Ukraine-Krieg: NASA plant aktuell keinen ISS-Betrieb ohne Russland
(Bild: NASA)
Der Betrieb der Internationalen Raumstation lÀuft trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine und trotz der Sanktionen ohne BeeintrÀchtigungen weiter.
Trotz der Sanktionen gegen Russland kooperiert die US-Weltraumagentur NASA weiter mit ihrem russischen Pendant beim Betrieb der Internationalen Raumstation ISS. "Die Teams reden weiterhin miteinander, wir trainieren weiterhin zusammen und wir arbeiten weiter zusammen", sagte Kathy Lueders laut CNBC. Sie ist bei der NASA fĂŒr die bemannte Raumfahrt zustĂ€ndig und sollte eigentlich Fragen zur anstehenden Mission Axiom 1 beantworten, der ersten privaten Mission zur ISS. Der Ukraine-Krieg ĂŒberschattete aber auch diesen Termin, vor allem, nachdem der Chef der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos wĂŒst vor den Folgen gewarnt hatte, sollte die ISS-Kooperation beendet werden. Es wĂ€re sehr schwierig, die Station ohne Russland zu betreiben, gestand Lueders jetzt ein.
Keine PlÀne, Russland zu ersetzen
Aktuell gebe es keine PlĂ€ne, Russlands Rolle beim Betrieb der Internationalen Raumstation zu ersetzen, versicherte Lueders dem Bericht zufolge. Gleichzeitig versicherte sie aber auch, dass die NASA kontinuierlich daran arbeite, die eigenen FĂ€higkeiten an der Station zu verbessern. So hat erst vor wenigen Tagen eine Cygnus-Raumkapsel des US-Herstellers Northrop Grumman an der ISS angedockt [1], die ein Korrekturmanöver ausfĂŒhren soll. Bislang konnte die Umlaufbahn der Station nur von Triebwerken am russischen Segment korrigiert werden, weswegen Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin davor gewarnt hatte, dass die ISS ohne russische Kooperation abstĂŒrzen wĂŒrde. Auch die Starliner-Kapsel von Boeing könnte das aber kĂŒnftig ĂŒbernehmen, schreibt ArsTechnica [2].
GegenwĂ€rtig besteht die Crew der ISS aus zwei russischen Kosmonauten, drei US-Astronauten, einer US-Astronautin und dem Deutschen Matthias Maurer. Der US-Amerikaner Mark Vande Hei ist mit einer russischen Sojus-Kapsel dorthin geflogen, auf die er fĂŒr seine RĂŒckkehr ebenfalls angewiesen ist. Lueders versicherte nun, dass die Kooperation wertvoll und ein Wert an sich ist. Es sei gerade auch deshalb solch ein "erstaunliches Programm", weil es ein internationales Projekt mit den beschriebenen AbhĂ€ngigkeiten sei. Die Station sei ein Platz, an dem wir im Weltraum friedlich zusammen leben und arbeiten, sagte sie demnach. Sollte die Kooperation wegen geopolitischer Spannungen enden, wĂ€re das ein trauriger Tag.
Kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine hatte Rogosin auf Twitter vor einem Ende der Kooperation gewarnt [3]. FĂŒr gröĂere Korrekturen des Orbits sei die Station auf das russische Segment angewiesen, andernfalls könnte die 500 Tonnen wiegende Station ĂŒber den Vereinigten Staaten, Europa, China oder Indien abstĂŒrzen. WĂ€hrend die NASA nun beruhigt, ist die die Kooperation zwischen Russland und westlichen LĂ€ndern in verschiedenen Bereichen der Raumfahrt inzwischen beendet worden [4]. Die EuropĂ€ische Weltraumagentur ESA teilte am Montag mit [5], dass man sich vor allem in Bezug auf den Betrieb der ISS mit den Partnern wie der NASA abstimme.
(mho [7])
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[1] https://www.heise.de/news/Mit-Wuermern-an-Bord-Cygnus-Frachter-zur-ISS-gestartet-5061256.html
[2] https://arstechnica.com/science/2022/02/despite-tensions-nasa-spaceflight-chief-urges-us-russia-cooperation-in-space/
[3] https://www.heise.de/news/Sanktionen-gegen-russische-Raumfahrt-Roskosmos-Chef-warnt-vor-ISS-Absturz-6525977.html
[4] https://www.heise.de/news/Sanktionen-gegen-russische-Raumfahrt-Roskosmos-beendet-Mitarbeit-in-Kourou-6527218.html
[5] https://www.esa.int/Newsroom/Press_Releases/ESA_statement_regarding_cooperation_with_Russia_following_a_meeting_with_Member_States_on_28_February_2022
[6] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[7] mailto:mho@heise.de
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