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Weitere Bluetooth-Handys gegen Hacker-Angriffe anfÀllig

Dusan Zivadinovic

Der IT-Security-Dienstleister Integralis meldet SicherheitslĂŒcken in 13 weiteren, teilweise verbreiteten Handy-Modellen.

Der IT-Security-Dienstleister Integralis [1] hat in einer Neuauflage weitere 23 Bluetooth-Handys auf SicherheitslĂŒcken untersucht und 13 Modelle mit Schwachstellen identifiziert. Dabei sind zum Teil aktuelle Modelle der Hersteller Nokia, Panasonic, Siemens und Sony Ericsson. Bereits im MĂ€rz [2] hatte Integralis eine gravierende Schwachstelle bei gĂ€ngigen Bluetooth-Handys von Nokia und Sony Ericsson gemeldet.

Hacker benötigen fĂŒr Angriffe lediglich einen Laptop oder einen PDA mit Linux-Betriebssystem auf denen die speziellen Tools ausgefĂŒhrt werden -- und natĂŒrlich ausreichend Zeit, in der der Funkkontakt besteht. Vier GerĂ€te sind gegen die sogenannte Chaos-Attacke anfĂ€llig, bei der Hacker via Laptop oder PDA betroffene Handys unbemerkt zu Anrufen veranlassen können -- fĂŒr manchen Betreiber von kostenpflichtigen 0190-Nummern vermutlich lukrativ. Zudem lassen sich GesprĂ€che unterbrechen, SMS-Nachrichten lesen sowie im Namen des Nutzers verschicken. Ferner lassen sich AdressbĂŒcher und Terminkalender lesen und ĂŒberschreiben sowie gefĂ€lschte Daten sowohl im Handy-Speicher als auch auf der SIM-Karte speichern. Gegen diese schĂ€rfste Form der Bluetooth-Attacken sind Nokia 6310i mit Firmware-Version 5.50 und 5.51, Nokia 6650 mit Firmware 13.89, Sony Ericsson T68i (Firmware R2B025) sowie Sony Ericsson T610 (Firmware R1A081) anfĂ€llig.

BlueSnarf-Angriffe sind gegen sechs Modelle von Nokia und Sony Ericsson möglich. Dabei lassen sich Handy-Daten wie Adressverzeichnisse, Kalender, Uhrzeit, Visitenkarte oder auch Indentity Codes manipulieren, ohne dass das Handy die Aktionen anzeigt. FĂŒr derartige Angriffe sind Nokia 6310 (4.10), Nokia 6310i (4.07, 5.50 und 5.51), Sony Ericsson T68i (R2B025), Sony Ericsson T610 (R1A081), Sony Ericsson T630 (R4C003) und Sony Ericsson Z600 (R2E004) anfĂ€llig.

Auf Denial-of-Service-Angriffe reagieren sechs Handys allergisch, nĂ€mlich die Nokia-Modelle 6230 (3.14), 6810 (3.30), 6820 (3.19) und 7600 (V 3.01) sowie Siemens S55 (00.2563, Variant A 100; 16., Variant A 110) und Panasonic X70 (EFFCGAX70A18-18, LPA-00038, GCP1X70302). Denial-of-Service-Angriffe blockieren die betroffenen Handys, sodass sie neu starten mĂŒssen. Beim Nokia 6230 lassen sich so sogar GesprĂ€che unterbrechen.

Die Angriffe via Bluetooth sind je nach GerĂ€t, respektive seiner Funkklasse, prinzipiell in einem Umkreis zwischen 10 und maximal 100 Metern möglich. Da die weitaus meisten Handys zur Funkklasse 3 gehören, mĂŒssen sich Hacker mindestens im Umkreis von 10 Metern aufhalten -- und genĂŒgend Zeit fĂŒr die Angriffe bekommen. Es ist zwar zu erwarten, dass die Hersteller ihre anscheinend schlampigen Bluetooth-Implementationen mit neuen Firmware-Versionen nachbessern wollen, doch noch ist offen, wann und wie diese erhĂ€ltlich werden. Bis dahin muss man sich mit privaten Schutzmaßnahmen behelfen, also die Bluetooth-Sichtbarkeit des Handys fĂŒr andere Gegenstellen abschalten. So wird es viel aufwĂ€ndiger, die fĂŒr die Attacken essentielle Bluetooth-Adresse des Opfer-GerĂ€tes zu ermitteln. Die GerĂ€te, die bereits mit dem Handy gekoppelt sind, brauchen die Sichtbarkeit nicht, und fĂŒr die Verbindung mit neuen GerĂ€ten sollte man die Sichtbarkeit nur vorĂŒbergehend einschalten. Den besten, aber fĂŒr Bluetooth-verwöhnte Nutzer auch unbequemsten Schutz hat man natĂŒrlich, wenn man die Funktechnik einfach abschaltet. (dz [3])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-98407

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.integralis.de/
[2] https://www.heise.de/news/Bluetooth-Handys-ferngesteuert-96207.html
[3] mailto:dz@ct.de