Zynga-Spiele exklusiv bei Facebook
Im Vorfeld des Zynga-Börsenganges eingereichte GeschÀftsdokumente zeugen von einer umfangreichen Bindung des Spiele-Entwicklers an Facebook. Zudem wurden die Namen der aktuellen Anteilseigner offen gelegt: Auch Google gehört dazu.
Zynga [1], MarktfĂŒhrer fĂŒr Spiele in sozialen Netzwerken, hat sich geschĂ€ftlich eng an Facebook [2] gebunden und will einige Spiele exklusiv auf dieser Plattform veröffentlichen. Das geht aus einem umfangreichen Dokument vor, das Zynga am Montag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat. Der Spielehersteller hatte sich bereits im Mai 2010 vertraglich dazu verpflichtet [3], die Facebook-WĂ€hrung "Facebook Credits" fĂŒr die nĂ€chsten fĂŒnf Jahre als einziges Zahlungsmittel in seinen Online-Spielen einzusetzen. Bei in Zynga-Spielen gekauften Facebook Credits bekommen die Entwickler eine Umsatzbeteiligung in Höhe von 70 Prozent.
Bislang unbekannt war, dass die Vereinbarung eine exklusive Veröffentlichung bestimmter Zynga-Spiele bei Facebook vorsieht [4]. PopulĂ€re Casual Games wie FarmVille, Mafia Wars, Treasure Isle, FishVille und PetVille werden demnach fĂŒr die gesamte Laufzeit der Vereinbarung ausschlieĂlich bei Facebook spielbar sein. Im Gegenzug hat sich Facebook bereiterklĂ€rt, die exklusiven Spiele besonders zu unterstĂŒtzen. Zudem verdient Zynga an neben den Spielen eingeblendeter Facebook-Werbung mit.
Der GeschĂ€ftsbericht gewĂ€hrt auch Einblicke [5] in die Beteiligungsstruktur von Zynga. In drei Finanzierungsrunden sackte das Unternehmen bislang 845 Millionen US-Dollar Wagniskapital ein, dafĂŒr erwarben zahlreiche Parteien Anteile am Spieleentwickler. Zu den aktuellen Investoren zĂ€hlt neben Facebook auch Google. Der Suchmaschinenkonzern soll sich im Juli 2010 mit ĂŒber 100 Millionen US-Dollar eingekauft haben [6], bislang war die Beteiligung nur ein GerĂŒcht.
Schon Anfang des Monats hatte das Unternehmen im Vorfeld des geplanten Börsengangs GeschĂ€ftsunterlagen eingereicht [7], die wesentlich weniger Informationen enthielten. Zynga strebt demnach bei seinem Börsengang eine Bewertung von einer Milliarde US-Dollar an. Im ersten Quartal erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von 235 Millionen US-Dollar, allein 223 Millionen US-Dollar setzte Zynga mit dem Verkauf von virtuellen GĂŒtern um. Der Gewinn betrug 11,8 Millionen US-Dollar. TĂ€glich vergnĂŒgen sich 60 Millionen Menschen mit Farmville & Co., 232 Millionen Facebook-Nutzer sind mindestens einmal im Monat bei Zynga-Spielen dabei. Facebook hat momentan 750 Millionen Mitglieder, somit sind fast ein Drittel der Facebook-Nutzer regelmĂ€Ăige Zynga-Kunden. (jh [8])
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[2] http://www.facebook.com
[3] https://www.heise.de/news/Facebook-baut-Kooperation-mit-Social-Games-Entwickler-Zynga-aus-1003283.html
[4] http://allthingsd.com/20110718/zynga-and-facebooks-relationship-disclosed-its-complicated/
[5] http://allthingsd.com/20110718/zynga-updates-ipo-filing-to-list-investors-and-googles-one-of-them/
[6] https://www.heise.de/news/Berichte-Google-macht-mit-Social-Games-gegen-Facebook-mobil-1036559.html
[7] https://www.heise.de/news/Spiele-Anbieter-Zynga-geht-an-die-Boerse-1272042.html
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