zurück zum Artikel

WhatsApp bei Lehrern: Kultusministerkonferenz sieht Probleme bei Datenschutz

WhatsApp bei Lehrern: Kultusministerkonferenz sieht datenschutzrechtliche Probleme

Die Kultusministerkonferenz hĂ€lt den Einsatz von WhatsApp zur Schul-Kommunikation fĂŒr datenschutzrechtlich bedenklich.

Bei der Kommunikation von Lehrern ĂŒber WhatsApp sieht der PrĂ€sident der Kultusministerkonferenz (KMK) viele datenschutzrechtliche Fragen. Über Messenger-Dienste wie WhatsApp dĂŒrften keine personenbezogenen Daten ausgetauscht werden, betonte der KMK-PrĂ€sident, Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU), gegenĂŒber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das gelte insbesondere fĂŒr sensible Daten wie Krankmeldungen. "Aber auch Daten und Informationen, die unterrichts- und notenrelevant sein könnten, dĂŒrfen nicht ausgetauscht werden. Zu diesen Daten zĂ€hlen auch Benotungen oder Hinweise zu Hausaufgaben."

Die WhatsApp-Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern fĂ€llt in Deutschland offensichtlich hĂ€ufig in eine Grauzone [1]. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben hatte, untersagen manche BundeslĂ€nder den LehrkrĂ€ften, dienstliche Nachrichten ĂŒber den Messenger-Dienst auszutauschen. Es gibt allerdings keine einheitliche Linie. Niedersachsen zum Beispiel lotet Möglichkeiten aus, eine Kommunikation ĂŒber einen alternativen Kurznachrichtendienst zu ermöglichen, der den Anforderungen des Datenschutzes gerecht wird [2].

Lorz sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "In einem föderalen System können gewisse Sachverhalte durchaus unterschiedlich geregelt werden." Maßgeblich seien die jeweiligen Regelungen in den LĂ€ndern.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach von "Wildwuchs". "FĂŒr die Ausstattung der Schulen sind bisher die Kommunen zustĂ€ndig, die Gesetzgebung liegt bei den Landesregierungen", sagte Ilka Hoffmann, die den GEW-Vorstandsbereich Schule leitet, den Funke-Zeitungen. "Wenn man alle an einem Runden Tisch zusammenbringt, könnte man sich mit Themen wie einer adĂ€quaten Beratung fĂŒr Cybermobbing oder eben fĂŒr Datenschutz beschĂ€ftigen und gemeinsam Lösungen erarbeiten."

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmung wird hier ein externes Video (TargetVideo GmbH) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (TargetVideo GmbH) ĂŒbermittelt werden. Mehr dazu in unserer DatenschutzerklĂ€rung [3].

Der Deutsche Lehrerverband fordert hingegen die Einrichtung von Elternportalen. Dort finde die Kommunikation unter Aufsicht der Schulen in einem passwortgeschĂŒtzten Bereich statt, erklĂ€rte der PrĂ€sident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger. "Da wĂ€ren eigentlich die BundeslĂ€nder in der Pflicht. Aber genauso wie bei landesweiten Lernplattformen und Schoolclouds hinken sie auch da hinterher." (olb [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-4312184

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/WhatsApp-Messengernutzung-zwischen-Lehrern-und-Eltern-ist-eine-Grauzone-4311168.html
[2] https://www.heise.de/news/Datenschutzbeauftragter-warnt-vor-WhatsApp-Co-an-Schulen-3704816.html
[3] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
[4] mailto:olb@heise.de