Vorsicht Hochspannung! Einfacher Sperrwandler als Bausatz
(Bild: WikimediaImages, CC0)
In der Make 6/2017 beschreiben wir den Bau eines Hochspannungsgenerators mit Teilen aus der Restekiste. Mit einem Bausatz aus China kann man sofort loslegen und mit kurzen Funkenstrecken experimentieren.
In der Make 6/17 zeigen wir den Bau eines Cockcroft-Walton-Generators, um 23.000 Volt zu erzeugen. Mit einem Inverswandler (engl.: inverting Buck-Boost Converter) kann man ebenfalls aus einer kleinen Gleichspannung eine Hochspannung erzeugen.
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Im Internet gibt es genĂŒgend Angebote unter der etwas kruden Bezeichnung "Inverter Boost High Voltage Generator" fĂŒr weniger als 3 Euro als Bausatz. Dabei handelt es sich aber um einen Sperrwandler (engl.: Flyback converter), da ein Transformator anstatt einer einzelnen Spule wie beim Buck-Boost Converter genutzt wird. Einen haben wir aufgebaut und getestet.
Wie immer bei chinesischen BilligbausĂ€tzen fehlt jegliche Dokumentation. Der Aufbau ist sehr einfach. Lediglich bei den DrĂ€hten fĂŒr den mitgelieferten Transformator muss man etwas aufpassen. Es gibt jeweils zwei dĂŒnne und zwei dickere KupferlackdrĂ€hte. Die Enden sind zuerst einmal vom Lack zu befreien (mit heiĂem Lötkolben bei 450 °C abschmelzen). AnschlieĂend sind die DrĂ€hte wie im folgenden Foto zu sehen einzulöten:
Die zwei Kabel der SekundĂ€rseite des Trafos lötet man an eine Stiftleiste. Wichtig ist, dass Sie eine Dreier-Leiste benutzen, bei der der mittlere Stift entfernt wird. Werden die Kabel an zwei nebeneinander liegende Stifte gelötet, bildet sich die Funkenstrecke an den Lötstellen. ZusĂ€tzlich kann etwas Schrumpfschlauch zu Isolierung genutzt werden. Alternativ hat sich auch eine LĂŒsterklemme bewĂ€hrt.
Der Leistungstransistor wird mit der blanken FlĂ€che auf den KĂŒhlkörper geschraubt. Ein Batteriehalter fehlt. Entweder man verwendet drei 1,5-V-Batterien oder ein einfaches Netzteil mit etwa 4 V. Soll die Schaltung an höheren Spannungen betrieben werden, ist der Widerstand auf ca. 1-2 kΩ zu vergröĂern. FĂŒr einen lĂ€ngeren Betrieb muss der Trafo mit Epoxydharz vergossen werden.
Das Funktionsprinzip ist recht einfach: Wird der Schalter geschlossen, induziert der Strom ein magnetisches Feld in L1 und der Transistor wird durchgesteuert. Daraufhin flieĂt der Strom durch L2 und das Feld in L1 bricht zusammen. Der Transistor wird an seiner Basis nicht mehr durchgesteuert und der Ablauf beginnt von vorne. Dadurch wird die Gleichspannung zerhackt und in der SekundĂ€rseite wird eine Spannung erzeugt, die aufgrund des WicklungsverhĂ€ltnisses zwischen SekundĂ€r- und PrimĂ€rseite (wenige Wicklungen zu vielen) deutlich höher ist als auf der PrimĂ€rseite.
Punkt A im Schaltplan: gelbe Linie/Kanal 1. Punkt B: blaue Linie/Kanal 2.
Man beachte die unterschiedlichen MaĂstĂ€be fĂŒr die Spannung.
(fls [2])
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