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Unreal gegen Nreal: Epic Games verklagt Hersteller von AR-Brillen

Daniel Herbig

(Bild: Nreal)

Epic Games hat in South Carolina Klage gegen den chinesischen Hersteller der Nreal-AR-Brillen eingerecht. Es geht um einen Namensdisput.

Epic Games verklagt einen Hersteller von AR-Brillen: Das beklagte Unternehmen heißt Shenzhen Tairuo Technology und tritt unter dem Namen Nreal auf. Das Unternehmen entwickelt die AR-Brille Nreal Light, die mittlerweile auch in Deutschland erhĂ€ltlich ist. Epic wirft dem Unternehmen vor, seine Namensrechte an "Unreal" zu verletzen. Die Klage ging in der vergangenen Woche bei einem Gerichtshof in South Carolina ein.

Unreal ist eine Marke von Epic Games, die heute vor allem fĂŒr den Spielebaukasten Unreal Engine verwendet wird. Nreal wolle von der PopularitĂ€t dieser Marke profitieren, wirft Epic dem chinesischen Unternehemen in der Klageschrift [1] vor. Die Unreal Engine gehört zu den meistgenutzten Spiele-Engines und ist aufgrund aufwendig gestalteter Demo-Videos [2] nicht nur bei Entwickler-Teams, sondern auch bei Spielerinnen und Spielern bekannt.

Es sei kein Zufall, dass Nreal seine AR-Brille nach der fĂŒhrenden Spieleengine benannt hat, schreibt Epic darin. Die Einsatzfelder der Unreal Engine und der Nreal-Headsets betreffen laut Epics Argumentation beide interaktive, dreidimensionale Inhalte. Das chinesische Unternehmen wolle Nutzerinnen und Nutzer absichtlich verwirren und verletze dabei bestehende Markenrechte, argumentiert Epic Games. Die Spielefirma fordert finanzielle EntschĂ€digung von Nreal. Außerdem soll das Unternehmen einen Markenrechtsantrag auf den Namen Nreal zurĂŒckziehen.

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Epic hatte bereits 2019 gegen Nreal Beschwerde beim US Patent and Trademark Office eingereicht, GesprĂ€che zwischen den beiden Unternehmen scheiterten laut Epic allerdings – das sei der Anlass fĂŒr die nun eingereichte Klage. Die AR-Brille Nreal Light ist beispielsweise in Japan bereits erhĂ€ltlich, sie steht nun auch vor einem Marktstart in den USA. Auch in Deutschland ist die Nreal Light bereits erhĂ€ltlich: Die Deutsche Telekom verlangt 800 Euro fĂŒr das AR-Headset. Das angebotene Modell funktioniert allerdings ausschließlich mit dem 1150 Euro teuren Find X3 Pro von Oppo.

Der Hersteller bezeichnet die Nreal Light als "Mixed Reality": Gemeint ist dabei eine vergleichsweise komplexe Version der Augmented Reality, bei der die Umgebung erfasst wird, um computergenerierte Bilder möglichst passend ins Sichtfeld des TrĂ€gers einzublenden. Die Nreal Light hat drei Kameras zur Umgebungserkennung eingebaut, dazu kommen zwei Lautsprecher und Mikrofone fĂŒr die Sprachsteuerung. Die Inhalte werden mit einer Auflösung von 1080p pro Auge in den Brillendisplays eingeblendet.

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(dahe [5])


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https://www.heise.de/-6048162

Links in diesem Artikel:
[1] https://storage.courtlistener.com/recap/gov.uscourts.nced.187547/gov.uscourts.nced.187547.1.0.pdf
[2] https://www.heise.de/news/Unreal-Engine-5-Epic-Games-zeigt-beeindruckende-Demo-auf-Playstation-5-4720832.html
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