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Swisscom schreibt Milliardenbetrag auf Fastweb ab

Tom Sperlich

Die Entwicklung der italienischen Wirtschaft trifft den Schweizer Netzbetreiber empflindlich: Abschreibungen auf die Tochter Fastweb werden das Ergebnis mit fast einer Milliarde belasten.

Die schwierige Wirtschaftslage in Italien sowie die steigenden Zinsen verdĂŒstern den Ausblick der italienischen Swisscom-Tochter Fastweb [1]. Die Muttergesellschaft muss nun einen Milliardenbetrag auf den Wert der Tochter abschreiben: 2007 hatte Swisscom Italiens fĂŒhrenden Provider fĂŒr 4,6 Milliarden Euro ĂŒbernommen [2]. Wie die Swisscom am Mittwoch mitteilte [3], mussten die Schweizer eine Wertberichtigung vornehmen und fĂŒhren die Beteiligung nun mit einem Nettobuchwert von 2,9 Milliarden Euro.

Die Abschreibung wird den Reingewinn von Swisscom im Jahresabschluss fĂŒr 2011 um 1,2 Milliarden Franken (970 Millionen Euro) reduzieren, heißt es weiter. Angesichts der schlechten GeschĂ€fte bei Fastweb plant Swisscom nun Kosten einzusparen. In den nĂ€chsten zwei Jahren soll das MailĂ€nder Unternehmen 120 Millionen Euro einsparen. Dazu sollen auch ArbeitsplĂ€tze abgebaut werden. "

"Der Kaufpreis fĂŒr Fastweb im Jahr 2007 war aus damaliger Sicht angemessen", betont das Unternehmen. Doch Swisscom-Chef Carsten Schloter rĂ€umte ein, dass man Fastweb kein SchnĂ€ppchen war: "Wir haben aus heutiger Sicht mit Wissen um die Wirtschaftskrise eindeutig zu viel bezahlt". Allerdings habe sich der Gang der italienischen Wirtschaft seitdem stark verschlechtert. Hohe Staatsverschuldung, schwaches Wirtschaftswachstum, steigende Arbeitslosigkeit und politische Unsicherheit in Italien seien Risikofaktoren, die den Unternehmenswert beeintrĂ€chtigt hĂ€tten. (vbr [4])


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https://www.heise.de/-1395787

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[1] http://www.fastweb.it
[2] https://www.heise.de/news/Fastweb-Aktionaere-akzeptieren-uebernahmeangebot-von-Swisscom-179042.html
[3] http://www.swisscom.ch/de/ghq/media/mediareleases/2011/12/20111214_MM_Wertberichtigung_Fastweb.html
[4] mailto:vbr@heise.de