zurück zum Artikel

Sanktionen: Kein Apple Pay und Google Pay mehr mit russischen Bankkarten

Leo Becker
Kontaktlose Zahlung mit Smartphone

(Bild: Shutterstock/Pressmaster)

Bezahlkarten der mit Sanktionen belegten Banken sollen sich nicht lÀnger auf dem Smartphone nutzen lassen. Erste Banking-Apps verschwinden aus dem App Store.

Die Sanktionen gegen russische Banken wirken sich auch auf App-VerfĂŒgbarkeit und Mobile Payment in Russland aus: Die von den Finanzinstituten VTB, Sovcombank, Nowikombank, Promswjasbank und Otkritie ausgegebenen Bezahlkarten lassen sich nicht mehr zu Smartphone-Zahlungen mit Apple Pay und Google Pay verwenden, wie die Zentralbank der Russischen Föderation am Freitag mitteilte. Die Kartenzahlung im Ausland und in auslĂ€ndischen Online-Stores, deren Zahlungsdienstleister in einem Land sitzt, das die Sanktionen unterstĂŒtzt, sei ebenfalls nicht lĂ€nger möglich.

Zugleich betonte die russische Zentralbank [1], dass sich die Karten der Banken innerhalb Russlands weiter uneingeschrĂ€nkt nutzen lassen, das schließe auch kontaktlose Zahlungen ein. Bankkunden könnten jederzeit auf ihre Bankeinlagen zugreifen.

Parallel sind offensichtlich erste Banking-Apps entfernt worden: Mehrere Apps der Promswjasbank lassen sich etwa nicht lÀnger im App Store finden und so auch nicht mehr neu auf iPhones installieren. Berichten zufolge funktionieren die Apps aber weiter, wenn sie zuvor bereits installiert wurden.

Die Sanktionen gegen russische Banken sind Teil eines Maßnahmenpaketes von USA und Europa in Reaktion auf Russland Angriff auf die Ukraine. Geplant sind auch weitreichende ExportbeschrĂ€nkungen fĂŒr Elektronik und Computer. Welche EinschrĂ€nkungen Apple und Google rund um ihre Smartphone-Plattformen und Dienste fĂŒr den russischen Markt planen, bleibt vorerst offen. Apple-Chef Tim Cook Ă€ußerte sich auf Twitter besorgt [2] ĂŒber "die Situation in der Ukraine". Man wolle alles fĂŒr die Teams vor Ort tun und humanitĂ€re Hilfsmaßnahmen unterstĂŒtzen. Weitere Details und Schritte nannte der Konzern bislang nicht.

Apple hatte die Schwarzmeer-Halbinsel Krim 2019 in seinem Kartendienst – bei Zugriff aus Russland – plötzlich als russisches Staatsgebiet ausgewiesen. Der Schritt wurde von Europaabgeordneten damals scharf kritisiert: Es sei "verstörend", dass Konzerne wie Apple gewillt seien, "die internationale Rechtsordnung zu untergraben", um ihr VerhĂ€ltnis mit Russland beizubehalten [3], hieß es in einem Schreiben. Die Krim wurde in Apple Maps beim Zugriff aus anderen LĂ€ndern zu diesem Zeitpunkt als "Autonome Republik Krim" aufgefĂŒhrt, inzwischen wird sie wieder der Ukraine zugeordnet.

Mehr von Mac & i Mehr von Mac & i [4]

(lbe [5])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-6526817

Links in diesem Artikel:
[1] https://cbr.ru/press/event/?id=12720
[2] https://twitter.com/tim_cook/status/1497004932364341266
[3] https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Europaabgeordnete-Apple-untergraebt-Voelkerrecht-mit-russischer-Krim-4609170.html
[4] https://www.heise.de/mac-and-i
[5] mailto:lbe@heise.de