Webtreffpunkt mit Navi-Software
Skobbler enthĂ€lt eine erweiterbare Points-of-Interest-Datenbank und bietet eine kostenlose Offboard-Navigation fĂŒr Handys an. Dazu kann man Freunden automatisch seinen aktuellen Aufenthaltsort mitteilen.
Mit den meisten Social Networks kann sich ein Nutzer lediglich in einem Profil darstellen und herausfinden, wer gerade online ist. Skobbler veröffentlicht auf Wunsch auch den Aufenthaltsort, enthĂ€lt eine erweiterbare Points-of-Interest-Datenbank und bietet eine kostenlose Offboard-Navigation fĂŒr Handys an.
Die Nutzung der auf der Internet-Seite skobbler.de [1] angebotenen Dienste ist kostenlos: Das Geld soll durch gesponserte Point-of-Interest-Links (POI) verdient werden. Bei der Suche nach einem POI bekommt der Nutzer stets einen Werbe-Link als Alternative angezeigt.
Bislang können lediglich deutschsprachige Nutzer den erweiterten Web-Service verwenden. Noch ziert trotzdem ein "Beta" das Logo der Webseite.
Die Anmeldung ist flugs erledigt. Jeder Nutzer bekommt sein eigenes GÀstebuch und kann Nachrichten an andere senden, daneben dreht sich alles bei Skobbler lediglich um den Ort, an dem man sich befindet und an den man möchte.
In der Hauptansicht zeigt eine Google-Maps-Karte alle paar Sekunden abwechselnd POI-Tipps, eingeloggte Nutzer und ihren Wohnort an. Damit nicht x-beliebige Stalker an die Adressinformationen kommen, kann jeder Nutzer unter dem Punkt "PrivatsphĂ€re" die Weitergabe der Adresse und persönlicher Informationen, die sonst in der Karte angezeigt werden, auf Freunde oder angemeldete Nutzer beschrĂ€nken. Ganz blocken lĂ€sst sich die Weitergabe dieser Informationen allerdings nicht â zumindest als Freunde gekennzeichnete Nutzer haben immer im Blick, ob man eingeloggt ist oder nicht.
Skobbler nutzt eine Standard-POI-Datenbank, die vom Umfang her der gĂ€ngiger Navigationssysteme entspricht. Die unbearbeiteten EintrĂ€ge enthalten lediglich Namen, Adresse und Telefonnummern. Zum Navigieren reicht das, aber fĂŒr die Fahrt ins Blaue wĂŒnscht man sich mehr Informationen. Skobbler gibt seinen Nutzern immerhin die Möglichkeit, POI-EintrĂ€ge mit Bildern, Bewertungen und Kommentaren auszuschmĂŒcken oder neue EintrĂ€ge zu erstellen. Des Weiteren kann der Nutzer Favoriten erstellen oder sich als Stammgast eines Ortes outen.
Skobbler enthĂ€lt auch eine kostenlose Handy-Applikation fĂŒr Symbian-S60-, Java- oder Blackberry-Handys mit GPS-EmpfĂ€nger, die neben der POI-Umkreissuche auch eine Offboard-Navigation fĂŒr Europa mitbringt.
Zur Installation nutzt man entweder einen Download-Link, den Skobbler kostenfrei an eine beliebige Handy-Nummer schickt, oder klickt sich durch das WAP-Portal von Skobbler. Die Applikation umfasst ein Volumen von etwa 800 KByte; dazu kommen Sprachdateien mit bis zu 2 MByte. Bei jeder Navigation muss auĂerdem das erforderliche Kartenmaterial ĂŒber das Mobilfunknetz heruntergeladen werden. Mit einer Ăberlandstrecke von etwa 100 Kilometern fallen hier laut Skobbler etwa 1,2 MByte Daten an. Bei einem Flatrate- oder Volumenvertrag fĂ€llt dies nicht weiter ins Gewicht, aber Nutzer mit ZeitvertrĂ€gen oder sehr niedrigen Volumengrenzen können alleine mit der Installation und einer Streckenberechnung mehrere Euro loswerden.
Zielsuche
Als Ziele verwendet die Navi-Anwendung POI-EintrÀge von Skobbler, Kontakte aus dem Handy-Telefonbuch oder manuell eingegebene Adressen. Wer sich die Handy-Tipperei sparen möchte, sucht Orte am Heim-PC und lÀsst sie sich von Skobbler per SMS kostenfrei als Ziel ans Handy senden.
Bis die Navigation endlich startet, muss der Nutzer minutenlang warten, denn so lange dauert die PrĂŒfung der Adresse und das Herunterladen des Kartenmaterials â selbst auf unserem vergleichsweise flotten Nokia 6210 Navigator. Das Programm berechnet automatisch eine schnelle Route und berĂŒcksichtigt dabei die aktuelle Verkehrslage. AuĂer einer FuĂgĂ€nger-Option enthĂ€lt das Programm keine weiteren Routen-Einstellungen.
Die berechneten Routen sind zwar sinnvoll und die Sprachansagen halbwegs genau, aber die Kartenanzeige ist unĂŒbersichtlich. Da helfen auch die Zoomfunktionen wenig. Die Kartendarstellung lahmt dermaĂen, dass man schnell auf eine einfache Pfeilanzeige umstellt. Doch selbst hier gibt es Ruckler, und oft bringt eine Abkehr vom vorausberechneten Weg das System aus dem Takt, sodass man die Skobbler-Navigation bestenfalls als Not-Navi verwenden möchte.
Fazit
Die POI-Datenbank nutzt man gerne und die Anzeige aller eingeloggter Nutzer auf einer Landkarte ist nett anzuschauen. Dennoch bieten andere Web-Portale wesentlich mehr Möglichkeiten, um sich selbst mit Texten, Bildern und Multimedia-Inhalten in Szene zu setzen, zuweilen enthalten sie Tauschfunktionen fĂŒr GPS-Tracks und -Bilder.
AuĂerdem bleibt fraglich, ob sich auf lĂ€ngere Zeit genĂŒgend Nutzer finden, welche die POI-Datenbank mit Informationen und Bildern fĂŒttern. Noch weist sie groĂe LĂŒcken auf, und meist muss man sich mit der Adresse und Telefonnummer einer LokalitĂ€t zufriedengeben.
Die bereitgestellte Handy-Navigation kann anderen Handy-Navi-Programmen wie Wayfinder aufgrund ihrer lahmen Kartendarstellung und Streckenneuberechnung nicht das Wasser reichen. Als Suchmaschine fĂŒr Points of Interest in der nĂ€heren Umgebung taugt die Handy-Skobbler-Anwendung schon eher. (dal [2])
| Skobbler | |
| Social Network mit Handy-Navi | |
| Webseite | www.skobbler.de [3] |
| Systemanforderungen (Navi) | Symbian OS S60, Blackberry, Java-Handy mit Internet-Zugang |
| Preis | kostenlos |
(ll [4])
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[2] mailto:dal@heise.de
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