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Xiaomi: Das "Apple Chinas" bremst internationale Expansion

Ben Schwan

Xiaomi bietet auch Tablets an – wie dieses Modell, das sich farblich an Apples iPhone 5c orientiert.

(Bild: Hersteller)

Der Smartphone-Produzent Xiaomi, der im vergangenen Quartal in die Top 3 der weltgrĂ¶ĂŸten Smartphone-Anbieter gestĂŒrmt ist, will nun doch langsamer in auslĂ€ndische MĂ€rkte gehen. Grund sind Produktionsprobleme.

Xiaomi [1] wird auf seinem Heimatmarkt China gerne mit Apple verglichen [2] – Firmenchef Lei Jun [3] zelebriert Neuvorstellungen von GerĂ€ten beispielsweise gerne im Stil des verstorbenen Apple-MitbegrĂŒnders Steve Jobs [4], wĂ€hrend auch das Design der Smartphones und Tablets der Firma klar von Cupertino inspiriert [5] ist.

Das Unternehmen, das KlonvorwĂŒrfe immer wieder zurĂŒckgewiesen hat [6], wollte eigentlich nun bald massiv ins internationale GeschĂ€ft einsteigen. Doch daraus wird nichts: Die Firma wird in diesem Jahr in nur fĂŒnf statt der ursprĂŒnglich geplanten zehn LĂ€nder gehen. ZunĂ€chst wolle Xiaomi die ProduktionskapazitĂ€t ausbauen, sagte der [7] fĂŒr die Expansion zustĂ€ndige Manager Hugo Barra, der dereinst bei Google arbeitete [8], der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. So sollen in einem bis zwei Jahren Smartphones auch in Indien und Brasilien gebaut werden. Xiaomi setzt dafĂŒr auf den Auftragsfertiger Foxconn, der vor allem als Hersteller von Apple-GerĂ€ten bekannt ist.

Xiaomi, erst 2010 gegrĂŒndet, wurde vor allem mit dem Erfolg im riesigen chinesischen Heimatmarkt groß. Die Firma verkauft ĂŒber das Internet technisch mit vielen Funktionen ausgestattete Smartphones mit dem Google-System Android gĂŒnstiger als viele etablierte Konkurrenten. Inzwischen startete Xiaomi in weiteren LĂ€ndern wie Indien und Indonesien. Pro Woche bringe man aktuell 200.000 GerĂ€te nach Indien, sagte Barra in dem Bloomberg-Interview. Damit wĂ€re Xiaomi bereits einer der grĂ¶ĂŸten Anbieter in dem Land. Die Expansion nach Brasilien, Russland, Thailand, Mexiko und die TĂŒrkei wurde hingegen zunĂ€chst zurĂŒckgestellt. Den Westen hat der Konzern derzeit noch nicht im Blick.

Nach Berechnungen der Analysefirma IDC war Xiaomi im vergangenen Quartal die Nummer drei im weltweiten Smartphone-GeschĂ€ft mit 17,3 Millionen abgesetzten GerĂ€ten und einem Marktanteil von 5,3 Prozent. Im Oktober holte sich allerdings der weltgrĂ¶ĂŸte PC-Hersteller Lenovo den dritten Rang mit dem Abschluss der Übernahme des US-Anbieters Motorola wieder zurĂŒck. (mit Material von dpa) / (bsc [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2462833

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.mi.com/en/
[2] https://www.heise.de/news/Chinas-Xiaomi-schaltet-auf-Angriff-Wir-sind-besser-als-Apple-2264977.html
[3] http://en.wikipedia.org/wiki/Lei_Jun
[4] http://techcrunch.com/2014/07/30/xiaomis-one-more-thing/
[5] http://daringfireball.net/linked/2014/07/23/mi-aperture
[6] http://thenextweb.com/asia/2014/07/24/xiaomis-hugo-barra-defends-sensational-copycat-claims-says-apple-is-an-inspiration/
[7] http://www.bloomberg.com/news/2014-11-24/bottlenecks-slow-xiaomi-s-pursuit-of-samsung-apple-in-smartphone-race.html
[8] https://www.heise.de/news/Fuehrender-Android-Manager-wechselt-zu-chinesischer-Firma-1944988.html
[9] mailto:bsc@heise.de