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Landschaften mit dem 50er entdecken 3 Kommentare

Jana MĂ€nz

Wer kommt schon auf die Idee, nur mit einem 50-Millimeter-Objektiv an der Kamera die Natur abzulichten? Jana MĂ€nz zeigt in diesem Beitrag, dass eine solche freiwillige Kasteiung enorm bereichernd wirkt. Jede ihrer teils mystisch anmutenden Aufnahmen, die sie auf einer Winterreise auf RĂŒgen fotografiert hat, erzĂ€hlt eine Geschichte.

Wenn Sie mich fragen wĂŒrden, wer oder was meine großen kĂŒnstlerischen Vorbilder sind, dann wĂŒrde ich bestimmt als Erstes die Maler der Romantik, wie Caspar David Friedrich oder William Turner, nennen. Die zentralen Themen dieser kĂŒnstlerischen Epoche waren vor allem die GefĂŒhle der Liebe und der Sehnsucht, aber auch die Stimmungen des Mysteriösen und MĂ€rchenhaften, verbunden mit einer großen IndividualitĂ€t. Eigentlich hĂ€tte ich gerne in der damaligen Zeit gelebt und gearbeitet, aber ich bin heute natĂŒrlich glĂŒcklich darĂŒber, dass ich mit Hilfe der modernen technischen Möglichkeiten, wie meiner digitalen Kamera und vor allem der Bildbearbeitung am PC, Fotografien aus meiner GefĂŒhlswelt heraus erschaffen kann. Lightroom und Photoshop helfen mir dabei, mein Empfinden, meine Seele, meine GefĂŒhle in den Fotografien mit Hilfe von Farben und Texturen herauszuarbeiten. Mit diesen Werkzeugen kann ich Elemente retuschieren, die das GefĂŒhl der Sehnsucht stören wĂŒrden oder Lichtstimmungen verĂ€ndern, die das Mystische und Geheimnisvolle unterstreichen. FĂŒr mich ist die Fotografie also viel mehr als nur das Abbilden der RealitĂ€t. Dieser kĂŒnstlerische Anspruch war auch in der Malerei der Romantik allgegenwĂ€rtig, gestaltete doch beispielsweise Caspar David Friedrich in seinem berĂŒhmten Bild „Wanderer ĂŒber dem Nebelmeer“ einen Ort in der SĂ€chsischen Schweiz, der niemals so ausgesehen hat.


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