Trumps Justizminister-Kandidat unterstĂŒtzt Russland-Sonderermittlungen Muellers
US-PrÀsident Trump sieht die Ermittlungen zu Russlands PrÀsidentschaftswahlbeeinflussung als "Hexenjagd". Sein designierter Justizminister will AufklÀrung.
Der Kandidat von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr das Amt des Justizministers, William Barr, will nach seinen Worten keinen Einfluss auf die Russland-Ermittlungen des FBI ausĂŒben. "Unter meiner Aufsicht wird Bob (FBI-Sonderermittler Robert Mueller) erlaubt werden, seine Arbeit zu Ende zu fĂŒhren", schrieb Barr in einem vorbereiteten Statement fĂŒr seine Anhörung im Senat an diesem Dienstag, das der Sender CNN veröffentlichte.
Der Senat muss Barr noch im Amt bestÀtigen [1]. Der Kandidat machte auch deutlich, dass er einen Abschlussbericht Muellers nicht unter Verschluss halten wolle.
"Ich glaube, dass es sehr wichtig fĂŒr die Ăffentlichkeit und den Kongress ist, dass sie ĂŒber die Ergebnisse der Arbeit des Sonderermittlers informiert werden", schrieb Barr [2]. "Wenn ich bestĂ€tigt werde, werde ich nicht erlauben, dass Parteipolitik, persönliche Interessen oder irgendwelche anderen ungebĂŒhrlichen Ăberlegungen diese oder andere Untersuchungen beeintrĂ€chtigen."
"Hexenjagd"
Mueller untersucht, ob es im PrĂ€sidentschaftswahlkampf 2016 zu geheimen Absprachen mit dem Trump-Lager und Vertretern Russlands kam [3]. Trump dementiert das und nennt die Ermittlungen eine "Hexenjagd". Der bisherige Justizminister Jeff Sessions musste im November nach monatelanger Kritik des PrĂ€sidenten gehen. Der Grund fĂŒr Trumps Unzufriedenheit lag unter anderem darin, dass Sessions sich in den Mueller-Ermittlungen fĂŒr befangen erklĂ€rt und die Aufsicht darĂŒber an seinen Stellvertreter Rod Rosenstein ĂŒbergeben hatte.
Barr hat sich in der Vergangenheit kritisch zu Muellers Untersuchung geĂ€uĂert. In dem vorbereiteten Statement schrieb er nun, mit seiner Kritik habe er nie Muellers Ermittlungen an sich in Frage gestellt. Es sei im besten Interesse des PrĂ€sidenten, des Kongresses und des amerikanischen Volkes, dass die Angelegenheit aufgeklĂ€rt werde, indem Mueller seine Arbeit fertigstelle. Barr war bereits Anfang der 1990er Jahre Justizminister unter PrĂ€sident George H. W. Bush.
Empfohlener redaktioneller Inhalt
Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes Video (TargetVideo GmbH) geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (TargetVideo GmbH) ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unserer DatenschutzerklĂ€rung [4].
(olb [5])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4274826
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/tp/article/USA-Vizejustizminister-Rod-Rosenstein-will-angeblich-ebenfalls-zuruecktreten-4270863.html
[2] https://edition.cnn.com/2019/01/14/politics/read-william-barr-senate-testimony/index.html
[3] https://www.heise.de/news/Anklage-des-US-Sonderermittlers-Im-Internet-weiss-niemand-dass-du-Russe-bist-3972468.html
[4] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[5] mailto:olb@heise.de
Copyright © 2019 Heise Medien