Teradata Universe: Antworten statt Analytics
Laut Teradata produzieren viele Analytics-Projekte hohe Kosten, aber wenig Erkenntnisse. Die Vantage-Plattform soll Abhilfe schaffen.
Das auf KI und Analytics spezialisierte Unternehmen Teradata hat auf seiner diesjĂ€hrigen Hausmesse Teradata Universe in Las Vegas sein eigenes GeschĂ€ftsmodell infrage gestellt. âHört endlich auf, in Analytics zu investieren â investiert in Antwortenâ, rief COO Oliver Ratzesberger den rund 3000 Teilnehmern in seiner Eröffnungsrede zu.
(Bild:Â Harald Weiss)
Laut Ratzesberger haben vor allem viele GroĂunternehmen in den vergangenen Jahren Milliarden in Analytics investiert, die aber auĂer Kosten nichts produziert hĂ€tten. âAnalytics gelten bei vielen Top-Managern als eine Silberkugel, mit der sich alle Probleme abschieĂen lassen, doch dem ist leider nicht soâ, erlĂ€uterte Ratzesberger seine provokante These. Konkrete Beispiele wollte er allerdings nicht nennen: âZum einen will kein Unternehmer solche Fehlinvestitionen öffentlich eingestehen, zum anderen handelt es sich bei den Projekten meist um AktivitĂ€ten, mit denen sich die Firma von der Konkurrenz abheben will â und auch darĂŒber möchte niemand lautet redenâ, gibt er als Grund an.
In einer anschlieĂenden Pressekonferenz wurde Ratzesberger dann etwas prĂ€ziser: âViele CIOs sagen, dass sie weit ĂŒber 1000 Cluster haben und dass sie Vertica, Hana, Greenplum und Hadoop nutzen, doch damit wĂŒrden keine Ergebnisse produziert.â Ein Grund dafĂŒr sei auch die sich rasant Ă€ndernde Angebotslandschaft. âIBM hat soeben Netezza âde-releasedâ, Vertica wurde zum zweiten Mal hintereinander verkauft, Greenplum ist jetzt Open Source und Hadoop wird ĂŒber kurz oder lang wieder verschwindenâ, lautet seine Prognose. Hierzu verweist er auf die geplante Fusion der Hadoop-Spezialisten Hortonworks und Cloudera [1]: âFĂŒr mich ein klares Zeichen, dass Hadoop am Ende istâ, lautet seine EinschĂ€tzung.
Doch ein Top-Manager prĂ€sentiert nicht derartige Probleme, wenn er nicht die tieferen Ursachen kennt und eine passende Lösung parat hĂ€lt. FĂŒr Ratzesberger ist die Wurzel des Ăbels eine extrem heterogene Datenlandschaft mit vielen Silos, die kaum oder gar nicht zielgerichtet ausgewertet werden können. âUm relevante Antworten auf die akuten Business-Probleme zu erhalten, muss man zuerst bei den DatenbestĂ€nden Ordnung schaffen â wir haben hierzu das passende Know-how und die erforderlichen Werkzeugeâ. KernstĂŒck des Teradata-Angebots ist die Datenplattform Vantage, praktisch die Nachfolge-Strategie von Teradatas Everywhere, das vor zwei Jahren gelauncht wurde.
In Vantage hat Teradata viele Werkzeuge, Technologien und Anwendungen zusammengefasst, die das Auswerten von groĂen heterogenen DatenbestĂ€nden erleichtern sollen. KernstĂŒck ist Teradatas relationale Datenbank sowie ein Objekt-Speichersystem, die beide ĂŒber einen Highspeed-Bus verbunden sind. Hinzu kommen die Aster Graph-Datenbank und eine Machine-Learning-Engine. FĂŒr diese Systeme arbeitet man an der UnterstĂŒtzung von SQL, R, Phyton und JavaScript. Auch eigene und fremde Analytics-Tools sollen unterstĂŒtzt werden, hierzu gehören unter anderem Jupyter, R Studio und SAS. Vantages Objekt-Storage unterstĂŒtzt semi-strukturierte und unstrukturierte Daten und es lĂ€sst sich mit Amazons S3 und Microsofts Azure BLOB verbinden. Die Zentralisierung aller Analyse-Funktionen unter dem Teradata-Schirm wĂŒrde laut Ratzesberger zwar âdie Freiheitsgrade verringern â aber eben auch die KomplexitĂ€tâ. (odi [2])
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[2] mailto:odi@ix.de
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