Zeitungsverleger fordern besseren Quellenschutz
"Dieses Grundrecht wird zu selbstverstÀndlich genommen", sagte BDZV-PrÀsident Helmut Heinen zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am kommenden Montag.
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV [1]) hat mehr Achtung vor der Pressefreiheit gefordert. "Dieses Grundrecht wird zu selbstverstÀndlich genommen", sagte BDZV-PrÀsident Helmut Heinen zum Internationalen Tag der Pressefreiheit am kommenden Montag. Wie etwa beim Quellenschutz fehle der Bundesregierung aber auch Richtern und StaatsanwÀlten oft die notwendige SensibilitÀt im Umgang mit der Pressefreiheit, sagte Heinen der dpa.
Die Weitergabe von Dienstgeheimnissen diene der Justiz oft als Vorwand fĂŒr Durchsuchungen und Beschlagnahmeaktionen in Redaktionen. Auch wenn die Vorratsdatenspeicherung vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wurde [2], bleibe der BDZV skeptisch. Positiv sei der Plan von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), den Paragrafen ĂŒber die Beihilfe zum Geheimnisverrat fĂŒr die Presse zu entschĂ€rfen.
Es gebe bei der Pressefreiheit aber auch eine wirtschaftliche Komponente. "Nur eine ökonomisch gesunde Presse kann unabhĂ€ngig handeln", sagte Heinen. Werbeverbote, eine mögliche Erhöhung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes fĂŒr Print-Medien oder die AktivitĂ€ten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks [3] im Internet seien eine Bedrohung fĂŒr die WettbewerbsfĂ€higkeit.
Im Mittelpunkt des Tages der Pressefreiheit stehen in diesem Jahr Iran und China. "Beiden LĂ€ndern ist es gelungen, was man in den Zeiten des Internets kaum fĂŒr möglich hĂ€lt: sich weitgehend abzuschotten", sagte der BDZV-PrĂ€sident. Ăber Jahre habe sich etwa der Suchmaschinenbetreiber Google den chinesischen Zensurforderungen unterworfen.
Warnend Ă€uĂerte sich Heinen zu den Gefahren von Internet-Gemeinschaften wie Twitter oder Facebook fĂŒr die Menschen in Iran und China. "Wir mĂŒssen uns fragen, ob das Internet mit seinen sozialen Netzwerken und Suchalgorithmen dem Regime die Arbeit bei der Verfolgung von Dissidenten erleichtert", sagte der BDZV-PrĂ€sident. Dies fĂŒhre in vielen FĂ€llen zu Verfolgung und Verhaftungen. (anw [4])
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[3] https://www.heise.de/news/ARD-entfernt-Zehntausende-Dokumente-aus-ihren-Online-Angeboten-983385.html
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