Wasserreichtum des Exoplaneten Gliese 1214 b bestÀtigt
Vier Jahre nach seiner Entdeckung legen neue Forschungen nahe, dass die AtmosphĂ€re des Exoplaneten Gliese 1214 b tatsĂ€chlich wasserreich ist. EndgĂŒltig festlegen wollen sich die Astronomen zwar nicht, aber sie bestĂ€tigen damit frĂŒhere Analysen.
Japanische Astronomen haben bestĂ€tigt [1], dass der Exoplanet Gliese 1214 b (GJ 1214 b) wahrscheinlich eine wasserreiche AtmosphĂ€re hat. Das haben sie mit Instrumenten des Subaru-Teleskops auf Hawaii festgestellt, teilten die Forscher mit. Die aktuellen Ergebnisse [2] könnten demnach entweder eine nicht sehr ausgedehnte, wasserreiche oder eine ausgedehnte, aber wolkenreiche wasserstoffreiche AtmosphĂ€re erklĂ€ren. Angesichts frĂŒherer Untersuchungen sei es sehr wahrscheinlich, dass es auf der 40 Lichtjahre entfernen Supererde viel Wasser gebe.
(Bild:Â NAOJ)
Die Wissenschaftler haben demnach Variationen in den WellenlĂ€ngen des Lichts untersucht, das uns von dem Stern Gliese 1214 erreicht, wĂ€hrend der Exoplanet GJ 1214 b vor ihm vorĂŒber zieht. Dabei sei festgestellt worden, dass dessen HĂŒlle keine starke sogenannte Rayleigh-Streuung auslöst, wie sie bei einer ausgedehnten wasserstoff-dominierten AtmosphĂ€re auftritt. Auch wenn das in Verbindung mit den Ă€lteren Untersuchungen eine wasserreiche AtmosphĂ€re nahelege, könne eine wasserstoffreiche AtmosphĂ€re noch nicht ausgeschlossen werden. Weitere Beobachtungen in der nahen Zukunft sollen die Schlussfolgerungen aber untermauern.
Gliese 1214 b war 2009 entdeckt worden; bereits damals bezeichneten [3] es Astronomen als wahrscheinlich, dass auf dem Exoplaneten viel Wasser vorhanden sei. Da er aber nur rund 2 Millionen Kilometer von seinem Stern entfernt ist, sei zu erwarten, dass es auf der OberflĂ€che rund 200 Grad Celsius heiĂ ist. Viel zu heiĂ fĂŒr flĂŒssiges Wasser und Ă€uĂerst unwirtlich fĂŒr uns bekannte Arten von Leben. AuĂerdem habe alles darauf hingedeutet, dass die AtmosphĂ€re von Gliese 1214 b rund 200 Kilometer dick ist. Bei der darunter herrschenden Dunkelheit und dem hohen Druck sei es sehr unwahrscheinlich, dass dort erdĂ€hnliches Leben entstanden sei. Die Bedingungen seien aber hochinteressant, weil sich dort hochkomplexe chemische Reaktionen abspielen können.
Gliese 1214b (0 Bilder) [4]
Bei Supererden handelt es sich den Astronomen zufolge um Exoplaneten, deren Masse und ihr Radius gröĂer als die der Erde sind, aber kleiner als bei den Eisriesen wie etwa Uranus und Neptun. Noch sei aber nicht klar, ob es sich dabei eher um groĂe erdĂ€hnliche Planeten oder kleine uranusĂ€hnliche Planeten handelt. Wenn deren Aufbau bekannt sei, sei ihre Entstehungsgeschichte genauer nachvollziehbar, denn eigentlich komme Wassereis vor allem in den Ă€uĂeren Regionen eines Sonnensystems vor. Gliese 1214 b könnte dort entstanden, aber dann nach innen "gewandert" sein. (mho [6])
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[1] http://www.naoj.org/Pressrelease/2013/09/03/index.html
[2] http://iopscience.iop.org/0004-637X/773/2/144
[3] http://www.eso.org/public/germany/news/eso0950/
[4] https://www.heise.de/bilderstrecke/1072095.html?back=1949732;back=1949732
[5] https://www.heise.de/bilderstrecke/1072095.html?back=1949732;back=1949732
[6] mailto:mho@heise.de
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