FAQ: Smartphone-Betriebssysteme
Wahl des Systems
Sollte das Betriebssystem beim Kauf eines neuen Smartphones eine Rolle spielen?
Wer sich fĂŒr ein Betriebssystems entscheidet, muss sich bewusst sein, dass ein spĂ€terer Umstieg auf ein anderes umstĂ€ndlich ist. Alle Apps funktionieren nur mit diesem und werden mit einem Wechsel des Betriebssystems nutzlos.
Die Auswahl des Betriebssystems bestimmt auch die Auswahlmöglichkeiten fĂŒr die Hardware: Das iPhone und iOS gibt es nur zusammen; wer Android verwenden möchte, hat hingegen eine groĂe Auswahl â vom preiswerten Einsteigerhandy bis hin zum High-End-Smartphone. Symbian gibt es zwar nur bei Nokia, doch hat der KĂ€ufer die Wahl zwischen grundverschiedenen Modellen. Ein Smartphone mit Windows Phone 7 bieten die meisten Hersteller an, bislang ist die Auswahl aber noch sehr begrenzt.
Unterschiede der Systeme
Wie unterscheiden sich die Betriebssysteme?
Android und iOS punkten vor allem durch ihr riesiges Angebot an Apps. Zudem lĂ€sst sich Android am leichtesten nach den eigenen Vorstellungen anpassen und erweitern. Apples iOS ist besonders Einsteiger- und bedienungsfreundlich, aber nicht ganz so durchdesignt wie die OberflĂ€che von Windows Phone. Symbian hat von Anfang an viele Funktionen an Bord, die bei den anderen Systemen erst per Apps nachgerĂŒstet werden mĂŒssen, unter anderem eine kostenlose Navigation, die nicht auf eine Internetverbindung angewiesen ist.
Updates
Welches Betriebssystem wird am besten mit Updates versorgt?
Apple-Benutzer profitieren davon, dass ihre GerĂ€te wie auch das darauf laufende iOS vom selben Hersteller stammen. Veröffentlicht Apple ein Update fĂŒr das Betriebssystem, gelangt es in der Regel wenige Tage spĂ€ter per iTunes auf das GerĂ€t. Ăltere iPhones und iPods erhielten bislang rund zweieinhalb Jahre lang Aktualisierungen.
Google veröffentlicht bis zu sechs neue Versionen von Android pro Jahr. Diese werden aber nicht sofort an alle Smartphones ausgeliefert, sondern die Hersteller passen das System vor der Weitergabe an die GerĂ€te an. So kommt es immer wieder zu Verzögerungen bei den Updates und zu groĂen Unterschieden bei der Update-Politik der Hersteller. In Kooperation mit Google hat eine Gruppe von Smartphone-Herstellern und Netzbetreibern â darunter Samsung, Sony Ericsson, HTC undâVodafone â versprochen, bei neuenâGerĂ€ten fĂŒr mindestens 18 Monate Updates zu liefern. Zu einer schnelleren Update-Versorgung hat das bisher jedoch nicht gefĂŒhrt.
Nokia hat angekĂŒndigt, Symbian bis 2016 mit Updates zu pflegen. Momentan erscheinen regelmĂ€Ăig Aktualisierungen fĂŒr GerĂ€te mit Symbian 3, und mit Belle steht die nĂ€chste Version kurz vor der Veröffentlichung. Langfristig möchte Nokia aber vollstĂ€ndig auf Microsofts Windows Phone umsteigen. Dass Symbian dann weiterhin so guten Support von Nokia genieĂt, ist unwahrscheinlich.
Wie schnell Microsoft Updates von Windows Phone 7 auf die GerĂ€te schicken wird, ist noch nicht klar. Das Betriebssystem gibt es seit weniger als einem Jahr und mit 7.5 ist vor Kurzem die erste gröĂere Aktualisierung erschienen. Laut Microsoft sollen die Handy-Hersteller das System kaum anpassen können, was eigentlich fĂŒr eine schnelle Auslieferung sprĂ€che.
Nachdem HP WebOS aufgegeben hat, ist dessen Zukunft unsicherer als die von jedem anderen Betriebssystem. Dass Hewlett Packard das System weiter pflegt, ist unwahrscheinlich.
Bislang hat Samsung Bada nur selten mit Updates versorgt: Die Version 1.x erhielt lediglich eins. Version 2.0 ist zwar schon seit lĂ€ngerer Zeit angekĂŒndigt, aber bis jetzt hat noch keines der Ă€lteren Smartphones eine Aktualisierung erhalten.
Apps mitnehmen
Ich habe mir ein neues Smartphone mit dem gleichen Betriebssystem wie mein altes zugelegt. Wie kann ich meine alten Apps auf das neue GerĂ€t ĂŒbertragen, ohne jedes einzeln im App-Store zu suchen?
Die heruntergeladenen Apps sind bei allen Betriebssystemen an den Benutzer-Account gebunden. Bei Apple sind sie in iTunes unter âGekaufte Artikelâ zu finden und können von dort auf das neue GerĂ€t geladen werden. Android listet alle benutzten Apps in der Market App unter âMeine Appsâ auf. Leider gibt es diese Funktion nicht bei allen Android-Smartphones. Bei GerĂ€ten von Nokia werden die Apps ebenfalls an den Account des Benutzers gebunden und finden sich nach der Anmeldung mit dem alten Account im Ovi-Store, bei Windows Phone 7 im Marketplace.
Sicherheit
Welches Betriebssystem bietet die gröĂte Sicherheit in Bezug auf Schadprogramme?
FĂŒr keines der Smartphone-Betriebssysteme geht von SchĂ€dlingen derzeit eine nennenswerte Gefahr aus. Die ersten wenigen SchĂ€dlinge sind gröĂtenteils fĂŒr Google Android aufgetaucht. Sie werden manchmal ĂŒber den Android Market, meistens aber ĂŒber alternative Markets verteilt. Google entfernt solche Apps meist recht schnell aus seinem Market. Es wurden schon Bot-Apps gesichtet, die auf Kommando beliebige Installationspakete aus dem Netz auf dem Android-GerĂ€t installieren konnten. Auch Programme, die TelefongesprĂ€che oder SMS belauschen konnten, haben ihren Weg in die Antivirenlabore gefunden. Eine reale Bedrohung geht von ihnen derzeit jedoch nicht aus, dafĂŒr sind sie noch zu selten. (rei [1])
Bada
Ist Samsung Bada eine Alternative?
Das Angebot an Programmen ist fĂŒr weniger verbreitete Betriebssysteme wie Bada sehr viel kleiner als fĂŒr Apple- und Google-GerĂ€te. Die Hersteller stellen fĂŒr sie eigene App-Stores zur VerfĂŒgung. Zudem ist der Funktionsumfang der Systeme nicht mit dem von Android und iOS zu vergleichen. Bei Bada fehlen bislang Funktionen wie ProgrammverknĂŒpfungen auf dem Startbildschirm und die Internetweitergabe an andere GerĂ€te per Tethering. Allerdings sollen viele dieser Optionen mit der bald erscheinenden Version 2.0 nachgerĂŒstet werden. Aufgrund des kleineren Benutzerkreises ist es unwahrscheinlich, dass Bada die Vielseitigkeit der groĂen Betriebssysteme erreicht.
(hcz [2])
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