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openDesk: Bundes-Office bekommt Sicherheits-Update und neue Funktionen

Moritz Förster
Laptop mit Logos der an openDesk beteiligten Projekte

(Bild: OpenProject)

Die Open-Source-Office-Suite openDesk für Behörden erhält mit Version 1.10 zentrale Sicherheitsverbesserungen und neue Funktionen für Projektmanagement.

Das vom Bundesinnenministerium geförderte Projekt openDesk hat Version 1.10 seiner freien Office-Suite veröffentlicht. Der Fokus liegt auf einer verbesserten Sicherheitsarchitektur sowie neuen Funktionen für Projektmanagement und Dokumentenbearbeitung.

Die Microsoft-365-Alternative wird vom Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) koordiniert und soll Behörden aus der Abhängigkeit von proprietären Anbietern führen. Wie ZenDiS-Chef Alexander Pockrandt im Oktober gegenüber heise online [1] erklärte, wird openDesk bereits in mehreren Bundesbehörden getestet.

Kern der Sicherheitsverbesserungen ist das Update des Identity-Access-Management-Systems (IAM) auf Version 1.15.2, das nun Keycloak 26.4.x integriert. Neben aktuellen Sicherheits-Patches bietet die neue Version einen LDAP-Import, der standardmäßig aktiv ist und föderierte Identitäten besser unterstützt. Eine weitere wichtige Neuerung: Der Back-Channel-Logout via OIDC beendet beim Abmelden aus dem Portal automatisch alle Sessions in verknüpften Diensten – das erhöht die Sicherheit in heterogenen Umgebungen deutlich.

Die in openDesk integrierte Projektmanagement-Software OpenProject wurde auf Version 16.6 aktualisiert. Die Entwickler versprechen erhebliche Performance-Verbesserungen bei API-Anfragen und Autocomplete-Funktionen, besonders in groĂźen Umgebungen. Neu sind berechnete Werte in Projektattributen und hierarchische Felder fĂĽr Portfolio-Analysen.

Bei der Tabellenkalkulation setzt openDesk auf Collabora Online 25.04.6. Die neue Version bringt Formeln wie VSTACK, HSTACK und TEXTSPLIT fĂĽr komplexere Datenanalysen. Der PDF-Export kann nun auch Kommentare einbetten, was die Abstimmung mit externen Partnern vereinfacht. Zudem unterstĂĽtzt die Office-Komponente jetzt benutzerdefinierte XML-Mappings im OOXML-Format.

Die auf OpenXchange basierende Groupware-Komponente für E-Mail, Kalender und Kontakte erhält Optimierungen bei Caching und Routing. Neu ist die Unterstützung für LDAP-basierte Mailinglisten: E-Mails an eine Gruppenadresse werden automatisch an alle aktuellen Mitglieder verteilt, ohne manuelle Pflege der Listen. Die Videokonferenz-Komponente Jitsi und das Wiki-System XWiki (Version 17.4.7) bekamen primär Stabilitäts-Updates.

Alle Updates finden sich in den Release Notes [2]. Zusammen mit openDesk konkurrieren inzwischen mehrere europäische Alternativen mit Microsoft 365. Erst vor wenigen Wochen ging mit Ionos Nextcloud Workspace ein weiterer deutscher Dienst [3] an den Start, der ebenfalls auf Open-Source-Komponenten setzt und Daten in deutschen Rechenzentren speichert.

Siehe auch:

Mehr von iX Magazin Mehr von iX Magazin [6]

(fo [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-11092772

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/hintergrund/openDesk-Interview-mit-ZenDiS-Chef-Alexander-Pockrandt-ueber-die-Entwicklung-10733246.html
[2] https://www.opendesk.eu/en/blog/opendesk-1-10
[3] https://www.heise.de/news/Office-Alternative-aus-Deutschland-von-Ionos-und-Nextcloud-ist-jetzt-verfuegbar-11067303.html
[4] https://www.heise.de/download/product/openDesk?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[5] https://www.heise.de/download/product/nextcloud-workspace?wt_mc=intern.red.download.tickermeldung.ho.link.link
[6] https://www.heise.de/ix
[7] mailto:fo@heise.de