zurück zum Artikel

Vielleicht kauft China doch Nvidias H200-Chips

Daniel AJ Sokolov
Unbeschriftete Tasten einer Tastatur; eine zeigt die Flagge der USA, die andere der Volksrepublik China, die ĂŒbrigens sind einfĂ€rbig hellgrau

(Bild: Weitwinkel/Shutterstock.com)

ZunÀchst untersagte Trump den Verkauf von KI-Chips, dann China den Import. Jetzt gibt es chinesische Genehmigungen, aber mit Auflagen. Bestellungen gibts keine.

Die Lieferung zweitklassiger KI-Chips an die Volksrepublik China ist nach wie vor in Schwebe. ZunÀchst galt ein Verbot des US-PrÀsidenten, vorgeblich wegen GefÀhrdung der Nationalen Sicherheit der USA. Nach der Aufweichung des Verkaufsverbots [1] verbat sich die chinesische Regierung die Einfuhr zweitklassiger Chips wie Nvidias H200. Jetzt hat Peking den Konzernen Alibaba, Bytedance und Tencent die Einfuhr von insgesamt mehr als 400.000 H200-Chips gestattet. Doch sind damit Auflagen verbunden, die noch unklar sind.

Dies berichtet Reuters [2] unter Berufung auf mehrere Eingeweihte. Weitere chinesische Firmen haben demnach Einfuhrgenehmigungen beantragt. Die behördlichen Auflagen seien aber noch in Ausarbeitung. Eine weitere Quelle hat Reuters jedoch gesagt, dass die Auflagen Pekings zu restriktiv seien. Dies sei der Grund, weshalb die drei erfolgreichen Genehmigungswerber bislang gar keine Prozessoren fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz bestellt hĂ€tten.

Klar ist, dass Peking die Einfuhr auslĂ€ndischer KI-Chips zweiter Klasse eigentlich nicht genehm [3] ist. Behördenvertreter haben Unternehmen angewiesen, sie nur unter speziellen UmstĂ€nden zu nutzen, beispielsweise fĂŒr Forschung an UniversitĂ€ten. Sowohl potenzielle VerkĂ€ufer wie AMD und Nvidia, als auch deren prospektive Kunden warten mit Spannung auf die Bedingungen fĂŒr die Einfuhrerlaubnis fĂŒr kommerziellen Bedarf. Im Vorfeld wurde erörtert, chinesische KĂ€ufer dazu anzuhalten, fĂŒr jeden importierten KI-Chip eine gewisse Menge in China produzierter Chips zu erwerben.

Das spiegelt eine Auflage der US-Verkaufsgenehmigungen wider. Nicht nur mĂŒssen 25 Prozent des Umsatzes als Strafsteuer bezahlt werden, es muss auch pro nach China exportiertem Chip mindestens ein solcher Chip an einen Abnehmer im Inland gehen. Außerdem sind nur bestimmte chinesische KĂ€ufer zulĂ€ssig, was ĂŒberprĂŒft werden muss. Der Verkauf der besseren Nvidia-Chips der Blackwell-Serie (GB100, GB102, GB200) ist nach wie vor tabu [4].

Melden Sie sich zum KI-Update an Melden Sie sich zum KI-Update an [5]

(ds [6])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11157817

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Trump-erlaubt-Nvidia-Verkauf-zweitklassiger-KI-Chips-an-China-11107667.html
[2] https://www.reuters.com/world/china/china-gives-green-light-importing-first-batch-nvidias-h200-ai-chips-sources-say-2026-01-28/
[3] https://www.heise.de/news/USA-erlauben-Export-aber-China-laesst-zweiklassigen-KI-Chips-nicht-rein-11141479.html
[4] https://www.heise.de/news/Trump-Nvidias-leistungsfaehigster-KI-Chip-Blackwell-nur-fuer-die-USA-11005660.html
[5] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[6] mailto:ds@heise.de