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TeamViewer: Hohe Nachfrage beflĂŒgelt Umsatzerwartungen

Oliver BĂŒnte

(Bild: II.studio/Shutterstock.com)

TeamViewer hat nach vorlÀufigen Zahlen ein starkes viertes Quartal und mit 455,6 Millionen Euro einen ordentlichen Gesamtjahresumsatz hingelegt.

Das Softwareunternehmen TeamViewer hat ein starkes viertes Quartal mit einer Umsatzsteigerung von 13 Prozent auf 121 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr hingelegt. Auch im gesamten GeschĂ€ftsjahr sieht es mit 455,6 Millionen Euro Umsatz und einer Steigerung um 17 Prozent gegenĂŒber 2019 recht rosig fĂŒr das Unternehmen mit Sitz in Göppingen aus, wie der vorlĂ€ufige GeschĂ€ftsbericht von Dienstag ausweist. Das beflĂŒgelt auch die Erwartungen fĂŒr die UmsĂ€tze in den nĂ€chsten Jahren: Bis 2023 will man den nun in 2020 erzielten Rekord bei den Billings von 460,3 Millionen Euro auf ĂŒber eine Milliarde Euro steigern.

Um 44 Prozent sind die Billings bei TeamViewer gegenĂŒber 2019 wĂ€hrungsbereinigt angestiegen. Das starke vierte Quartal habe dazu beigetragen, 2020 als Rekordjahr abzuschließen, sagte TeamViewer-CFO Stefan Gaiser. Geholfen habe dabei in Q4 das Großkundensegment, das weiter krĂ€ftig angewachsen sei, wie aus dem vorlĂ€ufigen GeschĂ€ftsbericht hervorgeht [1]. TeamViewer verweist in diesem Zusammenhang auf Siemens Healthineers, die mit TeamViewer-Software aus der Ferne weltweit auf mehrere zehntausend bildgebende und labordiagnostische GerĂ€te in Kliniken zugreifen können. Außerdem setze die Molkerei-Automatisierungsfirma TeamViewer Tensor ein, um in ĂŒber 45 LĂ€ndern Agrarbetriebe per Fernwartung zu unterstĂŒtzen und darĂŒber Fehler bei landwirtschaftlichen GerĂ€ten zu beheben.

Die Anzahl der Kunden mit einem jĂ€hrlichen Auftragswert von mehr als 10.000 Euro habe sich 2020 auf 1885 fast verdreifacht. Ende 2019 lag die Zahl noch bei 698. Um dies zu erreichen, hat TeamViewer nach eigenen Angaben den Vertrieb deutlich ausgebaut – fĂŒr Großkunden wie auch fĂŒr kleinere und mittlere Unternehmen. So seien die Billings im Enterprise-Bereich auf 53 Millionen Euro um 204 Prozent angewachsen. Die Zahl der gesamten Abonnenten haben sich dem GeschĂ€ftsbericht nach binnen Jahresfrist von 464.000 auf 584.000 erhöht. Die 2018 erfolgte Umstellung auf ein Abo-Modell (Software-as-a-Service, SaaS) spielt TeamViewer offenbar in die Karten und sorgt fĂŒr sprudelnde UmsĂ€tze.

In den vergangenen Jahren habe man viel investiert und hĂ€tte stark expandiert. Das hĂ€tte sich 2020 ausgezahlt. Die Region AMERICAS hat das höchste Wachstum erzielt, die EMEA-Region blieb mit einem "ausgewogenen Wachstum" die grĂ¶ĂŸte der drei Regionen. Hier boomte das Großkunden-GeschĂ€ft besonders stark im vierten Quartal. Auch die APAC-Region mit den WachstumsmĂ€rkten Japan (+102 Prozent) und Indien (+60 Prozent) haben zu dem erfolgreichen Quartal beigetragen.

Nach den vorlĂ€ufigen, ungeprĂŒften Zahlen bleiben in Q4 von 121 Millionen Euro Umsatz 38,3 Millionen Euro als operativer Gewinn ĂŒbrig. Im Gesamtjahr betrĂ€gt das EBIT 164 Millionen Euro bei 455,6 Millionen Euro Umsatz.

Entsprechend zuversichtlich blickt TeamViewer auf 2021. Das Wachstum soll aufgrund der anhaltenden Digitalisierung getrieben durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie fortschreiten. Beim Billing geht TeamViewer von einem Wachstum wĂ€hrungsbereinigt zwischen 29 Prozent und 33 Prozent aus – also zwischen 585 Millionen Euro und 605 Millionen Euro.

Trotz der guten Zahlen ließ der Aktienkurs am Dienstagmorgen um 2,68 Prozent nach. Ein Wertpapier ist nun 44,65 Euro wert.

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(olb [3])


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[1] https://ir.teamviewer.com/download/companies/teamviewer/Quarterly%20Reports/20210209_TeamViewerQ4_FY_2020PreliminaryUnauditedResults_DE.pdf
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