Wirbel um SpÀhsoftware bei der Freiwilligen Feuerwehr Rostock
Möglicherweise wurden bei der Freiwilligen Feuerwehr Rostock Einsatzdaten ausgespÀht. Mecklenburg-Vorpommerns Datenschutzbeauftragter forderte rasche AufklÀrung.
Auf Rechnern in RĂ€umen der Freiwilligen Feuerwehr Rostock [1] wurde möglicherweise eine illegale Software zum AusspĂ€hen von Daten installiert. Der Datenschutzbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns [2], Reinhard Dankert, hat eine rasche AufklĂ€rung gefordert. "Die Installation ist klar unzulĂ€ssig, die Einsatzdaten inklusive der Daten von Betroffenen dĂŒrfen nur zur Koordinierung der RettungseinsĂ€tze verwendet werden", sagte Dankert am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa.
Die Stadt mĂŒsse als Dienstherr dafĂŒr sorgen, dass diese AusschlieĂlichkeit gewĂ€hrleistet ist und die Daten innerhalb des Rettungssystems bleiben. Vergehen dagegen mĂŒssten verfolgt werden. "Die Zweckbindung von Daten ist ein hohes Rechtsgut", betonte Dankert. FĂŒr die Installation und Verwendung von Software dieser Art sei Spezialwissen notwendig. "Das kann nicht jeder."
Bei Durchsuchungen von zwei Rostocker Feuerwachen hatten Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag fremde Software gefunden, mit der gezielter Datenmissbrauch möglich ist. Damit konnte laut Staatsanwaltschaft der Datenaustausch zwischen Leitstelle und Feuerwachen verfolgt werden. Es sei davon auszugehen, dass die rechtswidrig gewonnenen Daten weitergegeben wurden, wie ein Behördensprecher sagte.
Die Freiwilligen Feuerwehren fĂŒhlen sich laut NDR-Bericht [3] ungerecht behandelt und unter Generalverdacht gestellt, weil die Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss erfolgt seien. Aus Protest gegen die ihrer Ansicht nach ungerechte Behandlung durch die Stadt hatten vier von fĂŒnf Freiwilligen Feuerwehren in der Hansestadt am Montagabend beschlossen, ihren Dienst bis auf Weiteres einzustellen. Die rund 180 Feuerwehrleute wollten sich beurlauben lassen, bis das Verfahren seitens der Stadt geklĂ€rt sei.
Die Staatsanwaltschaft wolle beim Amtsgericht Rostock einen Antrag auf richterliche BestÀtigung der Technik-Beschlagnahmung stellen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Erst danach könne mit der Auswertung der Daten begonnen werden. Nach Gerichtsangaben lag dieser Antrag bis Dienstagmittag nicht vor.
Rostocks stellvertretende OberbĂŒrgermeisterin, Liane Melzer, betonte, dass es keinen Generalverdacht gegen die Freiwilligen Feuerwehren gebe, dagegen aber dringenden Handlungsbedarf im Umgang mit den der Stadtverwaltung anvertrauten Daten. Melzer appellierte an die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, ihren Dienst wieder aufzunehmen. ()
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[2] http://www.lfd.m-v.de/
[3] http://www.ndr.de/regional/mecklenburg-vorpommern/feuerwehrrostock105.html
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