Einstein behÀlt Recht: Stern rast in Rosettenbahn um Schwarzes Loch
Darstellung des Orbits von S2 um Sagittarius A*
(Bild: ESO/L. Calçada)
Auch nach mehr als 100 Jahren hĂ€lt Albert Einsteins berĂŒhmteste Theorie Beobachtungen von einem der extremsten Orte im Universum stand.
Der Stern S2 im Zentrum der MilchstraĂe kreist in Form einer Rosette um das supermassereiche Schwarze Loch Sagittarius A* und nicht wie von Isaac Newton postuliert in Form einer Ellipse. Mit dieser Beobachtung haben Forscher des Max-Planck-Instituts (MPE) fĂŒr extraterrestrische Physik einmal mehr einen Beweis fĂŒr Albert Einsteins RelativitĂ€tstheorie gefunden und gleichzeitig untermauert, dass Sagittarius A* ein Schwarzes Loch mit der viermillionenfachen Masse der Sonne sein muss. Mit Instrumenten der EuropĂ€ischen SĂŒdsternwarte ESO haben sie den Stern mehr als zwei Jahrzehnte beobachtet und stellen ihre Beobachtungen nun im Fachmagazin Astronomy & Astrophysics vor.
Theorie hÀlt am extremsten Ort
S2 gehört zu einer kleinen Gruppe von Sternen, die das 26.000 Lichtjahre von uns entfernte supermassive Schwarze Loch sehr schnell und sehr nah umkreisen. Die VerhĂ€ltnisse dort gehören zu den extremsten im beobachtbaren Universum und ihre Beobachtung ermöglicht genaue ĂberprĂŒfungen der Vorhersagen, die aus der RelativitĂ€tstheorie folgen. S2 beispielsweise kommt dem Schwarzen Loch wĂ€hrend seines 16-jĂ€hrigen Orbits mit etwa 120 Astronomischen Einheiten nĂ€her, als Voyager 1 derzeit von der Erde entfernt ist. Er erreicht eine Geschwindigkeit von 3 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Schon vor zwei Jahren hatten Astronomen Messungen seiner Bahn vorgestellt [1], die nicht mit der Gravitationstheorie von Isaac Newton, sondern nur mit der Allgemeinen RelativitĂ€tstheorie zu erklĂ€ren sind.
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(Bild: © MPE )
Die MPE-Forscher ergĂ€nzen diese Daten nun [3] um genauere Ergebnisse fĂŒr die Bahn von S2. Dessen nĂ€chstgelegener Punkt zu Sagittarius A* Ă€ndert sich bei jeder Umlaufbahn, sodass jeder Orbit gegenĂŒber dem vorherigen gedreht ist. Ăber die Zeit entsteht so die Rosettenform, die Albert Einstein postuliert hatte. Der Effekt war erstmals beim sonnennĂ€chsten Planeten Merkur beobachtet [4] worden, die frĂŒheste BestĂ€tigung der Theorie. Dass die Vorhersagen auch fĂŒr die viel extremere Bahn von S2 so prĂ€zise stimmen, ist einmal mehr ein Erfolg. Gleichzeitig erlauben die Messungen der sogenannten Schwarzschild-PrĂ€zession genauere Berechnungen zu dem Schwarzen Loch, etwa zu dort eventuell vorhandener Dunkler Materie oder weiteren kleineren Schwarzen Löchern, erklĂ€ren die Forscher.
Warten auf bessere Instrumente
Wie die Wissenschaftler um MPE-Direktor Reinhard Genzel schreiben, wurden insgesamt mehr als 330 Messungen mit verschiedenen Instrumenten vorgenommen. Schon 2018 hatten sie auch erlĂ€utert, dass das Licht von S2 durch die immense Gravitation auf lĂ€ngere WellenlĂ€ngen gestreckt und dadurch insgesamt röter wird, was sie beobachten können. FĂŒr noch bessere Messungen hoffen sie in Zukunft auf das derzeit im Bau befindliche Extremely Large Telescope (ELT). Mit etwas GlĂŒck könnten sie damit Sterne so nahe an dem Schwarzen Loch analysieren, dass sie dessen Rotation ermitteln könnten: "Das wĂ€re wieder eine ganz andere Stufe der ĂberprĂŒfung der RelativitĂ€tstheorie", meint Andreas Eckart von der UniversitĂ€t Köln.
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(mho [6])
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[3] http://www.mpe.mpg.de/7433630/news20200416
[4] https://www.heise.de/news/Merkurtransit-Kleinster-Planet-schiebt-sich-am-Montag-vor-die-Sonne-4582772.html
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