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iPhone-Verkaufsverbot: Apple wehrt sich gegen brasilianische Regierung

Ben Schwan

Flagge Brasiliens mit Fallschirmspringer.

(Bild: MinistĂ©rio Das ComunicaçÔes / Wikipedia / cc-by-2.0)

Der Konzern soll in Brasilien keine Smartphones mehr ohne Netzteile verkaufen dĂŒrfen. Dagegen werde man sich wehren, denn das sei umweltschĂ€dlich, erklĂ€rt Apple

Apple wird ein Verkaufsverbot von iPhones in Brasilien nicht akzeptieren. Das Unternehmen reagierte damit am Dienstagabend auf eine Anordnung seitens des Justizministeriums des sĂŒdamerikanischen Landes, Smartphones des Konzerns nur auf den Markt zu lassen, wenn diese mit einem Netzteil ausgeliefert [1] werden. Ein entsprechender Konflikt schwelt bereits seit letztem Jahr [2], nachdem die Verbraucherschutzbehörde Brasiliens Apples Weglassen der Stromversorgung als versteckte Preiserhöhung gewertet hatte.

In einem Statement, das der Finanznachrichtenagentur Bloomberg vorliegt, teilte Apple mit, es handele sich beim Weglassen der Netzteile um eine Maßnahme zum Schutz der Umwelt [3]. "Bei Apple berĂŒcksichtigen wir stets die Auswirkungen, die unser Tun auf die Menschen und den Planeten haben." Die Netzteile hĂ€tten zuvor Apples "grĂ¶ĂŸten Einsatz von Zink und Kunststoff reprĂ€sentiert". Durch das Weglassen aus der iPhone-Verpackung spare man "ĂŒber zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid", das entspreche pro Jahr dem Klimagasausstoß von 500.000 Autos.

Seit der EinfĂŒhrung des iPhone 12 vor zwei Jahren gehört ein USB-Netzteil nicht lĂ€nger zum Lieferumfang von Apple-Handys. Auch bei Ă€lteren Modellreihen, die der Hersteller weiterhin als Neuware verkauft, verschwand das Zubehör gleichzeitig aus der Verpackung. Ein USB-C-auf-Lightning-Ladekabel liegt allerdings weiterhin bei. Wer kein Netzteil besitzt, muss sich ein solches kaufen. FĂŒr die 20-Watt-Version möchte Apple aktuell 25 Euro haben.

Das brasilianische Justizministerium betrachtet die Streichung des iPhone-Netzteils daher als eine unangemessene Benachteiligung der Kunden: Laut einem Reuters-Bericht wird deshalb nun der Verkauf gestoppt. Gleichzeitig soll Apple zudem noch rund 2,4 Millionen Euro an Strafgeldern zahlen. FĂŒr den Konzern kommt die Entscheidung zur Unzeit: Am heutigen Mittwoch steht die EinfĂŒhrung des iPhone 14 [4] an. Brasilien ist zwar fĂŒr Apple kein Markt von zentraler Bedeutung, aber durchaus nicht klein, zumal der Apple-Fertiger Foxconn dort sogar eigene iPhone-Fabriken betreibt [5].

Apple will nun alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, gegen das Verkaufsverbot in Brasilien vorzugehen. Man spreche nun mit der Verbraucherschutzbehörde SENACON, "um ihre Bedenken auszurĂ€umen und gegen die Entscheidung Einspruch zu erheben". Es habe schon zuvor positive Entscheidungen fĂŒr Apple in diesem Verfahren seitens brasilianischer Gerichte gegeben. Kunden seien zudem "sicherlich darĂŒber informiert", dass sie vorhandene USB-LadegerĂ€te weiter verwenden könnten.

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(bsc [8])


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[1] https://www.heise.de/news/iPhone-ohne-Netzteil-Brasilien-erlaesst-offenbar-Verkaufsstopp-7255358.html
[2] https://www.heise.de/news/iPhones-ohne-Netzteil-Brasilianische-Verbraucherschuetzer-drohen-neue-Strafe-an-6203301.html
[3] https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-09-06/apple-will-appeal-brazil-s-move-to-ban-phones-without-chargers
[4] https://www.heise.de/news/Apples-September-Event-Was-wir-bei-iPhone-Apple-Watch-und-Co-erwarten-7251648.html
[5] https://www.heise.de/news/iPhone-Fertigung-Apple-will-Abhaengigkeit-von-Standort-China-verringern-4290142.html
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