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Von Filmkopierern, organisiertem Verbrechen und Terroristen

Benjamin Benz

Eine Studie des Forschungs Instituts RAND versucht ZusammenhÀnge zwischen dem organisierten Verbrechen, Urherberrechtsverletzungen und Terrorismus herzustellen.

Eine Studie des Forschungsinstituts RAND [1] versucht ZusammenhĂ€nge zwischen dem organisierten Verbrechen, Urherberrechtsverletzungen und Terrorismus herzustellen. In dem 182-seitigen Dokument mit dem reißerischen Titel "Film Piracy, Organized Crime, and Terrorism" [2] Ă€ußern die Autoren die Vermutung, dass Terroristen sich auch ĂŒber Filmpiraterie finanzieren könnten. Schon der Vorspann greift vage und spekulative Formulierungen ĂŒber "kriminelle und vielleicht terroristische Gruppen" auf.

Nachdem die ersten Kapitel definieren, was man eigentlich unter Terrorismus, organisiertem Verbrechen und "Film Piracy" im einzelnen zu verstehen habe, folgen Fallstudien in denen es um Überschneidungen der beiden PhĂ€nomene geht. ZusammenhĂ€nge zwischen kommerziellen Raubkopierern und dem organisierten Verbrechen sollen 14 Fallstudien aus Nordamerika, Großbritanien, China, Italien, Hong Kong und anderen Gebieten belegen. In ganzen drei FĂ€llen gelingt es den Autoren zu belegen, dass dabei erwirtschaftete Gelder auch an Gruppen gelangt sind, die im Verdacht stehen, an terroristischen AktivitĂ€ten beteiligt zu sein. Sie kommen zu dem Schluss, dass es am Ende ziemlich auf dasselbe hinauslaufe, ob es bei illegalen Filmkopien um Profit oder Terrorismus gehe: Im Endeffekt dienen Raubkopien dazu kriminelle Organisationen zu finanzieren. So seien Raubkopien nicht nur eine Gefahr fĂŒr die Medienindustrie, sondern auch fĂŒr die öffentliche und nationale Sicherheit.

Zu guter Letzt schlagen die Autoren in einem FĂŒnf-Punkte-Plan unter anderem vor, dass sich internationale Gremien wie die G8-Versammlung des Themas Raubkopien stĂ€rker annehmen sollten, der Begriff "organisierte KriminalitĂ€t" auch auf Raubkopien im großen Stil erweitert werden mĂŒsse und die Strafverfolgung grenzĂŒberschreitend erfolgen darf. Ein Problem seien auch die leichten Strafen fĂŒr Raubkopierer.

Finanziert hat diese Studie die Motion Picture Association (MPAA [3]), wobei die Autoren betonen, dass sie deshalb nicht "notwendigerweise" auch deren Meinung wiedergeben wĂŒrden. Man habe sich sogar MĂŒhe gegeben, diese Rahmenbedingungen zu beachten. (bbe [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-204797

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.rand.org
[2] http://www.rand.org/pubs/monographs/2009/RAND_MG742.pdf
[3] http://www.mpaa.org/
[4] mailto:bbe@ct.de