US-Geheimdienste suchen nach dem Ursprung des Coronavirus
(Bild: WHO)
Nach wie vor ist nicht geklĂ€rt, wo SARS-CoV-2 seinen Ausgang nahm. US-PrĂ€sident Joe Biden will in 90 Tagen mehr darĂŒber Bericht erstattet bekommen.
US-PrĂ€sident Joe Biden hat den Geheimdiensten seines Landes 90 Tage Zeit gegeben, nach dem Ursprung des Coronavirus (SARS-CoV-2) zu forschen. Danach sollen sie ihm Bericht erstatten, heiĂt es in einer ErklĂ€rung des WeiĂen Hauses.
Bereits Anfang 2020 habe er die US-Gesundheitsbehörde CDC aufgefordert, in China nach dem Virus zu forschen, um es besser bekĂ€mpfen zu können, erklĂ€rte Biden [1]. Das sei versĂ€umt worden. Kurz nach seinem Amtsantritt im Januar dieses Jahres habe er die nationalen Sicherheitsberater zu einer Analyse der UrsprĂŒnge des Virus aufgefordert. Dabei sei es unter anderem um die Frage gegangen, ob das Virus von einem Tier auf einen Menschen ĂŒbergegangen oder einem Labor entkommen sei.
Anfang Mai habe er einen Bericht dazu erhalten, darin sei von "zwei wahrscheinlichen Szenarien" die Rede, aber noch kein letztgĂŒltiger Schluss, dafĂŒr lĂ€gen noch nicht ausreichend Informationen vor. Nun sollen die Geheimdienste ihre Anstrengungen verstĂ€rken und auch "Fragen zu China" klĂ€ren. Die USA wollten dabei mit anderen LĂ€ndern zusammenarbeiten, China zu vollstĂ€ndiger, transparenter, evidenzbasierter Untersuchung teilzunehmen anhalten und Zugang zu allen relevanten Daten und Beweisen zu ermöglichen.
WHO-Experten in Wuhan
Das Coronavirus hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile fast 3,5 Millionen Menschen getötet. Die Uni Seattle geht nach ihrem Berechnungsmodell von 7,5 Millionen Toten aus [2]. Der Ursprung des Virus ist immer noch rĂ€tselhaft. Vor kurzem unterstĂŒtzten 18 prominente Biologen â darunter der weltweit fĂŒhrende Coronavirus-Forscher â die Forderung nach einer neuen Untersuchung aller möglichen UrsprĂŒnge des Virus [3]. Chinas Laboratorien und Behörden mĂŒssten "ihre Unterlagen fĂŒr unabhĂ€ngige Analysen öffnen".
Im Januar und Februar dieses Jahres hatte ein Team aus 17 chinesischen und 17 internationalen Experten im chinesischen Wuhan eine gemeinsame umfangreiche Studie zum Ursprung des Coronavirus durchgefĂŒhrt. Laut WHO-Bericht [4] (PDF) dazu ergaben sich Hinweise, dass die Pandemie von dort ausging, aber nicht unbedingt vom dortigen Nassmarkt Huanan. Der Ausbruch könne im Zeitraum zwischen Ende September und Anfang Dezember 2019 geschehen sein. Ein möglicher bis wahrscheinlicher Weg sei dabei die direkte Ăbertragung von einem Tier auf einen Menschen gewesen, ebenso durch Produkte in der KĂŒhlkette bis zu dem Nassmarkt, sehr wahrscheinlich die Ăbertragung ĂŒber einen Zwischenwirt. Als Ă€uĂerst unwahrscheinlich stuften die Experten einen "Laborvorfall" ein.
(anw [6])
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[1] https://www.whitehouse.gov/briefing-room/statements-releases/2021/05/26/statement-by-president-joe-biden-on-the-investigation-into-the-origins-of-covid-19/
[2] https://www.heise.de/news/Uni-Washington-Zahl-der-Covid-19-Toten-viel-hoeher-als-von-der-WHO-angegeben-6041210.html
[3] https://www.heise.de/hintergrund/Spitzenforscher-fordern-echte-Untersuchung-des-Ursprungs-von-COVID-19-6046278.html
[4] https://www.heise.de/downloads/18/3/1/1/1/9/4/7/Final-joint-report_origins-studies-6-April-201.pdf
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
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