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Sony prĂŒft Vorschlag zur Zerschlagung

Als der US-Investor Daniel Loeb die Zerschlagung von Sony forderte, wiegelte der Konzern zunĂ€chst ab. Jetzt wird der Vorschlag zumindest geprĂŒft. Ein schnelles Ergebnis ist aber nicht zu erwarten.

Sony [1] prĂŒft die Forderung des US-Investors Daniel Loeb, den Elektronik-Riesen zu zerschlagen. Einen Zeitplan fĂŒr eine Entscheidung gebe es nicht, betonte Konzernchef Kazuo Hirai am Mittwoch in Tokio. Die PrĂŒfung könne sich ĂŒber einen Monat hinziehen, berichtete [2] die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Der MilliardĂ€r Loeb beziehungsweise sein Hedgefons Third Point will, dass Sony das Film- und MusikgeschĂ€ft abtrennt und bis zu ein FĂŒnftel davon an die Börse bringt. Mit den Einnahmen soll die seit Jahren schwĂ€chelnde Elektronik-Sparte auf Vordermann gebracht werden.

Unmittelbar nach Loebs Vorstoß vergangene Woche hatte Sony zunĂ€chst erklĂ€rt, das UnterhaltungsgeschĂ€ft sei wichtig fĂŒr Sonys Wachstum und stehe "nicht zum Verkauf". Allerdings hatte sich Hirai zwischenzeitlich mit dem US-Investor getroffen. Loeb sieht sich als grĂ¶ĂŸter EinzelaktionĂ€r von Sony. Sein Hedgefonds sammelte nach bisherigen Informationen einen Anteil von 6,5 Prozent an. Loeb ist als aggressiver kritischer AktionĂ€r bekannt und hatte bereits den Internet-Konzern Yahoo in die Knie gezwungen.

In dem am Mittwoch veröffentlichten strategischen Ausblick [3] bekrĂ€ftigte Hirai aber weiterhin sein Konzept "One Sony": Die verschiedenen Bereiche des Konzerns sollen endlich zusammenspielen. Sony mit seiner Vielfalt aus Wohnzimmer-Elektronik, Spielekonsolen, Handys und Inhalten wurde eine SchlĂŒsselposition in der digitalen Entertainment-Zukunft zugetraut. Unter anderem wegen interner GrabenkĂ€mpfe fiel der Konzern jedoch hinter Rivalen wie Apple und Samsung zurĂŒck. Hirai will nun die Wende schaffen. Im gerade abgeschlossenen GeschĂ€ftsjahr brachte er Sony schon einmal wie versprochen in die schwarzen Zahlen [4] – allerdings vor allem dank VerkĂ€ufen von Immobilien und Beteiligungen sowie dem Yen-Kurs.

Die Herausforderungen bleiben groß: Im Strategie-Update kappte Sony das Gewinnziel fĂŒr die wichtige Spielesparte mit der Playstation. Bei einem erwarteten Umsatz von einer Billion Yen (7,6 Milliarden Euro) sei im kommenden GeschĂ€ftsjahr nur eine operative Gewinnmarge von 2 Prozent zu erwarten. Eigentlich hatte sich Sony fĂŒr das im MĂ€rz 2015 endende Jahr eine Marge von acht Prozent fĂŒr die Sparte vorgenommen.

Sony hatte im Februar die nĂ€chste Konsole Playstation 4 angekĂŒndigt [5], die Ende des Jahres in den Handel kommen soll. Am Dienstag stellte Rivale Microsoft ausfĂŒhrlich seine neue Xbox One vor [6], die ebenfalls zum WeihnachtsgeschĂ€ft erwartet wird. Mit ihrem Unterhaltungs-Angebot und einer verbesserten Kinect-Bewegungssteuerung wird sie sofort als harter Konkurrent fĂŒr die neue Playstation 3 gesehen. Im vergangenen GeschĂ€ftsjahr war der Sony-Umsatz im SpielegeschĂ€ft um ĂŒber zwölf Prozent auf 707 Milliarden Yen gesunken. Der operative Gewinn schmolz auf 1,7 Milliarden Yen (13 Millionen Euro) zusammen. (anw [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1867433

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.sony.net
[2] http://www.bloomberg.com/news/2013-05-21/sony-jumps-on-report-company-weighs-entertainment-spinoff.html
[3] http://www.sony.net/SonyInfo/News/Press/201305/13-065E/index.html
[4] https://www.heise.de/news/Sony-mit-erstem-Jahresgewinn-seit-2008-1860044.html
[5] https://www.heise.de/news/Playstation-4-Sony-feilt-an-technischen-Details-und-Release-Termin-1808896.html
[6] https://www.heise.de/news/Eine-fuer-alles-Microsoft-stellt-Xbox-One-vor-1867019.html
[7] mailto:anw@heise.de