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Menschen fotografieren: Emotionale PortrÀts unterwegs und auf Reisen erschaffen 0 Kommentare

Ulla Lohmann

Dieses erzĂ€hlerische PortrĂ€t von Zafisoa Simonette aus Madagaskar, die gerade vom Fischen nach Hause zurĂŒckkehrt, ist mit einem entfesselten Blitz mit Diffusor gemacht, den ich rechts von ihr hochhalte.

Fremde Personen respektvoll zu fotografieren, ist fĂŒr viele eine Herausforderung. Unbemerkt den Auslöser zu drĂŒcken, kommt nicht in Frage. So gelingt es besser.

Ich stehe mitten im Nirgendwo in Madagaskar und beobachte ein junges MĂ€dchen beim Fischen. Anmutig wirft sie ihre Angel aus, die tiefstehende Sonne taucht die Szenerie in ein warmes Licht. Welch magischer Moment! Doch ich widerstehe der Versuchung, die Kamera zu zĂŒcken. Die junge Fischerin entdeckt mich und ich lĂ€chele ihr zu. Als der erste Fisch im Korb landet, nĂ€here ich mich, um den Fang zu begutachten und lege schmunzelnd einen meiner MĂŒsliriegel dazu. "Weil der Fisch so klein ist", versuche ich mit Gesten zu sagen. Und egal, was sie verstanden hat: Sie lacht. Das Eis ist gebrochen. Von nun an darf ich Zafisoa fotografieren. Mein Lieblingsbild gelingt mir auf dem Heimweg: Mit einem entfesselten Blitz verstĂ€rke ich die warmen Töne ihrer Haut und das Leuchten ihrer Augen. Ein Foto, das mir nie gelungen wĂ€re, hĂ€tte ich nicht Zafisoas Vertrauen.

Menschen fotografieren hat viel mit EinfĂŒhlungsvermögen zu tun – auf jeden muss man anders eingehen, jedes Foto anders vorbereiten. Und es gibt unterschiedliche Arten, Menschen zu fotografieren. Ich habe sie in folgende Kategorien eingeteilt:

Nicht immer spreche ich Fremde unterwegs an. Vor allem, wenn Sie noch nicht viel Erfahrung im Fotografieren von Menschen haben, beginnen Sie doch damit, dass Sie Andere beobachten, bevor Sie sie ansprechen. Die Straßenfotografie ist dafĂŒr eine gute Übung. Wenn Sie sich getraut haben, jemanden anzusprechen, ob Sie ein Foto schießen dĂŒrfen, dann fĂ€llt es oft leichter, zuerst ein PortrĂ€t zu stellen und einen Dialog herzustellen. Wenn das Vertrauen erst einmal aufgebaut ist, ist es nur noch ein kleiner Schritt, um den Protagonisten anschließend bei seiner TĂ€tigkeit zu begleiten und eine Reportage zu fotografieren.


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