Wieder Datenleck bei Hotelkette Marriott: Firmen- und Kundendaten kompromittiert
(Bild: JARIRIYAWAT/Shutterstock.com)
Social Engineering in einem US-Flughafenhotel ermöglicht Zugriff auf 20 GByte Daten, einschlieĂlich Kreditkarten. Ein Erpressungsversuch war erfolglos.
Die US-amerikanische Hotelkette Marriott hat ein neues Datenleck bestÀtigt. Kriminelle behaupten, sie hÀtten Zugriff auf 20 GByte Daten erlangt, die vertrauliche GeschÀftsunterlagen und Zahlungsinformationen von Kunden umfassen. Diese stammen vom "BWI Airport Marriott", einem Flughafenhotel in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland.
Nach Informationen von DataBreaches.net [1] haben Kriminelle bereits im Juni per Social Engineering Zugriff auf einen Hotelcomputer und angeschlossene Server erhalten. So konnten sie unter anderem Kreditkarteninformationen von Marriott-Kunden abgreifen.
Lösegeld nicht gezahlt
Auf Anfrage von TechCrunch [2] bestÀtigte eine Sprecherin des Hotelkonzerns den Angriff. Ein Mitarbeiter des Flughafenhotels ist demnach Social Engineering zum Opfer gefallen und hat einer externen Person Zugriff auf einen Hotelcomputer ermöglicht. ZunÀchst hÀtten die Kriminellen versucht, die Hotelkette mit dem Datenleck zu erpressen. Es wurde aber kein Lösegeld gezahlt, sagte sie.
Laut Marriott-Sprecherin haben die Kriminellen keinen Zugriff auf das Kernnetzwerk der Hotelkette gehabt. Sie konnten lediglich auf "hauptsĂ€chlich nicht-sensible interne GeschĂ€ftsdateien" zugreifen, die dieses einzelne Hotel betreffen. Trotzdem beabsichtigt Marriott, zwischen 300 und 400 Kunden ĂŒber das Datenleck zu informieren. Auch Strafverfolgungsbehörden seien eingeschaltet worden.
Drittes Datenleck bei Marriott
Dies ist bereits das dritte bekannte Datenleck bei der Hotelkette. 2018 wurden durch einen "nicht autorisierten Netzwerkzugriff" bei Marriott Daten von 500 Millionen HotelgĂ€sten abgegriffen [3]. Der Zugriff erfolgte demnach ĂŒber die IT-Systeme der Konzerntochter Starwood.
Etwa anderthalb Jahre spĂ€ter waren durch ein erneutes Datenleck bei Marriott mutmaĂlich 5,2 Millionen HotelgĂ€ste betroffen [4]. In diesem Fall konnten Unbekannte offenbar ĂŒber Logins zweier Mitarbeiter eines Franchise-Nehmers der Kette auf die DatensĂ€tze zugreifen. Verglichen mit diesen beiden Datenlecks ist das Flughafenhotel in Baltimore nur ein kleiner Fall.
Wiederholungstaten
Ein Sicherheitsexperte erklĂ€rte dazu gegenĂŒber The Verge [5], dass "Organisationen, die Opfer frĂŒherer Angriffe waren, in Zukunft mit gröĂerer Wahrscheinlichkeit ins Visier genommen werden, wie dieses jĂŒngste Datenleck zeigt." Das gelte insbesondere fĂŒr Social Engineering, das den menschlichen Faktor in der IT-Security [6] ausnutzt. "Cyberkriminelle wissen, dass die Mitarbeiter eines Unternehmens die gröĂte Schwachstelle sind â weshalb sie immer wieder auf diese Technik zurĂŒckgreifen."
(fds [8])
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[1] https://www.databreaches.net/exclusive-marriott-hacked-again-yes-heres-what-we-know/
[2] https://techcrunch.com/2022/07/06/marriott-breach-again/
[3] https://www.heise.de/news/Marriott-Daten-von-500-Millionen-Hotelgaesten-abgegriffen-4236576.html
[4] https://www.heise.de/news/Erneut-Datenleck-bei-Marriott-Mutmasslich-5-2-Millionen-Hotelgaeste-betroffen-4694283.html
[5] https://www.theverge.com/2022/7/6/23196805/marriott-hotels-maryland-data-breach-credit-cards
[6] https://www.heise.de/meinung/Patch-me-if-you-can-Faule-Kollegen-Nicht-genervt-sein-Interesse-zeigen-7060380.html
[7] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[8] mailto:fds@heise.de
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