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TeleprÀsenz-Roboter mit teilautonomer Steuerung

Sascha Mattke
TeleprÀsenz-Roboter mit teilautonomer Steuerung

Über eine Reihe von EEG-Sensoren lĂ€sst sich der TeleprĂ€senz-Roboter steuern, indem sich der Nutzer Bewegungen mit seinen FĂŒĂŸen oder HĂ€nden vorstellt.

Wer sich nicht bewegen kann, ist vielleicht froh, wenn er einen Roboter losschicken kann, um etwas nachzusehen oder mit anderen zu kommunizieren. Mit einem neuen Steuerungskonzept soll das einfacher werden.

Ein neues Steuerungskonzept könnte Menschen mit schweren motorischen EinschrĂ€nkungen mehr UnabhĂ€ngigkeit geben: Italienische und Schweizer Forscher haben einen experimentellen TeleprĂ€senz-Roboter entwickelt, der zum Teil von eigenen Algorithmen gesteuert wird und zum Teil von Gedanken des Nutzers. Über ein Headset, das Gehirnwellen detektiert, lĂ€sst der Nutzer den Roboter wissen, wohin er sich bewegen soll. Um Details wie das Vermeiden von Hindernissen und das Bestimmen der besten Route kĂŒmmert sich die Maschine dann selbst, berichtet Technology Review.

Im Wesentlichen handelt es sich bei dem Roboter um ein auf einem Rollgestell befestigtes Laptop. Der Nutzer sieht sein Umfeld ĂŒber die Webcam des GerĂ€ts und kann ĂŒber Skype mit anderen Menschen kommunizieren. Um den Roboter zu steuern, trĂ€gt er eine Kappe mit einer Reihe von EEG-Sensoren und stellt sich Bewegungen mit seinen FĂŒĂŸen oder HĂ€nden vor. Jede Bewegung entspricht einem anderen Kommando, also etwa vorwĂ€rts, rĂŒckwĂ€rts, links oder rechts. Software ĂŒbersetzt die unterschiedlichen Anweisungen in Aktionen fĂŒr den Roboter.

Getestet haben die Forscher ihren Roboter, indem sie ihn von Menschen mit und ohne Behinderung durch mehrere RĂ€ume voller Hindernisse navigieren ließen. Beide Gruppen legten den Kurs in Ă€hnlichen Zeiten zurĂŒck, und zwar mit weniger einzelnen Anweisungen und schneller als bei einer Komplettsteuerung. Bei den nicht-behinderten Teilnehmern wurde auch getestet, wie schnell sie den Roboter ohne jedes Autonomie-Element mit der Hand steuern konnten. Wie sich zeigte, ging das nur wenig schneller als die Steuerung mit gemeinsamer Kontrolle und Hirn-Computer-Schnittstelle.

(sma [1])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3039696

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[1] mailto:s.mattke@gmail.com