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Tauschbörsen-Anbieter zockt Nutzer ab

Urs Mansmann

Mit der Drohung, Kundendaten an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben, versucht der Tauschbörsenanbieter Fastload.tv seinen Kunden rund 350 Euro abzuknöpfen.

Kunden des im slowakischen Bratislava ansÀssigen Betreibers Oxyron s.r.o., die dessen Tauschbörsen-Angebot Fastload.tv nutzen, erhalten nach einem Bericht [1] des Nachrichtenportals Netzwelt.de Rechnungen. Darin gibt der Betreiber vor, dass gegen den Accountinhaber eine "Ermittlungsanfrage der Generalstaatsanwaltschaft in einem Strafverfahren" vorliege, das von der GVU initiiert worden sei. Oxyron sei nicht auskunftspflichtig, man schÀtze und achte die AnonymitÀt seiner User.

Allerdings will man sich diese WertschĂ€tzung und Achtung vergolden lassen: Rund 350 Euro fĂŒr Rechtsberatungs- und Übersetzungskosten möge der Kunde springen lassen und außerdem eine UnterlassungserklĂ€rung unterzeichnen, damit man die Daten nicht weitergebe. "Sofern Sie dieser Aufforderung nachkommen, bleibt dieser einmalige Rechtsverstoß fĂŒr Sie ohne Konsequenzen." Anderenfalls berechne die GVU bereits bei wenigen Mediendateien 5000 Euro.

Die Betreiber von Oxyron könnten indes selbst Besuch von der Staatsanwaltschaft bekommen. Das Schreiben, mit dem der Kunde zur Zahlung gedrĂ€ngt wird, erfĂŒllt nach Ansicht von befragten Juristen möglicherweise selbst den Straftatbestand des Betrugs und der Nötigung, eventuell sogar der Erpressung. Betroffene sollten keinesfalls zahlen, die UnterlassungserklĂ€rung nicht abgeben und einen Anwalt konsultieren, raten sie unisono. (uma [2])


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https://www.heise.de/-182967

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.netzwelt.de/news/78085-fastloadtv-filesharing-anbieter-versucht-kunden-zu.html
[2] mailto:uma@ct.de