Isolde Kommer
Kanalauswahlen
Bildkorrektur mit
Bei detailreichen Motiven kommen klassische Auswahlwerkzeuge wie Lasso & Co schnell an ihre Grenzen. Kanalbasierte Auswahlen sind hierfür oft die bessere Wahl. Mit entsprechenden Vorlagen erlauben sie präzise und schnelle Selektionen. Wir zeigen, wie es geht.
Fällt im Zusammenhang mit Photoshop der Begriff Auswahl , denkt man in erster Linie an Auswahlwerkzeuge wie Zauberstab , Lasso und Schnellauswahl , an Freisteller und Bildmontagen – auf jeden Fall an Möglichkeiten, fest umrissene Bildbereiche zu selektieren und anschließend zu bearbeiten, während der Rest des Bilds unverändert bleibt. Auch wenn sie auf den ersten Blick verführerisch nahe liegen, sind jedoch gerade Lasso & Co. bei der Optimierung von Fotos nicht unbedingt die Mittel der Wahl.
Hier soll für ein glaubhaftes Ergebnis in vielen Fällen nicht motivweise ausgewählt werden, sondern beispielsweise nach Farben, nach Helligkeit, nach Übergangsbereichen, um diese Zonen dann einzufärben, zu schärfen oder zu entrauschen, ohne dass das Ergebnis manipuliert oder einmontiert wirkt – was auch bei sorgfältig vorgenommenen konventionellen Auswahlen häufig schon vorprogrammiert ist. Die so entstandenen Fotos sind oft auch für den Laien als nachbearbeitet erkennbar.
Überprüfung der Maske
Zoomen Sie sich in d as Bild ein und betrachten Sie die Kanten Ihres Objekts: Es kann gut sein, dass die Maske noch nicht perfekt ist. Verbessern Sie sie, indem Sie im Ebenen-Bedienfeld auf die Miniatur der Maske doppelklicken. Sie erhalten das Eigenschaften-Bedienfeld, in dem Sie auf die Schaltfläche Maskenkante klicken. Über die Regler des folgenden Dialogfelds lässt sich die Auswahl verfeinern. Die Abbildungen zeigen, dass mit solchen Kanalauswahlen perfekte Auswahldetails wie etwa Reißverschlüsse oft schneller und sicherer gelingen als mit anderen Auswahltechniken.
Variante
Probieren Sie diese T echnik auch an einem Farbbild aus, beziehungsweise verzichten Sie auf das Anlegen der ersten Schwarzweiß-Einstellungsebene: Sie erhalten dann getonte Schatten; je heller das Bild wird, desto weniger wirkt sich auch die Tonung aus. Durch den verbleibenden Hauch Farbe erzielen Sie besonders interessante Ergebnisse.
Für natürlicher wirkende Auswahlen bieten sich die Farbkanäle des Bilds an. In Kombination mit zusätzlich erstellten, beliebig manipulierbaren Alphakanälen sind die Farbkanäle mächtige Auswahlwerkzeuge die obendrein recht einfach zu bedienen sind. Mit etwas Planung ermöglichen sie unter anderem perfekte Auswahlbereiche, ohne die übliche Unsicherheit, ob darin wirklich alle notwendigen Pixel enthalten sind und ob die Auswahlumrisse für ein glaubhaftes Ergebnis ausreichend verfeinert sind. ( sts )
Kanalauswahlen erzeugen
Möchten Sie ein Bildmotiv isolieren, um es in eine andere Datei zu montieren oder Kleidung umzufärben, benötigen Sie die Auswahl eines fest umrissenen Bereichs. Häufig erhält man eine soche Auswahl auch ganz ohne die herkömmlichen Auswahlwerkzeuge – in vielen Fällen, etwa beim Auswählen von Haaren und Pelz ist man sogar viel schneller und sicherer. Sie nutzen stattdessen das Kanäle-Bedienfeld, das jeden Farbkanal Ihrer Bilddatei einzeln anzeigt und in dem Sie nach Belieben zusätzliche Kanäle anlegen können. Im Beispiel färben wir die rote Weste des Jungen orange ein.
Bilder: sweetlaniko – fotolia.com
1 Í Zeigen Sie das Kanäle-Bedienfeld an. Entscheiden Sie, in welchem Kanal es den größten Kontrast zwischen dem auszuwählenden Objekt und dem Rest des Bilds gibt. Klicken Sie dazu auf die einzelnen Kanäle, um sie jeweils im Bildfenster in Graustufen anzuzeigen. Bei vielen Bildern finden Sie in einem der RGB-Kanäle (Rot, Grün oder Blau) einen deutlichen Kontrast zwischen dem auszuwählenden Objekt und seiner Umgebung. In unserem Beispiel schalten wir jedoch über Bild > Modus > Lab-Farbe in den Lab-Farbraum und wechseln dort zwischen den Kanälen. Weil die leuchtendrote Weste ausgewählt und orange gefärbt werden soll, ist der der a-Kanal für eine Selektion gut geeignet. Mit seiner Spanne von Grün bis Rot bietet er einen guten Kontrast zwischen der Weste und dem umgebenden Grün.
2 Í Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den ausgewählten Kanal – hier der a-Kanal – und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Befehl Kanal duplizieren . Geben Sie einen passenden Namen ein und bestätigen Sie mit OK .
3 Í Blenden Sie alle Kanäle bis auf den gerade erzeugten mit Klicks auf die zugehörigen Augensymbole aus.
4 Í Nun gilt es, den Kontrast zwischen dem gewünschten Objekt und seiner Umgebung noch zu intensivieren. Das Ziel ist eine saubere, schwarze Auswahlmaske für die Bereiche, die von der Bearbeitung ausgeschlossen sein sollen, während der Rest des Kanals einfarbig weiß sein sollte. Beim Beispielbild hilft eine Gradationskurve (Bild > Korrekturen > Gradationskurven ) mit einer sehr steilen S-Kurve und anschließend der Befehl Bild > Korrekturen > Tonwertkorrektur . Hier ziehen Sie das schwarze Dreieck nach rechts, das weiße Dreieck nach links. Achten Sie darauf, dass Sie nicht zu weit gehen, um keine Details zu löschen. Schließen Sie das Dialogfeld mit einem Klick auf OK .
5 Í Es ist unwahrscheinlich, dass Ihre Maske nun bereits perfekt ist – in den meisten Fällen müssen Sie jetzt das Pinsel-Werkzeug mit schwarzer bzw. weißer Vordergrundfarbe aktiden und den Kanal manuell nacharbeiten, bis schließlich nur noch das auszuwählende Objekt weiß, der Rest komplett schwarz dargestellt wird. Tipp: Mit der X-Taste tauschen Sie bei dieser Arbeit die schwarze Malfarbe schnell durch weiße aus und umgekehrt.
6 Í Wir befinden uns bereits im Lab-Modus – und dieser Farbraum ist für die Umfärbung von Objekten besonders gut geeignet, weil Sie die vier Farben Rot-Grün und Blau-Gelb gesondert von den Helligkeitsinformationen des Bilds bearbeiten können. Klicken Sie den gerade angelegten und bearbeiteten a-Kanal mit gedrückter Strg-Taste an. Damit wird er als Auswahl geladen und zeigt sich im Bild in Form der bekannten „laufenden Ameisen“. Im nächsten Schritt werden Sie diese Auswahl in eine Maske umwandeln.
7 Í Klicken Sie im Kanäle-Bedienfeld auf den Lab-Gesamtkanal, um das Bild wieder in seiner ganzen Farbenpracht anzuzeigen. Erzeugen Sie über das Symbol Neue Misch- und Einstellungsebene erstellen am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds eine Gradationskurven -Einstellungsebene. Diese erhält automatisch eine Ebenenmaske, in der der zuvor erzeugte und als Auswahl geladene Alphakanal abgebildet wird.
8 Í Nehmen Sie die Umfärbung im Eigenschaften-Bedienfeld der Einstellungsebene über die Gradationskurven des a- und des b-Kanals vor. Wie erwähnt, enthalten diese beiden Kanäle nur Farb- und keine Helligkeitsinformationen. Der a-Kanal reicht von Rot bis Grün, der b-Kanal von Gelb bis Blau. In der Mitte liegt in beiden Kanälen neutrales Grau. Die orange Farbe der Weste ließ sich deshalb über die beiden gezeigten Kurven erzielen.
Luminanzmasken: Tiefen und Lichter separat bearbeiten
Bild: luxorphoto – fotolia.com
Zu den am häufigsten genutzten kanalbasierten Masken gehören Luminanzmasken. Damit bekommen Sie die Tiefen, Mitteltöne und Lichter eines Bilds ungeachtet ihrer Farbe getrennt voneinander zu fassen, um sie anschließend beispielsweise aufzuhellen, abzudunkeln oder zu tonen. Diese Technik geht nicht nur schnell und einfach, sondern ermöglicht auch nahtlose Auswahlkanten und damit sehr glaubhafte Bildänderungen. Ein mögliches Einsatzgebiet ist die Tonung von Schwarzweißfotos. Gegenüber der Tonung via Schwarzweiß- oder Farbton/Sättigung-Einstellungsebene haben Sie den Vorteil, dass der volle Tonwertbereich erhalten und die Lichter klar und hell bleiben: Diese bleiben unverändert, die M itteltöne werden leicht getont und die dunkelsten Bereiche nehmen am meisten Farbe auf.
1 Í Öffnen Sie in Photoshop ein Bild mit einem möglichst großen Tonwertbereich, beispielsweise ein Porträt, welches von den Tiefen bis zu den Lichtern durchgehend Tonwerte enthält. Wählen Sie hier den Befehl Fenster > Kanäle , welcher sowohl den RGB-Gesamtkanal als auch die einzelnen Farbkanäle anzeigt.
2 Í Halten Sie die Strg-Taste gedrückt und klicken Sie im Kanäle-Bedienfeld auf die Miniatur des RGB-Gesamtkanals. Mit diesem Klick haben Sie auch schon Ihre Luminanzauswahl erstellt: Photoshop wählt die hellsten Lichter vollständig aus, die äußersten Schwarztöne überhaupt nicht, die dazwischen liegenden Tonwerte je nach Helligkeit teilweise.
3 Í Klicken Sie a m unteren Bedienfeldrand auf das Symbol Auswahl als Kanal speichern . Sie erhalten einen Kanal mit dem Namen Alpha 1 , der wie eine Graustufenversion des Bilds aussieht und die Helligkeitsverteilung des Gesamtkanals repräsentiert. Doppelklicken Sie auf den Kanalnamen Alpha 1 und geben Sie etwas Aussagekräftigeres ein – beispielsweise Lichter . Schließen Sie die Aktion mit der Enter-Taste ab.
4 Í Klicken Sie auf die Miniatur des RGB-Gesamtkanals, um wieder das farbige Gesamtbild statt des Alphakanals anzuzeigen.
5 Í Für die Schwarzweißdarstellung des Fotos wird nun zuerst die Luminanzauswahl aufgehoben. Das geht entweder über Strg + D oder mit dem Befehl Auswahl > Auswahl aufheben .
6 Í Klicken Sie am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds auf das Symbol Neue Misch- oder Einstellungsebene erstellen ; wählen Sie Schwarzweiß . Über die Regler im Eigenschaften-Bedienfeld erhalten Sie maßgeschneiderte Graustufen: Ziehen Sie einen der Regler nach rechts, um den Wert der entsprechenden Farbe zu erhöhen und sie aufzuhellen, nach links, um sie abzudunkeln. Über die Schaltfläche Auto schlägt Photoshop selbst eine Einstellung vor.
7 Í Nachdem Sie dem Bild seine Farben entzogen haben, geht es an die eigentliche Tonung: Laden Sie die zuvor erzeugte Luminanzauswahl, indem Sie mit gedrückter Strg-Taste auf den selbst angelegten Alphakanal Lichter klicken.
8 Í Wie in Schritt 2 erwähnt, sind jetzt die Lichter komplett, die äußersten Tiefen aber nicht ausgewählt. Sie brauchen genau das Gegenteil: Die Tiefen sollen am stärksten eingefärbt werden, die Lichter am wenigsten. Aus diesem Grund invertieren Sie die Auswahl mit Strg + Shift + I oder Auswahl > Auswahl umkehren .
9 Í Klicken S ie erneut am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds auf das Symbol Neue Misch- oder Einstellungsebene erstellen und legen Sie eine zweite Schwarzweiß -Einstellungsebene an.
10 Í Aktivieren Sie im E igenschaften-Bedienfeld das Kontrollfeld Farbtonung . Über das zugehörige Farbfeld wählen Sie die gewünschte Farbe für Ihre Tonung aus.
Luminanzmaskensätze für Farbkorrekturen und Bildlooks
Die im vorigen Beispiel erläuterte Luminanzmaske war gut geeignet, um die hellen Bildbereiche anzupassen (oder bei invertierter Maske größtenteils auszuschließen), dabei aber in gewissem Grad auch Mitteltöne und Tiefen zu beeinflussen. Steht Ihnen jedoch der Sinn nach differenzierten Bildlooks, möchten Sie beispielsweise eine Mischlichtsituation in Ihr Foto zaubern oder tiefe Schatten korrigieren, hilft weder eine konventionelle Auswahl noch eine einfache Luminanzmaske weiter: Mit dieser würden Sie alle Bereiche im Bild, die heller sind als 100 Prozent Schwarz, zumindest teilweise auswählen, selbst wenn Sie nur die Lichter bis höchstens 10 Prozent Schwarz erfassen möchten. Solche Probleme lassen sich mit Luminanzmaskensätzen für verschiedene Tonwertbereiche lösen. Der Ausgangspunkt ist die einfache Luminanzmaske. Aus ihr lässt sich eine Vielzahl von weiteren Masken erzeugen, die ganz bestimmte Helligkeitsebenen im Bild ansprechen.
Kanäle für Lichter
Legen Sie zunächst einen Satz Kanäle für die Lichter Ihres Bilds an:
1 Í Halten Sie die Tastenkombination Umschalt + Strg+ Alt gedrückt und klicken Sie auf die Miniatur des neuen, im Beispiel mit Lichter benannten Kanals. Sie haben damit eine Schnittmenge der Auswahl mit sich selbst erzeugt und noch hellere Bildbereiche ausgewählt.
2 Í Klicken Sie erneut auf das Symbol Auswahl als Kanal speichern .
3 Í Geben Sie dem neuen Kanal beispielsweise den Namen Lichter + .
Bei Bedarf lässt sich dies noch weiter verfeinern: Klicken Sie mit gedrückter Tastenkombination Umschalt + Strg + Alt auf die Miniatur des Kanals Lichter + . Die eventuelle Warnmeldung bestätigen Sie mit einem Klick auf OK . Klicken Sie auf die Schaltfläche Auswahl als Kanal speichern . Ein passender Name für diesen Kanal wäre in unserem Beispiel Lichter ++ .
Fahren Sie gegebenenfalls so fort, um noch hellere Lichter z u selektieren und in Alphakanälen zu speichern. In den meisten Fällen genügen allerdings drei verschiedene Lichterstufen.
Die Warnmeldung bezieht sich lediglich auf die Sichtbarkeit der Auswahlkante.
Kanäle für Tiefen
Nun erzeugen Sie die Kanäle für die Tiefen. Wir verwenden ein Bildnegativ:
1 Í Heben Sie die aktuelle Auswahl mit der Tastenkombination Strg + D oder dem Befehl Auswahl aufheben aus dem Kontextmenü des rechten Mausklicks auf.
2 Í Klicken Sie im Kanäle-Bedienfeld auf die Miniatur des Gesamtkanals.
3 Í Am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds (F7-Taste ) klicken Sie auf das Symbol Neue Misch- oder Einstellungsebene erstellen . Wählen Sie Umkehren .
4 Í Anhand dieses Negativs erzeugen Sie die Kanäle für die Bildtiefen, die Vorgehensweise ist die gleiche wie bei den in den vorigen Schritten angelegten Kanälen für die Lichter. Klicken Sie zunächst mit gedrückter Strg -Taste auf den Gesamtkanal, um eine Luminanzauswahl des invertierten Bilds zu erstellen. Speichern Sie diese als Alphakanal, den Sie Tiefen nennen. Verfeinern Sie die Auswahl anschließend, indem Sie mit gedrückter Tastenkombination Strg + Alt + Umschalt auf den eben angelegten Kanal Tiefen klicken, und speichern Sie sie als Kanal Tiefen + . Fahren Sie fort und erzeugen Sie gegebenenfalls einen oder mehrere weitere Kanäle (Tiefen ++ , Tiefen +++ …).
Für die Auswahl der Bildtiefen erzeugen Sie zunächst eine Umkehren-Einstellungsebene.
Kanäle für Mitteltöne
Jetzt fehlen noch die Kanäle für die Mitteltöne. Sie müssen zunächst das gesamte Bild selektieren und anschließend die Auswahlen der übrigen Kanäle davon abziehen.
1 Í Drücken Sie die Tastenkombination Strg + A , um alles auszuwählen.
2 Í Halten Sie die Tastenkombination Strg + Alt gedrückt und klicken Sie nacheinander auf die gerade angelegten Kanäle Lichter und Tiefen . Beachten Sie das Minuszeichen am Cursor, sobald Sie die Tastenkombination Strg + Alt halten: Die Auswahlen der Kanäle werden von der Gesamtselektion abgezogen, es bleiben die Mitteltöne übrig. Sie werden mit einem Klick auf das Symbol Auswahl als Kanal speichern dauerhaft gespeichert und in unserem Beispiel zweckmäßigerweise Mitten genannt.
3 Í Bei Bedarf erzeugen Sie weitere engere oder weitere Mitteltonbereiche, indem Sie vom Gesamtkanal etwa die Tiefen + und die Lichter + abziehen.
Entfernen Sie die Auswahl schließlich mit der Tastenkombination Strg + D oder dem Befehl Auswahl > Auswahl aufheben . Mit einem Klick auf die RGB-Miniatur im oberen Bereich des Kanäle-Bedienfelds kehren Sie zum Gesamtbild zurück. Die Umkehren -Einstellungsebene brauchen Sie nicht mehr: Ziehen Sie sie mit gedrückter Maustaste auf das Papierkorb-Symbol am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds, um sie zu löschen. Die einzelnen Auswahlen lassen sich nun bei Bedarf bequem laden: Klicken Sie den entsprechenden Alphakanal dazu einfach mit gedrückter Strg -Taste an.
Bildlooks mit Einstellungsebenen
Verwenden Sie Ihren Luminanzmaskensatz nun, um Ebenenmasken für Einstellungsebenen zu erzeugen - die jeweiligen Einstellungen wirken dann nur noch auf den entsprechenden Tonwertbereich:
1 Í Klicken Sie im Kanäle-Bedienfeld den Alphakanal des gewünschten Tonwertbereichs mit gedrückter Strg-Taste an, um ihn als Auswahl zu laden.
2 Í Klicken Sie am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds auf das Symbol Neue Misch- oder Einstellungsebene erstellen .
3 Í Wählen Sie die gewünschte Option. Zum Aufhellen, Abdunkeln und Einfärben der unterschiedlichen Bereiche eignen sich beispielsweise Gradationskurven , Farbton/Sättigung oder auch Fotofilter und Color Lookup .
4 Í Die Einstellungsebene erhält automatisch eine Ebenenmaske, die Ihre Kanalauswahl abbildet.
5 Í Für die Glanzlichter erzeugen Sie eine neutralgraue Ebene im Modus Ineinanderkopieren . M alen Sie mit dem Pinsel-Werkzeug und weißer Vordergrundfarbe ü ber die hellsten Bildbereiche. Dann laden Sie den Kanal mit den äußersten Lichtern als Auswahl und klicken am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds auf das Symbol Ebenenmaske hinzufügen . Sind die Glanzlichter zu stark geworden, reduzieren Sie die Ebenendeckkraft der obersten Ebene abschließend ein wenig.
Über die verschiedenen Luminanzmasken lassen sich differenzierte Bildlooks realisieren.
Porträts selektiv scharfzeichnen
Ein typisches Beispiel ist das Scharfzeichnen von Bildern, auf denen auch Hautzonen zu sehen sind. Diese sollen dabei normalerweise nicht hervorgehoben werden, was bei einem vollflächigen Schärfen unvermeidbar ist. Mit einer Luminanzmaske läßt sich die gewünschte selektive Schärfung realisieren. Die folgenden Schritte zeigen einen schnellen Workflow, bei dem das Bild über eine Luminanzmaske geschärft wird. Die hellen Teile des als Auswahl geladenen Kanals werden die schwächste, die dunklen die stärkste Scharfzeichnung erhalten. Zunächst gilt es deshalb, einen passenden Kanal ausfindig zu machen. Betrachten Sie das Kanäle-Bedienfeld Ihres Porträts. D a menschliche H aut m ehr oder w eniger rot ist, werden Sie feststellen, dass die Haut im Blaukanal am dunkelsten ist, im Rotkanal am hellsten.
Bild: mashiki – fotolia.com
Weil die Haut am wenigsten Scharfzeichnung abbekommen soll, verwenden Sie den Rotkanal als Grundlage für Ihre Luminanzmaske:
1 Í Halten Sie die Strg -Taste gedrückt und klicken Sie im Ebenen-Bedienfeld auf die Miniatur des Rotkanals, um diesen als Auswahl zu laden.
2 Í Invertieren Sie die Auswahl mit der Tastenkombination Umschalt + Strg + I oder mit dem Befehl Auswahl > Auswahl umkehren .
3 Í Der Scharfzeichnungsfilter Unscharf maskieren lässt sich in Photoshop leider nicht als Einstellungsebene zuweisen. Um dennoch zerstörungsfrei arbeiten zu können, wandeln Sie die Bildebene mit dem Befehl Filter > Für Smartfilter konvertieren in ein Smartobjekt um.
4 Í Die Auswahl d es Rotkanals besteht weiterhin; wählen Sie den Befehl Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren .
5 Í Weisen Sie die Scharfzeichnung in gewünschter Stärke zu. Sie können diese später bei Bedarf beliebig abändern.
6 Í Prüfen Sie Ihr B ild und das Ebenen-Bedienfeld: Die invertierte Auswahl des Rotkanals wurde dem Smartobjekt als Filtermaske zugewiesen. Alle hellen Bildbereiche werden in dieser dunkel dargestellt, das heißt, dass die Scharfzeichnung auf sie nur teilweise angewandt wird. Je dunkler die Maske, desto weniger wirkt die Scharfzeichnung auf die entsprechende Stelle.
7 Í Um die Stärke des Filters nachträglich zu ändern, doppelklicken Sie im Ebenen-Bedienfeld auf Unscharf maskieren . Der Filterdialog wird erneut geöffnet und Sie können die W erte a npassen.
Hautton verstärken
Die Darstellung von Falten und Hautunreinheiten erfreut keinen Porträtierten – aber manchmal stellt die Kamera den Teint so undifferenziert dar, dass dieser durchaus etwas mehr Definition vertragen kann. Betrachten Sie die Kanalstruktur Ihres RGB-Bilds: Im Blaukanal weist die Haut stets am meisten Struktur auf, gefolgt vom Grünkanal. Oft reicht der Grünkanal für die folgende Technik; ist das Gesicht jedoch völlig strukturlos, kann der Blaukanal besser geeignet sein. Statt diesen Kanal über das Kanäle-Bedienfeld als Luminanzmaske zu laden, wenden Sie nachfolgend eine weitere Technik an und weisen den Kanal über den B efehl B ildberechnungen einer Ebene mit der Füllmethode Luminanz zu.
Bild: sweetlaniko – fotolia.com
1 Í Erzeugen Sie mit der Tastenkombination Strg + J ein Duplikat der Bildebene, f ür das Sie im Dropdown-Menü des Ebenen-Bedienfelds den Mischmodus Luminanz wählen.
2 Í Statt den Grün- bzw. Blaukanal über das Kanäle-Bedienfeld als Luminanzmaske zu laden, wenden Sie jetzt eine weitere, ebenso einfache Technik an: Sie weisen den Kanal dem soeben erzeugten Ebenenduplikat direkt zu. Wählen Sie dazu den Befehl Bild > Bildberechnungen .
3 Í Im folgenden Dialogfeld wählen Sie den gewünschten Kanal, also entweder den Grün- oder den Blaukanal. In unserem Beispiel haben wir uns für den Blaukanal entschieden.
4 Í Als Mischmodus s tellen Sie Normal bei einer Deckkraft von 100 % ein. Schließen Sie das Dialogfeld mit einem Klick auf OK .
Haare mit dem Rotkanal maskieren
Wenn Sie den Blaukanal zugewiesen haben, werden meist das Haar und in diesem Fall auch die umgebende Vegetation zu dunkel, siehe Abbildung. Diesem P roblem können Sie mit der folgenden Technik begegnen:
5 Í Blenden Sie die obere Ebene aus und klicken Sie den Rotkanal im Kanäle-Bedienfeld mit gedrückter Strg -Taste an, um ihn als Auswahl zu laden.
6 Í Blenden Sie den R GB-Gesamtkanal ein und klicken Sie am unteren Rand des Ebenen-Bedienfelds auf das Symbol Ebenenmaske hinzufügen .
7 Í Für mehr Definition zeichnen Sie die Maske weich – auch hier ermöglicht P hotoshop zerstörungsfreie Arbeit: Aktivieren Sie die Ebenenmaske und zeigen Sie das Eigenschaften-Bedienfeld an. Ziehen Sie den Regler Weiche Kante nach rechts und beobachten Sie die Veränderungen an Ihrem Bild. Mit dieser Technik sind äußerst feine Abstimmungen Ihrer Porträtbilder möglich.
Ebenenmischoptionen
Ein weiteres Problem stellt in unserem Beispiel die Kleidung des Jungen dar. Das Zuweisen des Blaukanals hat die Weste deutlich verändert und der hellblaue P ullover ist stellenweise fast weiß geworden. Solche und ähnliche Aufgaben könnten Sie lösen, indem Sie in der Ebenenmaske der Luminanz-Ebene mit dem Pinsel und schwarzer Vordergrundfarbe die Bereiche übermalen, in denen die Bildkorrektur nicht wirken soll. Es gibt jedoch noch eine andere Methode, die darunter liegende Ebene sichtbar zu machen. Sie ist zerstörungsfrei, der Weg führt über die Ebenenmischoptionen:
1 Í Doppelklicken Sie auf Ihre Luminanzebene, um das Dialogfeld Ebenenstil zu öffnen. Im unteren Bereich der Kategorie Mischoptionen sehen Sie den Bereich Mischen . Hier bestimmen Sie, welche Pixel der markierten und der darunterliegenden Ebenen angezeigt werden, indem Sie den entsprechenden Tonwertbereich von 0 (Schwarz) bis 255 (Weiß) auswählen: Zum Beispiel können Sie festlegen, dass dunkle Pixel bis zu einer Helligkeitsstufe von 10 von der Korrektur ausgenommen sind und hier der Inhalt der unteren Ebene angezeigt wird.
2 Í Suchen Sie sich dazu den Kanal mit dem stärksten Kontrast zwischen dem korrigierten Bereich und dem Bereich, der durch die Anpassung unabsichtlich mitbeeinflusst wurde (in unserem Beispiel ist dies der Grünkanal, der den stärksten Kontrast zwischen Jacke und Gesicht aufweist). Wählen Sie diesen aus dem Pull-down-Menü Mischen, wenn aus. Da die rote Weste im Grünkanal dunkel – fast schwarz – und das Gesicht sehr viel heller dargestellt wird, ziehen wir den Schwarzregler der unteren Reglerleiste in unserem Beispiel nach rechts. Damit bestimmen wir, dass die ganz dunklen Pixel von den Anpassungen der oberen Ebene ausgenommen werden und die entsprechenden Farben der unteren Ebene sichtbar werden. Je weiter wir nach rechts ziehen, desto weniger dunkel müssen diese Pixel sein – bis irgendwann der erwünschte Korrekturbereich erfasst wird, in unserem Beispiel das Gesicht. Sobald das passiert, ziehen wir den Regler wieder ein Stückchen nach links.
3 Í Noch wirkt der Übergang zwischen korrigierten und nicht korrigierten Bildzonen hart. Halten Sie deshalb die Alt-Taste gedrückt, um den Regler zu teilen. Nun können Sie durch Ziehen der beiden Reglerhälften die Weichheit dieses Übergangs justieren, um ein glaubhaftes Ergebnis zu erzielen.
4 Í Ist der durch die Anpassung unabsichtlich mitbeeinflusste Bereich im gewählten Kanal heller als der eigentlich korrigierte Bereich, ziehen Sie den weißen Regler der unteren Reglerleiste nach links. Im Beispiel wurde die ursprüngliche Farbe des hellblauen Pullovers auf diese Weise über den Blaukanal zurückgeholt.