt", erlÀutern die Sicherheitsforscher. Shodan ist eine Suchmaschine, die es erlaubt, öffentlich erreichbare Endpunkte im Netz anhand bestimmter Ports oder Protokolle zu finden.
FĂŒr viele GerĂ€te gibt es wenig Hoffnung
Zwar hat so ziemlich jede Linux-Distribution die SambaCry-LĂŒcke mittlerweile geschlossen, da es sich bei den meisten NAS-GerĂ€ten allerdings um Embedded-Systeme handelt, sind viele von ihnen noch angreifbar. Hier zeigt sich wieder einmal das alte Problem mit dem Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und Herstellern, welche die Firmware auf ihren GerĂ€ten nur sehr langsam und in den meisten FĂ€llen gar nicht aktualisieren. So wie es aussieht wird uns auch die SambaCry-LĂŒcke noch auf Jahre Angriffe bescheren, die diese Schwachstelle missbrauchen. (fab [4])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://blog.trendmicro.com/trendlabs-security-intelligence/linux-users-urged-update-new-threat-exploits-sambacry/
[2] https://www.heise.de/news/SambaCry-Gefaehrliche-Sicherheitsluecke-in-Samba-finden-und-patchen-3726053.html
[3] https://www.heise.de/news/Windows-Trojaner-nutzt-NSA-Hintertuer-um-verdeckt-Kryptowaehrungen-zu-schuerfen-3751247.html
[4] mailto:contact@fab.industries
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