zurück zum Artikel

iPhone lÀsst Apples Gewinne sprudeln

Apple-Logo

Das iPhone ist weiterhin Apples Cash-Cow. Zur Apple Watch nennt der Konzern dagegen keine genauen Zahlen. Die Erwartungen an der Börse waren noch höher: Der Aktienkurs gibt nach.

Die weiterhin starken iPhone-VerkÀufe haben Apple im vergangenen dritten GeschÀftsquartal [1] einen Sprung bei Umsatz und Gewinn gebracht. Der Umsatz stiegen im Jahresvergleich um ein Drittel auf 49,6 Milliarden Dollar. Mit einem Gewinn von 10,7 Milliarden Dollar verdiente Apple 38 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresquartal.

Apple-Chef Tim Cook

Apple-Chef Tim Cook (hier wĂ€hrend seiner Deutschlandreise Anfang des Jahres) wollte keine genauen Zahlen zur Apple Watch nennen, sprach aber von einem einem "großartigen Start".

Der Konzern verkaufte in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten GeschĂ€ftsquartal 47,5 Millionen iPhones. Das waren 35 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Allerdings hatten Analysten zum Teil mit einem noch höheren Absatz gerechnet, der Durchschnitt der Prognosen lag bei rund 49 Millionen GerĂ€te. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel um rund sieben Prozent nach. Bei Umsatz und Ergebnis ĂŒbertraf Apple dagegen die Erwartungen.

Apple sitzt nun auf einem Geldberg von 202,8 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 9,3 Milliarden Dollar binnen drei Monaten. Von den Reserven liegen 89 Prozent außerhalb der USA. Eine tragende SĂ€ule war erneut das GeschĂ€ft in China, wo die UmsĂ€tze im Jahresvergleich mehr als verdoppelt wurden. Mit 13,2 Milliarden Dollar kam mehr als ein Viertel der gesamten Apple-Erlöse aus China.

Mehr Infos

Apple nannte in der Mitteilung zum Quartal keine Zahlen zu VerkĂ€ufen seiner im April auf den Markt gebrachten Apple Watch [3]. Konzernchef Tim Cook sprach lediglich von einem "großartigen Start" fĂŒr die Apple Watch, der die eigenen Erwartungen ĂŒbertroffen habe.

Apple-Finanzchef Luca Maestri sagte der New York Times [4], in den ersten neun Wochen seien mehr Uhren verkauft worden als vom iPhone oder dem iPad-Tablet im gleichen Zeitraum nach dem Start. Bekannt ist, dass Apple 2010 in den ersten 80 Tagen rund drei Millionen iPads absetzte. Das gibt immerhin etwas Orientierung. Cook betonte, dass Apple im Juni mehr Uhren loswurde als im April oder Mai. Damit widersprach er EinschÀtzungen von Analysten, die von einer AbschwÀchung der VerkÀufe nach einem starken Start gesprochen hatten.

Die UmsĂ€tze mit der Uhr werden in der Rubrik "Anderes" zusammen mit den iPod-Playern und der Fernseh-Box Apple TV [5] verbucht. Die UmsĂ€tze lagen bei 2,6 Milliarden Dollar. Das war ein Plus von 49 Prozent im Jahresvergleich und von 56 Prozent gemessen am Vorquartal. Wie sich die UmsĂ€tze auf die einzelnen GerĂ€te verteilen, ist nicht bekannt. Cook betonte zugleich, die Uhr habe Umsatzeinbußen bei anderen GerĂ€ten ausgeglichen und sei fĂŒr den gesamten Zuwachs von gut 950 Millionen Dollar binnen drei Monaten verantwortlich gewesen.

Beim iPhone wirkt nach wie vor der Wechsel von Apple zu GerĂ€ten mit grĂ¶ĂŸeren Bildschirmen mit den Modellen 6 und 6 Plus. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag im vergangenen Quartal bei 660 Dollar. Das waren 99 Dollar mehr als vor einem Jahr – und ohne die Auswirkungen der Dollar-StĂ€rke wĂ€ren es noch 24 Dollar mehr gewesen, wie Finanzchef Maestri betonte.

In Deutschland oder SĂŒdkorea hĂ€tten sich die iPhone-VerkĂ€ufe binnen eines Jahres verdoppelt. Dabei sieht Apple noch Potenzial unter anderem bei Stammkunden: Erst gut jeder vierte Nutzer mit vorherigen Apple-Handys sei zu einem iPhone 6 [6] gewechselt. Und in den schnell wachsenden MĂ€rkten der Schwellen- und EntwicklungslĂ€nder sei der Apple-Marktanteil immer noch nicht groß. Zugleich seien so viele Nutzer wie noch nie vom rivalisierenden Google-Betriebssystem Android zum iPhone gewechselt, erklĂ€rte Cook ohne nĂ€here Angaben. Android erreichte zuletzt Marktanteile von bis zu 80 Prozent. Bei Apple bleibt aber ein Löwenanteil der Gewinne im Smartphone-GeschĂ€ft hĂ€ngen.

Bei den Mac-Computern [7] gelang Apple in dem weiterhin schwachen PC-Gesamtmarkt ein Absatzplus von neun Prozent auf 4,8 Millionen verkaufte GerÀte. Insgesamt wurde weltweit laut Marktforschern dagegen rund ein Zehntel weniger Personal Computer verkauft.

Der Absatz des iPad [8] schwÀchelt hingegen weiter. Mit 10,9 Millionen GerÀten wurden 18 Prozent weniger verkauft als vor einem Jahr. Er glaube weiterhin an das iPad, bekrÀftigte Cook abermals.

Ein Faktor fĂŒr den sinkenden Aktienkurs könnte auch die Prognose fĂŒr das laufende Quartal gewesen sein. So stellte Apple einen Umsatz von 49 bis 51 Milliarden Dollar in Aussicht. Die Analysten waren von mehr als 51 Milliarden Dollar ausgegangen. (jk [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2759010

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.apple.com/pr/library/2015/07/21Apple-Reports-Record-Third-Quarter-Results.html
[2] https://www.heise.de/news/Raetselraten-um-die-Apple-Watch-Verkaeufe-macht-die-Boerse-nervoes-2759228.html
[3] http://www.heise.de/thema/apple-watch
[4] http://www.nytimes.com/2015/07/22/technology/apple-earnings-q3.html
[5] http://www.heise.de/thema/apple-tv
[6] http://www.heise.de/thema/iphone-6
[7] http://www.heise.de/thema/mac
[8] http://www.heise.de/thema/ipad
[9] mailto:jk@heise.de