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Stromerzeugung in Europa: Wind und Sonne erstmals vor Gas und Kohle

Andreas Wilkens

Anteil Erneuerbarer sowie fossiler EnergietrÀger am EU-Strommix.

(Bild: Ember, Agora Energiewende)

Die Wind- und Solarstromerzeugung habe sich seit 2015 verdoppelt, haben Thinktanks ermittelt. WĂ€hrenddessen hat sich Kohleverstromung halbiert.

In der EuropÀischen Union wurden im vergangenen Jahr 38 Prozent des Stroms aus Wind- und Solaranlagen sowie Wasserkraft und Biomasse erzeugt, Kohle und Erdgas machten 37 Prozent des Strommixes aus. Damit wurde in der EU erstmals in einem Jahr mehr Strom mit Erneuerbaren Energien erzeugt als mit fossilen EnergietrÀgern. Das ergab eine Analyse der Thinktanks Ember und Agora Energiewende. Deutschland hat demnach den dritthöchsten Anteil Erneuerbarer Energien in der EuropÀischen Union.

Die Wind- und Solarstromerzeugung habe sich seit 2015 verdoppelt, geht es der Analyse hervor. WĂ€hrenddessen hat sich Kohleverstromung halbiert, allein im Jahr 2020 sank sie um ein FĂŒnftel und machten einen Anteil von 15 Prozent der Stromerzeugung aus. Die Stromerzeugung aus Erdgas sank 2020 hingegen um 4 Prozent. Hintergrund sei der deutlich gestiegene Preis fĂŒr Emissionszertifikate, wodurch vergleichsweise klimafreundliche Gaskraftwerke den billigsten Strom unter den fossilen Kraftwerken produziert hĂ€tten, interpretieren Agora und Ember die Zahlen. [1] .

Der Anteil des EU-Stroms aus Wind- und Solarenergieanlagen betrug 2020 rund 25 Prozent. Die höchsten Anteile an Wind- und Solarenergieanlagen hatte 2020 in der EU DĂ€nemark mit 61 Prozent. Darauf folgen Irland mit 35 Prozent, Deutschland mit 33 Prozent und Spanien mit 29 Prozent. Der Anteil der Atomkraft ging in der EU seit dem Jahr 2000 bis 2020 von 33 auf 25 Prozent zurĂŒck.

Im Corona-Jahr 2020 sank die europĂ€ische Stromnachfrage um 4 Prozent und erreichte im April wĂ€hrend der ersten Covid-19-Welle einen Tiefstand. Der Zuwachs bei den Erneuerbaren Energien war trotz der Pandemie robust; ein weiterer RĂŒckgang bei den fossilen Energien sei durch den Anstieg der Stromnachfrage spĂ€ter im Jahr sowie eine unterdurchschnittliche Erzeugung von Atomstrom gebremst worden.

Der Zuwachs von Strom aus Wind- und Solarenergie liege mit 51 Terawattstunden im Jahr 2020 ĂŒber dem durchschnittlichen Wachstum der vergangenen zehn Jahre mit im Mittel 38 Terawattstunden, heißt es in der Analyse. "Um die fĂŒr die KlimaneutralitĂ€t erforderlichen 100 Terawattstunden jĂ€hrlichen Zubaus zu erreichen, ist jedoch eine Verdoppelung des Niveaus von 2020 notwendig", erlĂ€uterte Agora-Direltor Dr. Patrick Graichen. Die aktuellen Nationalen Energie- und KlimaplĂ€ne (NECP) der EU-Mitgliedsstaaten wĂŒrden diesen Wert bis 2030 aber nur auf 75 Terawattstunden pro Jahr erhöhen.

FĂŒr 2000 bis 2018 stammen die fĂŒr die Analyse verwendeten Daten vom Statistischen Amt der EU (Eurostat). FĂŒr die vergangenen zwei Jahre wurden die bisherigen VerĂ€nderungen gegenĂŒber dem Vorjahr auf Grundlage monatlich kuratierter Daten von Ember aus den Zahlen von Übertragungsnetzbetreibern abgeschĂ€tzt.

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(anw [3])


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