c't Fotografie 5/2018
S. 156
c’t Fotografie Galerie
Wildtier-Fotografie
Aufmacherbild

Wildtier-FOTOGRAFIE vor der eigenen Haustür

Wer Tiere in ihren natürlichen oder angenommenen Lebensräumen fotografieren will, muss weder tief in den Wald gehen noch in ferne Länder reisen. Wie tolle Bilder der heimischen Tierwelt auch nahe der Haustür in der Großstadt gelingen und was den Reiz ihrer bevorzugten Motive ausmacht, erklärt Viola Hermann, ambitionierte Fotoamateurin und aktives Mitglied der Community von c’t Fotografie Online.

W ildtiere hatten schon immer einen festen Platz in der Fotografie – vielleicht auch, weil sich viele Menschen wenigstens von Zeit zu Zeit nach Naturnähe sehnen. Insbesondere Bewohner größerer Städte verspüren nach meiner Wahrnehmung heutzutage oft den Wunsch, täglichen Reizen wie Licht, Lärm, beruflichem Druck, fortschreitender Digitalisierung oder schlechter Luft zumindest stundenweise zu entfliehen.

An dieser Stelle kommt ein noch junger Teilbereich der Wildtierfotografie ins Spiel, dem auch ich durch eine tierische Zufallsbekanntschaft erlegen bin: Das sogenannte Urban Wildlife. Tiere, die früher hauptsächlich in ländlichen Gebieten zu Hause waren, ziehen heute häufig die Großstadt dem vermeintlich grünen Umland vor. Sie finden in den Städten zahllose natürliche und künstliche Strukturen, die als Unterschlupf dienen; vor allem aber auch ausreichend Nahrungsquellen. Durch das Miteinander von Mensch und Tier auf engem Raum verringert sich zugleich die Fluchtdistanz, was wir uns als Fotografen zunutze machen können.

Ein Blick, wie ihn wohl nur Mütter haben: Sanft, aber keine Widerrede duldend und dazu ein kleiner, aufmerksamer Fuchs. Ein wenig schuldbewusst dreinschauend lauscht er, was Mama ihm „zu sagen“ hat. Diese Szene konnte ich hinter einem Baum stehend beobachten. Da ich keinesfalls entdeckt werden wollte, war ich gezwungen, recht lange dort zu verharren. Olympus E-M1 | 150 mm | ISO 1600 | f/3.5 | 1/160 s
Dieser kleine Fuchs beobachtete mich offensichtlich schon einige Zeit, bevor ich ihn entdeckte. Es schien, als wolle er sagen: „Wollen wir spielen?“ Auch wenn ich mich ihm gerne genähert hätte, wusste ich doch, dass ich ihn damit gefährden würde. Er musste lernen, dass nicht alle Menschen Freunde sind. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesem kleinen Sonnenschein begegnen durfte. Olympus E-M1 | 200 mm | ISO 400 | f/4.0 | 1/320 s

Aufspüren der Tiere

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