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Weihnachten ist wie gemacht fĂŒr den Online-Handel

Amazon Logistik-Zentrum

Der Weihnachtsmarkt in Madgeburg

(Bild: ZeitfixiererCC BY-SA 2.0)

Trotz der bunten WeihnachtsmÀrkte: Der Online-Handel wird auch in diesem Jahr im WeihnachtsgeschÀft den klassischen HÀndlern Marktanteile abnehmen. Die Internet-Anbieter machen inzwischen ein Viertel ihrer UmsÀtze im November und Dezember.

Bunte Schaufenster voller Waren, Lichterketten und WeihnachtsmĂ€rkte: Zur Adventszeit putzen sich die deutschen Einkaufsstraßen in diesen Tagen heraus wie sonst nie im Jahr. Den Kauflustigen soll ein Erlebnis geboten werden, das sie den Online-Handel vergessen lĂ€sst. Doch ob das gelingt, darf bezweifelt werden. Experten gehen davon aus, dass die WeihnachtsumsĂ€tze im Internet-Handel in diesem Jahr um 12 Prozent steigen werden, die im stationĂ€ren Handel dagegen gerade einmal um 1 Prozent.

Von den gut 91 Milliarden Euro, die 2016 im WeihnachtsgeschĂ€ft ausgegeben werden [1], dĂŒrften nach SchĂ€tzungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) ĂŒber 12 Milliarden Euro in den Kassen der Online-Anbieter landen. Das bedeutet: Sie werden den klassischen HĂ€ndlern voraussichtlich weitere Marktanteile abnehmen.

TatsĂ€chlich ist Weihnachten wie gemacht fĂŒr den Online-Handel. Denn unter dem Weihnachtsbaum liegen neben Bargeld und Einkaufsgutscheinen vor allem PrĂ€sente, die ohnehin ĂŒberdurchschnittlich oft im Netz gekauft werden: BĂŒcher, DVDs, CDs, Unterhaltungselektronik oder Spielzeug.

Nach HDE-Angaben macht der Online-Handel inzwischen gut ein Viertel seiner JahresumsĂ€tze im November und Dezember. Zum Vergleich: Beim stationĂ€ren Handel entfallen auf diese Monate weniger als ein FĂŒnftel des GesamtgeschĂ€fts [2]. Und die Online-Anbieter tun ihr Möglichstes, um die Kaufbereitschaft der Kunden vor dem Fest weiter anzuheizen. Etwa mit dem "Black Friday", dem "Schwarzen Freitag" in dieser Woche, an dem wieder zahlreiche Internet-HĂ€ndler mit Sonderangeboten auf Kundenfang gehen und den Startschuss zur heißen Phase des WeihnachtsgeschĂ€fts geben.

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(Bild: Ey)

Und dennoch: Chancenlos sind die traditionellen HĂ€ndler in den FußgĂ€ngerzonen und Einkaufsstraßen nicht gegenĂŒber Amazon, Zalando und Co. Denn sieben von zehn BundesbĂŒrgern kaufen nach einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung EY ihre Weihnachtsgeschenke nach wie vor lieber bei einem Einkaufsbummel in der festlich geschmĂŒckten Innenstadt als beim OnlinehĂ€ndler. Nur jeder Zehnte bevorzugt dafĂŒr das Internet.

In der Vorweihnachtszeit könne der stationĂ€re Handel mit Emotionen und weihnachtlicher AtmosphĂ€re punkten, betont EY-Handelsexperte Thomas Harms [3]. "Dann genießen die Kunden das festliche Ambiente geschmĂŒckter HĂ€user und den anschließenden Bummel ĂŒber den Weihnachtsmarkt." GeschĂ€tzt werde von vielen auch die Möglichkeit, sich beim Bummel noch Inspirationen fĂŒr Geschenkideen zu holen – und nicht zuletzt die persönliche Beratung in den FachgeschĂ€ften [4].

FĂŒr den Einkauf im Netz sprechen in den Augen der Kunden dagegen eher rationale Argumente wie der Preis, die grĂ¶ĂŸere Auswahl und die Bequemlichkeit [5]. Dies kommt offenbar besonders den BedĂŒrfnissen kaufkrĂ€ftiger Kunden entgegen: Je höher das Einkommen, desto höher ist der Umfrage zufolge auch die Bereitschaft, Weihnachtsgeschenke online einzukaufen. Die Internet-HĂ€ndler bereiten sich jedenfalls auf einen Kundenansturm vor. Allein Amazon suchte in diesem Jahr fĂŒr das WeihnachtsgeschĂ€ft mehr als 13.000 SaisonarbeitskrĂ€fte [6].

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(kbe [8])


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[1] http://www.hde.de/index.php/presse/aktuellemeldungen/item/127044-handel-erwartet-rekord-weihnachtsgesch%C3%A4ft
[2] https://www.heise.de/news/Bei-der-Elektroschrott-Rueckgabe-im-Handel-hakt-es-noch-3304591.html
[3] http://www.ey.com/de/de/newsroom/news-releases/ey-20161023-deutsche-wollen-mehr-geld-fuer-weihnachtsgeschenke-ausgeben
[4] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-Beratung-im-Einzelhandel-wird-vollkommen-ueberbewertet-3356167.html
[5] https://www.heise.de/news/Lieferroboter-und-Paketdrohnen-Die-schoene-neue-Zustellwelt-3287196.html
[6] https://www.heise.de/news/Amazon-sucht-13-000-Saisonarbeiter-fuer-das-Weihnachtsgeschaeft-3296766.html
[7] https://www.heise.de/news/Statistisch-gesehen-So-stemmt-Amazon-das-Weihnachtsgeschaeft-3303416.html
[8] mailto:kbe@heise.de