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GeschwÀtzige Samsung-TVs datensparsam betreiben

| Peter Siering

Bei unserem letzten Test von Smart-TVs stach Samsungs GerĂ€t hervor, weil es vergleichsweise viele Daten ins Netz ĂŒbertragen hat. Anders als damals beschrieben kann man die Datenflut eindĂ€mmen.

FĂŒr c’t 25/2018 haben wir Smart-TVs getestet und dabei geprĂŒft, was die schlauen Fernseher in die Welt hinausposaunen: zum TV-Hersteller, zu den Sendern und zu den App-Anbietern [1] [1]. Das TestgerĂ€t von Samsung erwies sich dabei als besonders geschwĂ€tzig; ein etwas Ă€lteres GerĂ€t des gleichen Herstellers aus einem vorherigen Test (UE43MU6179U in [2] [2]) plauderte ebenso munter drauflos. So fiel unser Fazit zu den GerĂ€ten entsprechend deutlich aus. Ein lĂ€ngerer Austausch mit Samsung brachte Klarheit: Die BedienfĂŒhrung des GerĂ€ts bei der Erstinstallation hatte uns genarrt.

Im zweiten Schritt bei der Ersteinrichtung fragt ein Assistent nach der Zustimmung zu den GeschĂ€ftsbedingungen und Datenschutzrichtlinien. Man kann einzelnen Punkten zustimmen oder global seine Zustimmung erteilen. Anschließend fĂ€hrt man mit dem Druck auf OK fort. Wir hatten uns gewundert, dass der Assistent in den nĂ€chsten Einrichtungsschritt weiterspringt, egal ob wir zustimmten oder nicht. Unterschiede hinsichtlich des Netzwerkverkehrs fanden wir nicht (siehe [1] [3]).

Trau, schau, Smart-TV (0 Bilder) [4]

[5]

Samsung wies darauf hin, dass in diesem Installationsschritt statt einer Zustimmung auch das Überspringen möglich sei. In der Tat ist das der Fall: In der oberen Bildschirmecke steht bei allen GerĂ€ten „Überspringen“. Wenn man auf der Fernbedienung den Knopf „Rechts“ betĂ€tigt, dann erscheint ein Dialog, der erklĂ€rt, dass man den Smart Hub erst nach der Zustimmung nutzen kann – an dieser Stelle kann man die Zustimmung dann ĂŒberspringen.

Wir haben fĂŒr diese Bedienweise anhand des Samsung-TV-GerĂ€ts aus [2] [6] die Pakete gezĂ€hlt und dann liegt es hinsichtlich der Paketmengen in Ă€hnlichen Regionen wie andere Smart-TVs aus dem Testfeld. Der Preis, den man dafĂŒr bezahlt, ist der gleiche hier wie dort: Da die Apps deaktiviert sind, kann man unter anderem kein Netflix schauen, erreicht das Prime-Angebot nicht und hat auch keinen Web-Browser zur VerfĂŒgung.

Was in dieser Schmalspurbetriebsart mit den Samsung-TV-GerĂ€ten ĂŒberhaupt funktioniert: Fernsehen, Dateien von einem DNLA-GerĂ€t abspielen und beim Fernsehen die HbbTV-Angebote abrufen. Außerdem arbeitet die Update-Funktion des GerĂ€ts trotz fehlender Zustimmung – fĂŒr Smart-Allergiker mag das fast schon zu viel sein. Fraglos reduziert es den Netzwerkverkehr erheblich und hĂ€lt dem Nutzer auch die lĂ€stige Samsung-Werbung vom Hals, die die GerĂ€te sonst im Smart Hub einblenden.

Unterm Strich ist die BedienfĂŒhrung an der Stelle, an der Samsung die Zustimmung des KĂ€ufers einholen möchte, wenig gelungen. Samsung hat uns Bilder geschickt, die im Kleingedruckten einen Hinweis auf die Option zum Überspringen enthalten. Unser AltgerĂ€t aus [2] [7]zeigt keinen solchen Hinweis trotz aktueller Firmware. Das rund ein Jahr jĂŒngere TestgerĂ€t aus [1] [8] konnten wir bis Redaktionsschluss nicht mehr prĂŒfen.

Aus unserer Sicht ist das nicht die einzige Stelle, an der Samsung KĂ€ufer im Dunklen lĂ€sst: Im EinrichtungsmenĂŒ findet sich eine Funktion zum ZurĂŒcksetzen des Smart Hub. Wenn man die aufruft, verhĂ€lt sich das TV-GerĂ€t wieder so, als hĂ€tte man wĂ€hrend der Einrichtung die Zustimmung verweigert. Die Apps verschwinden. Eine passende Bezeichnung wĂ€re wohl „Zustimmung widerrufen“.

Wer ein bereits eingerichtetes Samsung-GerĂ€t in den Schmalspurbetrieb versetzen will, braucht es nicht vollstĂ€ndig neu zu konfigurieren, sondern kommt mit dem ZurĂŒcksetzen des Smart Hub aus und muss dann mit den beschriebenen FunktionseinschrĂ€nkungen leben.

(ps [13])


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[6] #Fußnote 2
[7] #Fußnote 2
[8] #Fußnote 1
[9] 
[10] https://www.heise.de/select/ct/2018/25/1544166409504145
[11] 
[12] https://www.heise.de/select/ct/2017/25/1512427972467104
[13] mailto:ps@ct.de