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UnzulÀssige Werbung: Google entfernt 600 Apps aus Play Store

Torsten Kleinz
UnzulÀssige Werbung: Google entfernt 600 Apps aus Play Store

(Bild: PixieMe/Shutterstock.com)

Mit neuen Techniken will der Konzern Android von disruptiver Werbung freihalten: Mehrere Hundert Apps flogen nun aus dem Play Store.

Mit einer SĂ€uberungsaktion hat Google nach eigenen Angaben knapp 600 Apps aus dem Play Store entfernt. Der Android-Hersteller wirft den Entwicklern vor, gegen die Werberichtlinien verstoßen zu haben, indem sie etwa großflĂ€chige Anzeigen ausspielten, wenn Nutzer die Apps gar nicht benutzten.

"Böswillige Entwickler finden immer neue Wege, missbrĂ€uchliche Werbung auszuspielen", schreibt Produkt-Manager Per Bjorke im Unternehmensblog [1]. "Aber wir haben auch neue Techniken entwickelt, um uns gegen diesen Missbrauch zu schĂŒtzen", fĂŒgt Bjorke hinzu.

Die Anzeigen, die von den betroffenen Apps ausgespielt wurden, seien nicht nur störend gewesen, sondern hĂ€tten mitunter die Funktionen der Android-GerĂ€te beeintrĂ€chtigt. Anzeigen seien etwa vor die Telefon-App oder eine laufende Navigation platziert worden, sodass die Nutzer genötigt wurden zu klicken, um ihre GerĂ€te weiterzunutzen. Welche App fĂŒr die Unterbrechung verantwortlich ist, ist fĂŒr die Nutzer nicht ersichtlich.

Diese Vorgehensweise schade zudem Werbekunden und den Publishern im Android-Markt. Deshalb wurden die betroffenen Apps nicht nur aus dem Play Store gelöscht, sondern die Entwickler auch von Googles eigenen WerbemarktplÀtzen AdMob und Ad Manager ausgeschlossen, teilt der Konzern mit.

Laut den GeschĂ€ftsbedingungen des Play Stores dĂŒrfen Nutzer nicht gezwungen werden, auf eine Werbeanzeige zu klicken oder personenbezogene Daten fĂŒr Werbezwecke preiszugeben, um eine App in vollem Umfang zu nutzen. Da viele Werbeanbieter jedoch nur bei angeklickten Anzeigen Geld bezahlen, haben sich App-Anbieter in der Vergangenheit viele Tricks einfallen lassen, die Klickzahlen kĂŒnstlich in die Höhe zu treiben.

Ende 2018 gab es auch VorwĂŒrfe, dass Apps einiger Entwickler systematisch WerbeumsĂ€tze anderer Apps abschöpfen [2]. Einem der damals betroffenen Hersteller Cheetah Mobile wurde zwar zwischenzeitlich erlaubt, weiter Apps zu publizieren. Wie Buzzfeed News berichtet, wurden nun aber die mehr als 40 Apps [3] des chinesischen Entwicklers aus dem Play Store entfernt. Google habe inzwischen Werbekunden fĂŒr die unzulĂ€ssig zustande gekommenen Klicks entschĂ€digt. (mho [4])


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https://www.heise.de/-4665863

Links in diesem Artikel:
[1] https://security.googleblog.com/2020/02/disruptive-ads-enforcement-and-our-new.html
[2] https://www.heise.de/news/Werbebetrug-per-Android-App-Cheetah-Mobile-und-Kika-Tech-bestreiten-Vorwuerfe-4241028.html
[3] https://www.buzzfeednews.com/article/craigsilverman/google-bans-android-apps-disruptive-ads
[4] mailto:mho@heise.de